Mehr Insektenforschung nötig

Nach Ansicht des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern gibt es bisher keine wissenschaftlich verlässlichen Daten darüber, in welchem Umfang und aus welchen Gründen es einen Insektenrückgang gibt.

Nach Ansicht des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern gibt es bisher keine wissenschaftlich verlässlichen Daten darüber, in welchem Umfang und aus welchen Gründen es einen Insektenrückgang gibt. Alle Studien, die Grund für viele Schlagzeilen über das Insektensterben in Deutschland im vergangenen Jahr waren, hätten sich auf die sogenannte „Krefelder Studie“ von Hobby-Insektenforschern bezogen, die aufgrund mangelnder Methodik sogar zweimal zur „Unstatistik des Monats“ http://www.rwi-essen.de/unstatistik/70/ und http://www.rwi-essen.de/unstatistik/72/ gekürt wurde, so der Verband in einer Pressemitteilung.

Der Bauernverband fordert deshalb eine wissenschaftlich ermittelte und repräsentative Datengrundlage über Situation und Entwicklung der Insekten. „Wir arbeiten in und mit der Natur und für viele Bereiche der Landwirtschaft sind Bienen wichtig, deswegen haben wir ein ganz natürliches Interesse daran, die Bienen- und Insektenvielfalt zu erhalten und zu unterstützen. Deshalb sind wir auch an Ursachenforschung interessiert, denn wir leisten heute schon Beiträge für den Artenschutz und tun das gerne, aber wenn wir Maßnahmen umsetzen, wollen wir auch wissen, dass sie wirklich helfen!“, sagt Bauernverbandspräsident Detlef Kurreck und weist darauf hin, dass auch in Zukunft Kulturpflanzen vor Konkurrenz durch Unkräuter sowie vor Krankheiten und Schädlingen geschützt werden müssen.

Heute schon würden beispielsweise Pflanzenschutzmittel im blühenden Raps auch nachts ausgebracht, damit der Bienenflug davon nicht beeinträchtigt wird. Der Fokus liege dabei auf Mitteln, die für Bienen verträglich sind. „Kulturpflanzen wie der Raps, brauchen Schutz und Pflege,  z. B. vor der Kohlfliege, damit wir Erträge und Einkommen erwirtschaften können. Es darf auch nicht vergessen werden, dass die Rapsblüte vielerorts die wichtigste Tracht für Biene und Imker ist“, sagt Kurreck.

Die Biodiversität wird seitens der Landwirtschaft durch Ökologische Vorrangflächen, Agrarumweltprogramme, Landschafts­elemente, Vertragsnaturschutz, freiwillige Maßnahmen, Nisthilfen, Blüh- und Randstreifen und vieles mehr unterstützt.

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