Kabinettsbeschluss

Wolf: „Ernst der Lage nicht erkannt“

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch beschlossen, den Abschuss von Wölfen zu erleichtern. Der Entwurf von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) sei zwar ein erster Schritt, greife aber Sorgen, Ängste und Forderungen der Bevölkerung des ländlichen Raums nicht ausreichend auf, sagt das Aktionsbündnis Forum Natur.

Die Initiative „Wolf bleibt Wolf – Verantwortung für Mensch, Tier und Natur“ des Aktionsbündnis Forum Natur (AFN) weist den Beschluss des Bundeskabinetts vom vergangenen Mittwoch zur Anpassung des Bundesnaturschutzgesetzes als unzureichend zurück. Entgegen der eigenen Darstellung von Bundesumweltministerin Svenja Schulze werden die berechtigten Sorgen der Weidetierhalter und der Bevölkerung des ländlichen Raums anscheinend nicht ernst genommen. Es ist nun am Bundestag die dringend notwendigen Anpassungen des Gesetzes im Sinne der Bevölkerung des ländlichen Raums vorzunehmen.

Keine Neuregelung zum Wolfsmanagement

„Das Bundesumweltministerium sowie das Kabinett haben den Ernst der Lage und die Notwendigkeit eines aktiven Wolfmanagements anscheinend immer noch nicht erkannt“, sagt Max Freiherr von Elverfeldt, Vorsitzender des Aktionsbündnisses Forum Natur (AFN). Der jetzige Referentenentwurf aus dem Bundesumweltministerium stellt keine Neuregelung zum Wolfsmanagement dar, sondern untermauert den derzeitigen Umgang mit sogenannten Problemwölfen durch eine Erweiterung des vorhandenen Gesetzestextes. Der Begriff oder Ansatz eines aktiven Wolfsmanagements findet sich in dem Vorschlag des Ministeriums nicht wieder.

Aufnahme in das Jagdrecht

Die Initiative „Wolf bleibt Wolf – Verantwortung für Mensch, Tier und Natur“ des AFN fordere nicht nur anlassbezogene Entnahmen, sondern ein aktives Wolfmanagement, die Bestimmung eines Akzeptanzbestands sowie u.a. die Aufnahme in das Jagdrecht. Da sich nur so dauerhaft das Zusammenleben und die Akzeptanz für den Wolf in der Kulturlandschaft sicherstellen lasse.

Das AFN habe bereits im Januar den zuständigen Bundesministerien einen umfassenden Handlungsvorschlag „Wildtiermanagement Wolf“ vorgestellt, der bis heute unbeantwortet ist. Stattdessen bekräftige Bundesumweltministerin Schulze ihre Haltung den Wolf als streng geschützte Art behandeln zu wollen und stellt im geplanten Gesetzesentwurf das Füttern von Wölfen unter Strafe. „Wir brauchen ein Umdenken und Sinn für die Realität, wenn das Bekenntnis zum ländlichen Raum und den dort lebenden Menschen sowie der Weidetierhaltung nicht nur eine inhaltlose Worthülse sein soll“, sagt Max Freiherr von Elverfeldt, von der Initiative „Wolf bleibt Wolf“.


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Artikel geschrieben von

Christina Lenfers

Redakteurin top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Erwin Schmidbauer

Stärke der Organsationen

Der Wolf macht nur 1 % der Bevölkerung Probleme, die anderen fühlen sich davon kaum betroffen. Einfacher lässt sich Politik nicht machen, solche Probleme kleiner Gruppen werden von der Politik eben gerne ignoriert. Das das Thema überhaupt auf der Agenda der Politik gelandet ist, zeigt etwas unerwartet, dass die landwirtschaftlichen Organisationen doch noch starken Einfluss in der Politik haben.

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