Kampagne für insektenfreundliche Privatgärten angeregt

Die Umweltminister fordern den Bund auf, eine Kampagne für insektenfreundliche Gestaltung von Privatgärten zu starten. Das soll ein Baustein für mehr Insektenschutz sein. Der Zentralverband Gartenbau freut sich.

Die Umweltminister wollen die Bundesregierung zu einer Kampagne für insektenfreundliche Privatgärten bewegen. Sie sprechen in ihrem Beschluss zur Umweltministerkonferenz von einer „beunruhigenden Entwicklung“ bei der „arten- und blütenreiche Gärten auf Kosten steriler insektenfeindlicher Stein- und Schottergärten“ verschwinden. Die Kampagne soll aus dem Budget zur Umsetzung des „Aktionsprogramms Insektenschutz“ der Bundesregierung finanziert werden. Beteiligt werden an der Kampagne sollen auch Akteure des Erwerbsgartenbaus, der Freizeitgärtner, der Garten- daher nicht nur im Offenland gefördert, sondern auch im besiedelten Raum unterstützt werden, hieß es. Nordrhein-Westfalens Umweltministerin Ursula Heinen-Esser sprach von einer beunruhigenden Entwicklung: "Dabei brauchen wir auch in bebauten Bereichen Grünflächen, damit Klimawirkungen abgefedert werden und Insekten Lebensräume haben", sagte sie.

Lichtverschmutzung auch auf der Agenda

Den Anfang der Woche vom Weltbiodiversitätsrat vorgelegten globalen Biodiversitäts-Check bezeichnete Heinen-Esser als Weckruf, der nicht ignoriert werden dürfe. „Der Verlust der biologischen Vielfalt stellt neben dem Klimawandel die gegenwärtig größte ökologische Bedrohung dar", sagte sie. Um den Biodiversitätsverlust zu begrenzen und noch stärker in den politischen Fokus zu rücken, forderte die Umweltministerkonferenz den Bund auf, das Thema sowohl in der EU-Ratspräsidentschaft 2020 als auch auf internationaler Ebene angemessen zu berücksichtigen. NRW brachte auch das Thema Lichtverschmutzung auf die Agenda der Umweltminister. Auf Antrag Nordrhein-Westfalens bitten die Länder den Bund um einen Bericht zum aktuellen Kenntnisstand über die Auswirkungen künstlichen Lichts auf die menschliche Gesundheit, aber auch Pflanzen und das Verhalten von Tieren.

Gartenbauer begrüßen Initiative der Umweltminister

Der Zentralverband Gartenbau (ZVG) begrüßt die Initiative für ein Aktionsprogramm zur Förderung insektenfreundlicher Privatgärten in Deutschland „Die gärtnerischen Fachbetriebe haben das Know-how, um die Stadt als gärtnerischen Raum standortgerecht zu entwickeln“, sagte ZVG-Präsident Jürgen Mertz. Stauden, Beet- und Balkonpflanzen, Obst- und Ziergehölze, Blumenzwiebeln und auch Kräuter machten städtische Lebensräume zu gärtnerischen Räumen und trügen wesentlich dazu bei, die Arten- und Insektenvielfalt innerhalb der Siedlungen zu erhalten und sogar wieder zu steigern. Mit seiner Erfahrung und seiner Reichweite über die Fachbetriebe die Privatkäufer zu erreichen, unterstützt der ZVG gerne das Anliegen der Amtschefs der Länder, sagte Mertz.

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Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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Diskussionen zum Artikel

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von Wilhelm Grimm

Warum nur Kampagnen für Privatgärten ?

Gesetze müssen her. Dazu natürlich Kontrollen zu Wasser, zur Erde und aus der Luft und natürlich Sanktionen nach EU-Recht.

von Andreas Demann

Papier ist geduldig

Heute mehrmals Werbung eines Baumarktes gehört. Kaufen Sie jetzt noch schnell Permaclean auf Vorrat für 6 Monate Unkraut Freiheit. Mit der Begründung das es ab nächsten Jahr nicht mehr verfügbar ist.

von Gerhard Steffek

Schöner Vorschlag -

doch was hilft er im großen Sinne wenn die Wirkung nicht ersichtlich ist. Ich bin heute durch den "Apotheker-Garten" unserer Stadt gegangen. Alles schon in voller Blüte, ist schön anzuschauen, aber was mir auffiel waren die fehlenden Insekten. Da könnte die Stadt doch mal ohne weiteres einen Bienenstock mit reinstellen. Werde mal den Vorschlag machen. Nur ist zu befürchten das ich dann die Antwort erhalte dies wäre nicht möglich, weil dann Gefahr bestünde das die lieben Kinderchen auf dem Spielplatz nebenan von eben diesen Bienen gestochen werden könnten. __ Wie die Tochter eines Bekannten, das Volksbegehren unterschreiben, aber zu Hause im Garten alle Blumen rausreißen. Die Bienen könnten ja die Kinder stechen. __ Bei der "Lichtverschmutzung" wird jetzt sogar schon eine Gemeinde in der Nachbarschaft aktiv. Diese will ab 1:30 bis 5:30 Morgens das Licht komplett abschalten. Es ist aber auch so, wieviele Geschäfte, auch auf der grünen Wiese und hier gerne die Discounter, haben nicht eine Festbeleuchtung die der Wahnsinn ist. Auf einem meiner Wege komme ich an einer Schönklinik vorbei. Diese hatte vor ein paar Jahren ihren Parkplatz noch zusätzlich ausgeweitet. Nacht für Nacht ist dieser komplett beleuchtet. Warum kann man hier nicht per Bewegungsmelder diesen sektorweise schalten? Würde Strom sparen und die Umwelt schonen. Nebenbei ist nämlich auch wieder nur grüne Wiese. Und dann wären es immer die Bauern.

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