Pferdefleisch-Skandal: Holländischer Händler zu 2,5 Jahren verurteilt

Weil er mehr als 300 t billiges Pferdefleisch unter Rindfleisch gemischt hatte, muss der niederländische Großhändler Willy Selten zweieinhalb Jahre ins Gefängnis. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der 45-Jährige vor 2 Jahren maßgeblich für den Pferdefleischskandal mitverantwortlich war.

Weil er mehr als 300 t billiges Pferdefleisch unter Rindfleisch gemischt hatte, ohne dies entsprechend zu deklarieren, muss der niederländische Großhändler Willy Selten zweieinhalb Jahre ins Gefängnis. Die Richter sahen es am Dienstag als erwiesen an, dass der 45-Jährige vor zwei Jahren maßgeblich für den europaweiten Pferdefleischskandal mitverantwortlich war.

So habe er Rechnungen, Aufdrucke und Zutatenlisten gefälscht, um Pferdefleisch als Rindfleisch zu verkaufen. Viele der entdeckten Fleischpartien in Europa konnten zu seiner Firma zurückverfolgt werden. Mit seinem Betrug habe er daher nicht nur die Verbraucher getäuscht, sondern auch der niederländischen Schlachtbranche schweren Schaden zugefügt, urteilten die Richter.

Selten selbst bestand bis zuletzt darauf, dass er das Fleisch nicht bewusst falsch deklariert habe. Schuld sei die Buchhaltung in seiner Firma gewesen. "Ich bin nicht der große Pferdefleisch-Betrüger, für den mich alle halten", rechtfertigte sich der Angeklagte.

Seltens Unternehmen sind inzwischen insolvent und der Firmenchef sieht sich offenen Forderungen von 11 Mio. Euro gegenüber. Beobachter schätzen allerdings, dass die Justiz jetzt nur einen aus einem großen Netzwerk von Betrügern dingfest gemacht habe.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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