Hogan warnt vor Brexit-Spekulationen

EU-Agrarkommissar Phil Hogan hat vor übereilten Spekulationen darüber gewarnt, welche Auswirkungen der Brexit auf die Mitgliedstaaten und speziell auf Irland als einziges Land mit direkter Grenze zu Großbritannien haben könnte.

EU-Agrarkommissar Phil Hogan hat vor übereilten Spekulationen darüber gewarnt, welche Auswirkungen der Brexit auf die Mitgliedstaaten und speziell auf Irland als einziges Land mit direkter Grenze zu Großbritannien haben könnte.

Anlässlich einer Konferenz zu den Auswirkungen des Brexit am vergangenen Freitag in Dublin mahnte er, dass jeder, der behaupte, die Auswirkungen zu kennen, irre und andere täusche. Die Bedingungen des Austritts von Großbritannien aus der Europäischen Union und das folgende Verhältnis seien noch nicht geklärt. Man könne lediglich sicher sein, das es Auswirkungen geben werde, vor allem für Irland als direktem Nachbarn.

Hogan erinnerte daran, dass Irland der Mitgliedstaat sei, der am stärksten vom britischen Markt abhängig sei. Im Jahr 2015 war Irland den Angaben zufolge der zweitgrößte Exporteur in das Vereinigte Königreich mit 11 % der gesamten britischen Agrar- und Nahrungsmittelimporte.

Insgesamt 45 % der irischen Exporte sind für das Vereinigte Königreich bestimmt, und zwar 53 % der Rindfleischlieferungen, 57 % der Käseausfuhren und 78 % der gehandelten, lebenden Tiere. Auf der anderen Seite kommen 52 % der Agrar- und Lebensmittelexporte aus Nordirland beziehungsweise 17 % der Agrarexporte aus dem Vereinigten Königreich nach Irland.

Hogan verwies auf Aussagen des früheren britischen Vizepremiers, Nick Clegg, der Brexit könnte weitreichende negative Auswirkungen auf die britische Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie haben. Der Agrarkommisar unterstrich, dass die Entscheidung für den Brexit eine „noch nie dagewesene“ Situation geschaffen habe. Sie verlange eine neue Beziehung zwischen Großbritannien und der EU und eine neue Beziehung zwischen Irland und Großbritannien. Hier werde es möglicherwiese die stärkste Änderung seit der Unabhängigkeit Irlands geben. Die Abwertung des Pfund setzte bereits die irischen Exporte unter Druck, so Hogan. Die Lieferanten von Waren müssen wettbewerbsfähiger werden, um Marktanteile in Großbritannien zu halten oder nach neuen Märkten Ausschau halten, empfahl der irische Kommissar.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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