Landwirte experimentieren mit Leguminosen

Nach Schätzungen des Landwirtschaftsministeriums der Vereinigten Staaten erzeugt Brasilien 2014/15 etwa 29 Mio. t Sojaschrot. Davon soll fast die Hälfte exportiert werden. Deutschland hat 2013/14 fast 1,7 Mio. t eingeführt. Eine Alternative dazu will der Verein Donau Soja fördern.

Nach Schätzungen des Landwirtschaftsministeriums der Vereinigten Staaten erzeugt Brasilien 2014/15 etwa 29 Mio. t Sojaschrot. Davon soll fast die Hälfte exportiert werden. Deutschland hat 2013/14 fast 1,7 Mio. t eingeführt.

Eine Alternative dazu will der Verein Donau Soja fördern. Er steht für Gentechnik-freies, herkunftsgesichertes Qualitätssoja aus der Donauregion – als Beitrag zur europäischen Eiweißversorgung.

Auch in Niedersachsen experimentieren einige Landwirte mit Sojabohnen und gliedern althergebrachte Leguminosen wie die Ackerbohne wieder in die Fruchtfolge ein. Wie das Landvolk schreibt, sollen der Anbau und die Verfütterung von heimischen Körnerleguminosen hierzulande ausgeweitet werden. „In der konventionellen Schweinemast werden sie bislang kaum eingesetzt, weil sie kaum verfügbar sind“, sagt Andrea Meyer von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Mit Blick auf die Mastergebnisse spricht nach ihrer Einschätzung nichts gegen einen vermehrten Einsatz. 

Ackerbohnen und Erbsen enthalten gegenüber Soja- und Rapsextraktionsschrot weniger Rohprotein. Bei Ackerbohnen sind es etwa 25 bis 26 %, bei Erbsen 20 bis 22 %, Soja- und Rapsschrot bringen es dagegen auf etwa 30 % und enthalten ein sehr hochwertiges Eiweißmuster.

Rapsschrot ist die wichtigste heimische Quelle für Protein in der Tierfütterung. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen hat bereits Fütterungsversuche bei Mastschweinen mit Ackerbohnen als Eiweißfuttermittel ausgewertet. Die Futterkosten waren etwa gleich, es gab keine Unterschiede in der Mastleistung und in den Futterpreisen. „Durch die Verfütterung von Ackerbohnen ließen sich rund 9,6 Kilogramm Soja- und 7,8 Kilogramm Rapsextraktionsschrot je Mastschwein einsparen“, sagt Meyer. Diese beiden Futtermittel sind allerdings sogenannte Nebenprodukte, sie fallen bei der Ölgewinnung an und werden über den Futtertrog zusätzlich verwertet.

Im ökologischen Landbau sind Leguminosen traditionell ein elementarer Baustein der Fütterung. Insgesamt wurden vergangenes Jahr laut Landesamt für Statistik von 2,6 Mio. ha landwirtschaftlich genutzter Fläche in Niedersachsen 1,9 Mio. ha als Ackerland ausgewiesen. Der größte Teil davon oder knapp 900.000 ha wurde mit Getreide bestellt. Angeführt wird die Beliebtheitsskala vom Winterweizen mit 406.000 ha vor der Wintergerste mit 140.500 ha und dem Roggen mit 135.000 ha. Kartoffeln wurden auf 105.300 ha angebaut, Silomais auf 522.900 ha. Die Anbaufläche für Leguminosen bleibt trotz Zuwachs mit 8.000 ha bescheiden.


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