Finnland und Deutschland wollen GAP finalisieren Plus

Bei der Verabschiedung der EU-Agrarreform wollen Finnland und Deutschland eine entscheidende Rolle spielen. Die Finnen wollen 2019 eine starke Finanzierung durchbringen. Deutschland beabsichtigt den Agrarmaßnahmen 2020 den letzten Schliff zu geben.

Bei den EU-Agrarzahlungen ab 2021 soll eine deutliche finnische und deutsche Handschrift sichtbar werden. Das zeigte das deutsch-finnische Forum zur EU-Agrarförderung nach 2020 im Vorfeld der Grünen Woche in Berlin. Finnland wird ab Juli 2019 die EU-Ratspräsidentschaft innehaben und nach der Europawahl vom Mai voraussichtlich die ins Schleppen geratenen Verhandlungen um das EU-Agrarbudget wieder anschieben. Deutschland hat genau ein Jahr später ab Juli 2020 die EU-Ratspräsidentschaft inne und könnte Verhandlungsführer bei der Verabschiedung der Reform sein.

Finnland kämpft gegen Kürzung der 2. Säule

„Unser Ziel für die Ratspräsidentschaft ist, den Landwirten möglichst bald Sicherheit über den Inhalt der künftigen EU-Agrarpolitik und deren Finanzierung zu übermitteln“, sagte der finnische Agrarminister Jari Leppä in Berlin. Eine Feinabstimmung reiche dabei nicht aus, es seien noch umfassende Änderungen nötig. Ganz besonders drängt Finnland auf eine gute finanzielle Ausstattung der 2. Säule, aus der das Land seine umfangreichen freiwilligen Agrarumwelt- und Tierwohlprogramme finanziert. Auch die Zahlungen für benachteiligte Gebiete, von denen Finnland einige hat, laufen über die 2. Säule. „Wir wollen spätestens in unserer Präsidentschaft bei der Finanzierung der 2. Säule voran kommen“, sagte Leppä. Bliebe es bei den von der EU-Kommission vorgesehenen Budgetkürzungen für die 2. Säule Maßnahmen würde den Finnen laut ihrem Bauernpräsidenten Juha Marttila rund ein Viertel ihrer Agrarzahlungen verloren gehen. „Die großen Einschnitte in der 2. Säule können wir in keiner Weise akzeptieren“, sagte Marttila.

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