Namen im Internet

Das sind die größten Agrar-Prämienempfänger in Deutschland

Die BLE hat wieder die Namen der Empfänger der EU-Agrarzahlungen ins Internet gestellt. Hier die Liste der Betriebe mit mehr als 3 Mio. €.

Seit Dienstag sind die deutschen Empfänger von EU-Agrarsubventionen im Jahr 2019 wieder öffentlich einsehbar. Zuständig für die Veröffentlichung auf www.agrar-fischerei-zahlungen.de/Suche ist das Bundesagrarministerium.

Folgende 16 Betriebe erhalten mehr als 3 Mio. Euro, eingerechnet sind sämtliche ELER-Zahlungen wie z.B. Krisenreserve, Investitionen in materielle Vermögenswerte, Greening, Umverteilungsprämie, Wissenstransfer und Informationsmaßnahmen, Beihilfen im Obst- und Gemüsesektor, Küsten- und Hochwasserschutz, Dorferneuerung und LEADER, Waldflächenentwicklung oder Technische Hilfe.

  • Landesamt für Umwelt (LfU) – 14476 Potsdam, Stadt
    20 Mio. €
  • Land Mecklenburg-Vorpommern Ministerium für Landwirtschaft – 19061 Schwerin, Landeshauptstadt
    10,2 Mio. €
  • NLWKN – 26506 Norden, Stadt
    8,61 Mio. €
  • Landesbetrieb für Küstenschutz Nationalpark und Meeresschutz – 25813 Husum, Stadt
    6,92 Mio. €
  • Deich- und Hauptsielverband Dithmarschen – 25770 Hemmingstedt
    6,8 Mio. €
  • Landesbetr. f.Hochwasserschutz u. Wasserwirtsch. (LHW) – 39104 Magdeburg, Landeshauptstadt
    6,77 €
  • Landgard Obst + Gemüse GmbH + Co. KG – 47638 Straelen, Stadt
    6,16 Mio. €
  • Erzeugerorganisation für Obst und Gemüse – 19055 Schwerin, Landeshauptstadt
    4,26 Mio. €
  • Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalt – 38889 Blankenburg (Harz), Stadt
    4,17 Mio. €
  • Erzeugergroßmarkt Langförden-Oldenburg eG – 49377 Vechta, Stadt
    4,14 Mio. €
  • Stadt Ahaus – 48683 Ahaus, Stadt
    3,98 Mio. €
  • Pfalzmarkt für Obst- und Gemüse eG – 67112 Mutterstadt
    3,87 Mio. €
  • Stadt Celle – 29221 Celle, Stadt
    3,83 Mio. €
  • Elbe-Obst Erzeugerorganisation r.V. – 21723 Hollern-Twielenfleth
    3.61 Mio. €
  • EO Spargel &Beerenfrüchte GmbH – 14797 Kloster Lehnin
    3,16 Mio. €
  • Landesforst Mecklenburg-Vorpommern – 17139 Malchin, Stadt
    3,05 Mio. €

Greenpeace fordert Umbau des Prämiensystems

Lasse van Aken

Lasse van Aken (Bildquelle: Twitter/Greenpeace)

Insgesamt zahlte die EU eine Summe von über 6 Mrd. Euro aus, kritisiert die Umweltorganisation Greenpeace in diesem Zusammenhang. Sie hält das gesamte Fördersystem der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP) für falsch, da es Betriebe mit viel Fläche pauschal bevorzuge, darunter auch fachfremde Unternehmen. Zudem seien die Gelder kaum an Leistungen für das Gemeinwohl gebunden.

Greenpeace-Landwirtschaftsexperte Lasse van Aken fordert daher eine grundlegende Reform der EU-Agrarpolitik. „Heute profitieren fachfremde Investoren von Agrar-Fördergeldern, während allein in Deutschland jährlich über 4.000 bäuerliche Betriebe aufgeben müssen. Die Aldi-Erben haben im vergangenen Jahr so viel Land gekauft, dass sie dafür jährlich über 900.000 Euro Steuergelder als Bonus erhalten. Auch die Lürssen-Gruppe, bekannt für die Produktion von Luxusyachten und Kriegsschiffen, ließ sich ihren Landbesitz 2019 mit knapp einer Million Euro vergolden“, prangert van Aken an.

