EUROPA/Litauen/ Präsidentschaftswahlen

EU-Gesundheitskommissar Andriukaitis will Präsident werden

Der für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zuständige EU-Kommissar Vytenis Andriukaitis will Präsident in Litauen werden. Ab 1. April übernimmt Kommissionsvizepräsident Katainen seinen Aufgabenbereich in Brüssel. Der praktizierende Herzchirurg Andriukaitis hatte 2017 für eine 10jährige Verlängerung des Pflanzenschutzmittel Gyphosat votiert.

Am Wochenende kündigte EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis per Kurznachrichtendienst Twitter an, für das Amt des litauischen Staatspräsidenten zu kandidieren. Mit Wirkung vom 1. April übernimmt Kommissionsvizepräsident Jurki Katainen während des Wahlkampfes für sechs Wochen die Brüsseler Amtsgeschäfte.

Andriukaitis bewirbt sich um die Nachfolge der derzeitigen lettischen Präsidentin Dalia Grybauskaitė, die vier Jahre in Brüssel als EU-Haushaltskommissarin in der Barroso-Kommission tätig war. Sie wurde als erste Frau in das Amt der litauischen Staatspräsidentin gewählt und darf nach ihrer Wiederwahl im Jahre 2014 nicht wieder antreten.

Der 68jährige sozialdemokratische Politiker und ehemalige Chirurg Andriukaitis arbeitete von 1985 bis 1993 am Klinikiúm in Vilnius als Herzchirurg. Von 2012 bis Juni 2014 war er Gesundheitsminister in Litauen und seit 1. November 2014 ist er EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.

Andriukaitis befürwortete im Jahre 2017 die erneute Zulassung des Pflanzenschutzmittels Glyphosat für weitere zehn Jahre in der EU. Weltweit seien 27 Agenturen übereinstimmend zu dem Schluss gekommen, das Mittel sei nicht krebserregend, verteidigte er vom dem EU-Parlament in Straßburg seine Position. „Es gibt keine Konvergenz der wissenschaftlichen Meinungen". Daran müsse sich die Kommission halten und die Zulassung des Mittels verlängern, so Andriukaitis seinerzeit.

Wegen des Widerstandes einer Reihe von EU-Mitgliedstaaten kam es jedoch nur eine Verlängerung von drei Jahren zustande. Ende 2019 soll über eine erneute Zulassungsverlängerung in der EU über 2021 entschieden werden.

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Artikel geschrieben von

Thomas A. Friedrich

Korrespondent Brüssel/Straßburg

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