Kalifornien: Nestlé reinigt Abwasser aus Kondensmilchproduktion

Nach vier Jahren Dürre kann sich in Kalifornien keiner mehr der Wasserknappheit entziehen. Nach Protesten reagiert auch Nestlé. Um das Image aufzupolieren, bauen die Schweizer gerade eine Anlage, um Schmutzwasser aus der Produktion von Kondensmilch so zu reinigen, dass damit die eigenen Fabriken geputzt werden können.

Nach vier Jahren Dürre kann sich in Kalifornien keiner mehr der Wasserknappheit entziehen. Jetzt reagiert auch Nestlé. Der Konzern ist in den USA der größte Wasserabfüller. Um das Image aufzupolieren, bauen die Schweizer gerade eine Anlage, um Schmutzwasser aus der Produktion von Kondensmilch so zu reinigen, dass damit die eigenen Fabriken geputzt werden können.

Das erste Filtrationssystem steht in einer Fabrik in Modesto, berichtet das Handelsblatt. „Die Dürre in diesem Jahr lehrt uns, dass man sich überlegen muss, wie man sich anpasst. Was heute vom wirtschaftlichen Standpunkt aus nicht vollkommen empfehlenswert ist, wird zu einer Notwendigkeit werden”, so Nestlé-Manager José Lopez.

Wie man allerdings schon vermuten kann, macht Nestlé das nicht ganz freiwillig. Im März erst hatten Demonstranten mit Mistgabeln aus Plastik den Eingang eines Nestlé-Abfüllwerks für Wasser in Sacramento einen halben Tag lang blockiert. Mehr als 82.000 Personen unterzeichneten eine Petition, die Nestlé auffordert, nicht mehr das Wasser von einer Quelle in Südkalifornien in Plastikflaschen abzufüllen, so das Handelsblatt weiter.

Der Umbau des Milchwerks Carnation, der 7 Millionen US-Dollar (gut 6 Millionen Euro) kostet, wird den Wasserverbrauch um 71 % reduzieren, wenn die erste Phase im kommenden Jahr abgeschlossen ist, sagt Lopez. Die Anlage wird etwa 238 Mio. Liter jährlich einsparen. Das entspricht etwa 9 % der Wassermenge, die Nestlé in dem Bundesstaat für seine Produktion unter den Flaschenwasser-Marken „Arrowhead“ und „Pure Life“ benutzt.


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