Betriebsteilung: So spielt auch der Betriebsprüfer mit

Der Fiskus nimmt Betriebsteilungen wieder verstärkt unter die Lupe. Wir erklären Ihnen, worauf die Betriebsprüfer achten und welche Rechte Sie haben, wenn Ärger droht. Darauf war Schweinemäster Frank Feld nicht gefasst: Der Betriebsprüfer stellte zwar auffällig viele Fragen zu seiner Betriebsteilung.

Der Fiskus nimmt Betriebsteilungen wieder verstärkt unter die Lupe. Wir erklären Ihnen, worauf die Betriebsprüfer achten und welche Rechte Sie haben, wenn Ärger droht.

Darauf war Schweinemäster Frank Feld nicht gefasst: Der Betriebsprüfer stellte zwar auffällig viele Fragen zu seiner Betriebsteilung. Das etwas nicht stimmte, ahnte er aber nicht. Am Ende erkannte der Prüfer die Teilung  nicht an. Feld musste obendrein auch  noch Einkommen- und Umsatzsteuer in Höhe von 45 000 € nachzahlen. Für den finanziell angeschlagenen Betrieb kam das einer Katastrophe gleich.

Vieheinheitengrenze ausgereizt

Die Idee, den Betrieb mit 1 000 Mastplätzen in zwei Teile zu splitten, war aus der Not geboren. Von Jahr zu Jahr hatte Frank Feld seine Mastleistungen gesteigert und die Vieheinheitengrenze bis zum Anschlag ausgereizt. Die gesamte Mastschweineproduktion drohte damit in die Gewerblichkeit zu rutschen.

Folge: Als Gewerbetreibender müsste Feld seine Umsatzsteuer auf die Umsätze in der Tierproduktion der Regelbesteuerung unterwerfen und dürfte diese nicht mehr länger pauschalieren. Wie bei den meisten Schweinemästern wäre das aber mit einem Verlust verbunden gewesen; in seinem Fall rund 6 €/Mastschwein.

Kurzerhand verpachtete Feld daher vor zwei Jahren seiner Tochter Carla ein Maststallgebäude inkl. der Einrichtung und einen Teil der Flächen. Zusammen gründeten beide dazu eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts. Carla Feld war an dem neuen Betrieb zu 90 % beteiligt und der Vater zu 10 %.

Mit diesem Schritt – so meinte Feld jedenfalls – sei er auf einen Schlag seine Sorgen los. Denn ob eine Tierhaltung als Gewerbebetrieb eingestuft wird oder aber als landwirtschaftlicher Betrieb, hängt unter anderem von den Vieheinheiten ab. Nur wer bestimmte Grenzen einhält, gilt als landwirtschaftlicher Betrieb (§§ 13 EStG und 51 BewG). Nach dem Gesetz stehen einem Landwirt dabei auf den ersten Hektaren seines Betriebes mehr Vieheinheiten zu als auf jedem weiteren Hektar. Durch die Teilung des Betriebes konnte Familie Feld somit mehr Vieheinheiten halten/produzieren. Die Grenze zur Gewerblichkeit war erst einmal wieder in weite Ferne gerückt.

Böse Überraschung

Der Betriebsprüfer erkannte die Teilung allerdings nicht an. Stattdessen sah das Finanzamt in Frank Felds Hof und der gemeinsamen GbR einen Betrieb und nicht zwei. Damit hatten die Felds aus Sicht der Beamten auch die Vieheinheitengrenze überschritten. Der Fiskus stufte die gesamte Mastschweinehaltung rückwirkend als gewerbliche Tierhaltung ein. 

Der Fall Feld ist zwar frei erfunden. Ähnliche Probleme tauchen in der Praxis aber immer wieder auf. Dabei ist eine Betriebsteilung grundsätzlich zulässig; auch wenn sich dadurch für Sie Steuervorteile ergeben. Bisher haben Gerichte darin keinen Gestaltungsmissbrauch gesehen. Dass die Familie Feld den Betrieb geteilt hat, um damit unter anderem nicht in die Gewerblichkeit zu rutschen, kann der Fiskus ihr somit nicht zur Last legen.

Immer mit Vertrag

Es gibt aber zahlreiche Vorgaben, die Sie einhalten müssen und gegen die die Felds verstoßen haben. Der mit Abstand größte Fehler: Vater und Tochter hatten keinen schriftlichen Vertrag für die Gründung der GbR und auch keinen schriftlichen Pachtvertrag für den Stall und die Flächen abgeschlossen....

top agrar plus

Mit top+ weiterlesen

top agrar Digital

Monatsabo

0,00 EUR
im 1. Monat

danach 9,80 EUR / Monat

  • Jederzeit kündbar
  • Tagesaktuelle Nachrichten, Preis- und Marktdaten
  • Exklusive Beiträge, Videos und Hintergrundinfos
  • Preisvorteile auf Webinare und Produkte
Jetzt testen
top agrar Digital

Jahresabo

99,00 EUR
im 1. Jahr

danach 117,60 EUR / Jahr

Spar-Angebot

  • 15% im ersten Jahr sparen
  • Tagesaktuelle Nachrichten, Preis- und Marktdaten
  • Exklusive Beiträge, Videos und Hintergrundinfos
  • Preisvorteile auf Webinare und Produkte
Jetzt zuschlagen
top agrar Digital + Print

Jahresabo

124,20 EUR / Jahr

  • 12 Hefte pro Jahr
  • Tagesaktuelle Nachrichten, Preis- und Marktdaten
  • Exklusive Beiträge, Videos und Hintergrundinfos
  • Preisvorteile auf Webinare und Produkte
Jetzt abonnieren
Bereits Abonnent?

Ihre Meinung ist gefragt

Wir benötigen Ihr Feedback zur Startseite.

Teilen Sie uns Ihre Meinung in nur 2 Minuten mit und entwickeln Sie mit uns die Startseite von topagrar.com weiter.

Die Redaktion empfiehlt

Das Wichtigste aus Agrarwirtschaft und -politik montags und donnerstags per Mail!

Mit Eintragung zum Newsletter stimme ich der Nutzung meiner E-Mail-Adresse im Rahmen des gewählten Newsletters und zugehörigen Angeboten gemäß den Datenschutzbestimmungen zu.