Er erwartet von Agrarministerin Julia Klöckner, dass sie die Förderung zugunsten einer klima- und umweltschonenden Agrarpolitik umbaut. Es sei Aufgabe der Ministerin, sich in Deutschland und der EU für eine zukunftsfähige Landwirtschaft einzusetzen. Den vorliegenden GAP-Entwurf hält Greenpeace für nicht vereinbar mit dem Green Deal. „Wir brauchen einen Neuaufschlag, in dem EU-Agrarsubventionen strikt an Klima-, Tier- und Umweltschutzmaßnahmen gebunden werden und die bäuerliche Landwirtschaft fördern”, sagt van Aken.


Diskussionen zum Artikel

von Michael Prantl

Förderung

Diejenigen die Geld genug haben wird die Förderung noch hinten Reingeschoben - der kleine Landwirt der sauber arbeitet und wirklich was braucht was bekommt der? Es braucht sich niemand wundern wenn in ca 5 Jahren unser Schweinefleisch - vor allem die Ferkel alle aus dem Ausland kommen ... mehr anzeigen

von Stefan Lehr

Erstaunlich

Es erstaunt, wie viele Landesbetriebe und Kommunen unter diesen "Grossempfaengern" sind. Gibt einem doch schon sehr zu denken, wenn man andererseits immer vorgekaut bekommt, dass die Landwirte so kraeftig abkassieren. Unter solchen Bedingungen kann ich nur hoffen, dass bei diesen ... mehr anzeigen

von Hans Spießl

Aufklärungsarbeit

Es wäre Aufgabe des DBV LsV dafür zu Sorgen das der Deutsche Michl erfährt was da Sache ist, wo die vielen Steuergelder hingehen. Habe dazu ein wenig erfahrungen gemacht. Was glauben sie wie die Leute reagieren wenn sie ... mehr anzeigen

von Kurt Brauchle

Da müssten

so manche NGOs (z. B. NABU), die mit zig Landes- und Ortsverbänden sowie Stiftungen und Tochterfirmen/gesellschaften locker die drei Millionen erreichen, fehlen.

von Hans Spießl

Die Ziele sind Andere

Die Agrarsubventionen sollten ein Versorgungswerk für Reiche werden da will die Politik hin. Alle Subventionen abschaffen wär das Einzig Richtige.

von Willy Toft

Ob die Großabnehmer der Agrarsubventionen auch so scharf kontrolliert werden?

Landes- und Küstenschutz sind wichtig, wir sollen uns aber diese Subventionen ans Revier heften! Dazu kommen dann die (überflüssigen) Zahlungen an die Stiftungen! Können diese den Hals nicht voll kriegen? Wir sollen Nahrungsmittelsicherheit, gegen alle Umstände hier, produzieren, und ... mehr anzeigen

von Hans Spießl

weniger

da wird so eine Öko Kontrolle Kulap,.... einen Tag vorher angekündigt dann gibt es keinen Feierabend für die Leute bis nicht alles ok ist, so schaut das aus. Bei KTG musste die ganze Nacht gearbeitet werden, Lager leergeröumt ... mehr anzeigen

von Harald Finzel

Wo sind eigentlich die Verfechter der Offenlegung von Agrarzahlungen geblieben

Man erinnere sich, mit welchem Ziel diverse Interessengruppen einstmals diese Veröffentlichungen durchgedrückt haben: Um "Agrarindustrielle", "Heuschrecken" und "Subventionsabgreifer" an den Pranger zu stellen. --- Das hat schon zu Zeiten der KTG Agrar nicht funktioniert, da diese ihre ... mehr anzeigen

von Hans Spießl

richtig

das wird nicht kommen. Es wäre Aufgabe unserer Grünen und anderer Gutmenschen wie auch die Linken da für zu Sorgen.

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