Neue EU-Kommission

Von der Leyen hält an polnischem Agrarkommissar fest

Der Ire Phil Hogan erfährt von der neuen EU-Kommissionspräsidentin Anerkennung für seine harte Verhandlungstaktik bei EU-Handelsabkommen und soll neuer EU-Handelskommissar werden

Am Dienstag präsentierte Ursula von der Leyen ihr Team, mit dem sie am 1. November die Nachfolge von Jean-Claude Juncker als Kommissionspräsidentin antreten will.

Trotz der laufenden Ermittlungen der unabhängigen Betrugsbekämpfungsbehörde (Olaf) gegen den designierten EU-Agrarkommissar aus Polen, Janusz Wojciechowski, hält von der Leyen an der Personalentscheidung fest. Dem Polen werden fehlerhafte Abrechnungen von Reisespesen als EU-Abgeordneter zwischen 2007 und 2011 vorgeworfen.

Phil Hogan als harter und fairer Verhandler anerkannt

Keine Überraschung gab es ebenso bei der Benennung von Phil Hogan als künftigem EU-Handelskommissar. Während von der Leyen über die Qualifikation des polnischen Kommissars kein Wort verlor, strich sie die Qualitäten des noch amtierenden EU-Agrarkommissars heraus.

„Phil Hogan hat sich als harter und fairer Verhandler im Landwirtschafts-Ressort bewährt“. Daher sei mit seiner Person das Handelsressort in der Zukunft bestens besetzt. Das Landwirtschaftsressort werde auch in Zukunft ein großes Portfolio darstellen mit einer großen Bedeutung für die Europäische Union.

Einbindung aller Kommissare in europäische Solidarität

Auf die Frage der ZDF-Europakorrespondentin, ob mit der Ernennung des polnischen Kandidaten, angesichts der Tatsache, dass Polen, der größte Empfänger von Landwirtschaftssubventionen sei, nicht der „Bock zum Gärtner gemacht werde“, betonte von der Leyen die europäische Dimension der Aufgabe eines jeden Kommissars:

„Ich habe in den Einzelgesprächen mit den Kandidaten klar zum Ausdruck gebracht, Sie sind jetzt Europäer“. Das Ausspielen der nationalen Karte und die Betonung nationaler Interessen werde sie als Kommissionspräsidentin nicht akzeptieren.

Landwirtschaft soll Beitrag zum Green Deal leisten

Auf die Landwirtschaft kommt für Von der Leyen ein entscheidender Beitrag bei der künftigen EU-Klimapolitik zu. „Ich will das der Europäische Green Deal zum Wahrzeichen der EU in der Welt wird und als Vorreiter auf dem Weg zum ersten klimaneutralen Kontinent in der Welt aufsteigt.

Der Erste Kommissions-Vizepräsident Frans Timmernmans solle als künftiger Kommissar für Klimaschutz bis Jahresende einen Aktionsplan Klima erarbeiten unter Einbeziehung der Landwirtschaft, des Transportsektors, der Energie- und Umweltsektors.

Eine unmittelbare Gefahr, dass die Kommissars-Anwärter aus Polen, Bulgarien und Frankreich wegen laufender Betrugsverdachtsfälle das gesamte Von der Leyen Team bei den anstehenden Anhörungen im Europäischen Parlament (EP) in Gefahr bringen könnten, sieht die CDU-Politikerin nicht: „In der Anhörungen im EU-Parlament kommt es darauf an, dass jeder einzelne Kandidat überzeugt“.

Janusz Wojciechowski habe als langjähriges Mitglied im EP-Agrarausschuss profunde Erfahrungen in der EU-Landwirtschaftspolitik gesammelt“, betonte von der Leyen in einer in Brüssel veröffentlichten Presseerklärung.

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Artikel geschrieben von

Thomas A. Friedrich

Korrespondent Brüssel/Straßburg

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Diskussionen zum Artikel

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von Sven Fischer

Polnischer Agrar-Kandidat / rumänische Kommissarin!

Polnischer Agrar-Kandidat ... da leistet der rumänische Agrarminister Dacian Ciolos den Kollegen in Polen ja ordentliche "Schützenhilfe". Für die rumänischen Politiker ("Agrar-Politiker") steht selber sehr viel auf dem Spiel, hier sollte man (Frau) sich mal die rumänische Kandidatin für die EU-Kommission anschauen (ein "Schelm" der böses denkt)!! Weiterhin wurde in ganz Ost-Europa ordentlich die Werbetrommel gerührt um eine Frau von der Leyen (die es ja mit einer ordentlich, konsequenten Rechtsstaatlichkeit nicht immer so genau nimmt....) zur Kommissionspräsidentin zu krönen. Bei einem anderen EU-Kommissionspräsidenten (Frans Timmermanns) wären gewisse osteuropäische Länder Gefahr gelaufen EU-Gelder gesperrt zu bekommen (wenn sie die europäische Rechtsstaatlichkeit unterlaufen hätten), nun scheint die Gefahr mit Frau von der Leyen gebannt!!! Willkommen in Europa, oder anders gesagt Brüssel ist weit weg und hier machen wir, ab jetzt wieder, was wir wollen!!!!

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