DVT: Die Anforderungen an Futtermittelhersteller steigen

Auf der Jahrestagung des Deutschen Verbands Tiernahrung (DVT) in Berlin am gestrigen Donnerstag stellte Präsident Jan Lahde fest, dass die Branche trotz steigender Anforderungen und wechselnden Marktbedingungen gut aufgestellt sei – und das auch nach 100 Jahren Verbandsgeschichte.

Als DVT-Präsident blickt Lahde selbstbewusst in die Zukunft. (Bildquelle: Peters)

Auf der Jahrestagung des Deutschen Verbands Tiernahrung (DVT) in Berlin am gestrigen Donnerstag stellte Präsident Jan Lahde fest, dass die Branche trotz steigender Anforderungen und wechselnden Marktbedingungen gut aufgestellt sei – und das auch nach 100 Jahren Verbandsgeschichte.
 
„Die moderne Tierernährung muss heute einen Balanceakt bewältigen: Zwischen den Anforderungen der Ernährungsphysiologie und den Verbraucherforderungen“, stellte Lahde auf der DVT-Tagung fest. Dazu kämen politische und rechtliche Rahmenbedingungen, die den Marktzugang erschweren und Marktteilnehmer verunsichern. Die Russland-Sanktionen oder der Konflikt zwischen den USA und Europa bezüglich der Soja-Lieferungen seien aktuelle Beispiele dafür. Dabei sei die Branche angewiesen auf offene, freie Märkte. „Wir halten deshalb jede Form von Zöllen und Abgaben für fehlgeleitete Einflussnahmen“, sagte Lahde.
 

Unsicherheiten seien auch durch die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs bezüglich neuer Züchtungsmethoden entstanden. „Wir betrachten mit Sorge, dass sich Gerichte nicht mehr an wissenschaftlichen Fakten orientieren und damit ohne Folgenabschätzung für den internationalen Wettbewerb eine Entscheidung treffen“, formulierte Lahde. Der DVT erwarte von der Politik, dass sie Voraussetzungen für die Genehmigung und Anerkennungen von modernen, innovativen Technologien schaffe.
 

Bedenken äußerte Lahde auch in Bezug auf den Trend der Nachverfolgbarkeit. Der DVT beobachte ein gesteigertes Interesse des Verbrauchers in Fragen von Transparenz und Akzeptanz für den Herstellungsprozess der erworbenen Produkte. Nährstoffbilanzen, Tierwohl und Nachhaltigkeit seien Themen, mit denen sich die Branche auch in Zukunft noch beschäftigen werde. Die Nachverfolgung von Massenprodukten wie in der Futtermittelwirtschaft sei jedoch extrem schwer durchzusetzen. „Als Beispiel möchte ich nur die Rückverfolgung von Palmöl bis zum letzten Palmstrauch nennen“, so Lahde.
 
Stabile Marktsituation
 
Für das diesjährige Wirtschaftsjahr gibt es jedoch auch gute Neuigkeiten: trotz der gestiegenen Marktanforderungen sei die Mischfutterherstellung nach wie vor stabil und verzeichne nur einen leichten Abwärtstrend, erklärt DTV-Präsident Lahde. Der Umsatz von gewerblich gehandelten Futtermitteln betrug im Jahr 2017 rund 7,3 Milliarden Euro mit einem Anteil von circa 6,5 Milliarden Euro für Mischfutter. Im Wirtschaftsjahr 2017/2018 rechne die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung mit einer Mischfutterproduktion von 23,9 Millionen Tonnen, womit man nur knapp unter den Werten des Vorjahres liege.
 
Die Branche sieht damit aus Sicht des DTV noch viele Herausforderungen vor sich, die beispielsweise durch Zertifizierungen oder Nachhaltigkeitsstandards auf sie zukommen werden. Sie stelle sich jedoch laut Lahde jedoch der Nachhaltigkeitsdiskussion und suche „unter Abwägung der wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Gesichtspunkte“ stetig nach Maßnahmen des nachhaltigen Wirtschaftens.

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