EU-Handelserleichterungen helfen ukrainischer Veredlung nicht

Die Erleichterungen der Europäischen Union im Agrarhandel mit der Ukraine helfen im Wesentlichen der Getreide- und Ölsaatenbranche in dem osteuropäischen Land, während die dortige Veredlungswirtschaft daraus kaum Nutzen ziehen dürfte.

Die Erleichterungen der Europäischen Union im Agrarhandel mit der Ukraine helfen im Wesentlichen der Getreide- und Ölsaatenbranche in dem osteuropäischen Land, während die dortige Veredlungswirtschaft daraus kaum Nutzen ziehen dürfte.

Wie der Präsident des ukrainischen Agrarbusiness-Klubs (UCAB), Alex Lissitsa, gegenüber der Kiewer Wirtschaftszeitung „Delo“ feststellte, wird die von den EU-Außenministern vergangene Woche in Luxemburg beschlossene Hilfsmaßnahme in erster Linie den Produzenten und Verarbeitern von Getreide, Ölsaaten oder Gemüse Vorteile bringen. Für die Veredlungswirtschaft bleibe der europäische Markt jedoch mangels Zertifizierung weitgehend geschlossen.

Lissitsa erinnerte daran, dass die Ukraine aus der ganzen Palette tierischer Erzeugnisse noch immer lediglich Geflügelfleisch, Fisch und Honig in die EU exportieren dürfe. Der Präsident der Ukrainischen Agrar-Konföderation (UAK), Leonid Kosatschenko, wies ergänzend darauf hin, dass derzeit nur 7 % der ukrainischen Lebensmittelhersteller über eine ISO-Zertifizierung verfügten und ein System kritischer Kontrollpunkte (HACCP) anwendeten; weitere 15 % der Unternehmen besäßen eines dieser beiden Prozessqualitätsnachweise. Um sich den in der EU geltenden Standards anzupassen, müsste dieser Wirtschaftszweig nach Schätzung von Kosatschenko gut 7 Mrd Euro investieren.

Der Direktorenratsvorsitzende des ukrainischen Geflügelproduzentenverbandes, Alexander Bakumenko, beklagte indes, dass das EU-Zollimportkontingent für 36 000 t Hähnchenfleisch zu klein sei. Es könnte deutlich mehr davon geliefert werden. Die Verbandsmitglieder wollten auch Eier und Eiprodukte in die EU ausführen; jedoch sei das Zertifizierungsverfahren hierfür noch nicht abgeschlossen. Dies wird laut Bakumenko noch einige Monate dauern.

Im vergangenen Jahr wurden in der Ukraine „Delo“ zufolge rund 1,2 Mio t Geflügelfleisch produziert und ein Zehntel davon exportiert.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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