Betriebsleitung

Den Hof behalten und Altersgeld beziehen Premium

Landwirte, die ihren Betrieb behalten und eine Rente der Alterskasse beziehen wollen, müssen die LKK-Beiträge im Blick haben und im Einzelfall genau rechnen.

Nach Abschaffung der Hofabgabeklausel können Landwirte im Rentenalter ihren landwirtschaftlichen Betrieb weiter bewirtschaften und trotzdem eine Rente der landwirtschaftlichen Alterskasse (LAK-Rente) beziehen. Landwirte, die sich dafür entscheiden, sollten unbedingt beachten, dass

  • „doppelte“ Beiträge zur Landwirtschaftlichen Kranken- bzw. Pflegekasse (LKK) anfallen – und zwar als Unternehmer und als Rentner,
  • Arbeitseinkommen, also Einkünfte aus außerlandwirtschaftlichen selbstständigen Erwerbstätigkeiten wie z.B. aus Photovoltaik-, Biogas- und Windkraftanlagen, weitere Beiträge zur LKK auslösen.

Für die meisten „rentenfähigen“ Weiterbewirtschafter mit Regelaltersrente wird es sich dennoch rechnen, das Altersgeld zu beantragen und den Betrieb weiterzuführen. In bestimmten Einzelfällen jedoch fahren sie besser, wenn sie auf einen Rentenantrag verzichten. Rechnen Sie Ihre Situation deshalb vorab auf jeden Fall genau durch und lassen Sie sich beraten, um böse Überraschungen zu vermeiden. Unsere Beispiele zeigen, wie Sie dabei rechnen müssen.

„Doppelter“ LKK-Beitrag

Weiterbewirtschafter mit LAK-Rente müssen einen LKK-Beitrag entrichten, der sich aus zwei Teilen zusammensetzt:

  • Beitrag für Unternehmer: Landwirte, die einen Hof oberhalb der Mindestgröße bewirtschaften, zahlen den Unternehmerbeitrag an die LKK – auch wenn sie Rente beziehen. Das gilt übrigens auch für (ehemalige) Nebenerwerbslandwirte, die bis zum Renteneintritt in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert waren. Diese müssen dann in die LKK wechseln. Der Unternehmerbeitrag berechnet sich auf Grundlage eines korrigierten Flächen- bzw. Wirtschaftswertes und hängt ab von der bewirtschafteten Fläche und von der gemeindespezifischen Beitragsklasse (BKL 1-20). Der Höchstbeitrag für einen landwirtschaftlichen Unternehmer liegt für Kranken- und Pflegeversicherung bei 729,99 € (mit Beitrag zur Pflegekasse für Versicherte mit Kindern).8
  • Beitrag für Rentner: Genauso wie andere Rentner zahlen Weiterbewirtschafter LKK-Beiträge auf ihre Renten – sowohl auf die gesetzliche Rente der Deutschen Rentenversicherung (DRV-Rente) als auch auf die LAK-Rente. Der Beitragssatz beträgt in der Krankenversicherung 7,75% und in der Pflegeversicherung 3,05% (+ 0,25% für Kinderlose), also zusammen 10,8% (bzw. 11,05%).9

Hinzu kommt, dass Bezieher von Renten oder andere Versorgungsbezügen, zusätzlich LKK-Beiträge auf ihr außerlandwirtschaftliches Arbeitseinkommen entrichten müssen. Das sind Einkommen aus Gewerbebetrieb oder sonstigen selbstständigen Tätigkeiten, wie z.B. Erträge aus PV-Anlagen. Der Beitragssatz für Arbeitseinkommen liegt für Kranken- und Pflegeversicherung bei 18,55%.

Aber egal wie hoch die Beiträge im Einzelnen sind: Weiterbewirtschafter mit LAK-Rente und Arbeitseinkommen müssen nie mehr als den Höchstbeitrag für Unternehmer von 729,99 € pro Monat entrichten (Deckelung). Zwar müssen Landwirte zunächst jeden ...

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Diskussionen zum Artikel

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von Willy Toft

So kann ein Weiterbewirtschafter zumindest die Krankenkasse mit der Rente bezahlen!

Auch wenn es nicht ganz reicht, eine Hilfe ist es denn doch. Das gibt es nur in der Landwirtschaft so. Der Privatversicherte wird weiterhin besser im Gesundheitswesen betreut, als der, der teuer Gesetzlich versichert ist. In der Regel erfolgt in dem Alter eine Übergabe, sodass der "Rentner" zu seinen Früchten kommt. Aufpassen, die PV- Anlage beim Betrieb lassen, sonst frisst es die Rente auf. Auf der einen Seite sollen wir fürs Alter vorsorgen, auf der anderen Seite werden wir "bestraft", und die SPD spricht schon von Grundversorgung! Die Landwirtschaft wird ständig weiter schlechter gestellt, und der Altenteiler soll dem Betrieb mehr und mehr zur Last fallen, was bei der Einkommenslage dem Hofnachfolger schwer fällt. Wir haben schon keine bessere Rendite, wie bei der gesetzlichen Rentenversicherung, und trotzdem sollen wir mit den "Einschränkungen" leben! Da müsste der BV noch mal mit den Verantwortlichen nachjustieren!

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