China mischt den Fleischmarkt auf Plus

Der globale Fleischmarkt ist im Umbruch. Weniger Erzeugung trifft auf mehr Handel. Exporteure dürften profitieren. Und was ist mit den Tierhaltern?

Das hat es lange nicht gegeben. Die weltweite Fleischerzeugung wird 2019 um fast 4% im Vergleich zum Vorjahr schrumpfen. Davon geht das US-Agrarministerium (USDA) in seiner neuesten Prognose aus. Auch 2020 wird der Fleischmarkt nicht auf den Wachstumspfad zurückkehren.

Die Produktion schrumpft, weil die chinesische Schweinebranche wegen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) derzeit zusammenbricht. Nach Jahrzehnten des Wachstums stürzt die globale Schweinefleischerzeugung bis 2020 um 16 % regelrecht ab (s. Übersicht 1). Chinas Schweinebranche steht vor einem Scherbenhaufen. Wurden 2018 noch 54 Mio. t produziert, dürfte die Menge bis 2020 auf  knapp 35 Mio. t schrumpfen. Kein Wunder also, dass die Schweinepreise durch die Decke gehen: Noch im März 2019 notierte China Erzeugerpreise von umgerechnet 2,35 €/kg SG. Heute kratzen die Preise an der 5 €/kg Marke.

China sucht Schweinefleisch

Das hat Folgen für den Weltmarkt. So rechnen die USDA-Experten damit, dass Chinas Importbedarf rasant steigt und die weltweit gehandelten Fleischmengen bis 2020 um ein Fünftel nach oben treibt. Allein China und Hongkong sollen künftig zusammen 7 bis 8 Mio. t Fleisch importieren. Zum Vergleich: der gesamte Fleischkonsum Deutschlands beträgt ca. 7 Mio. t. In der ganzen Welt sind chinesische Fleischeinkäufer derzeit unterwegs und suchen vor allem Schweinefleisch (siehe Übersicht 2).

Profitieren kann vor allem die EU, die mit 24,5 Mio. t zweitgrößter Produzent für Schweinefleisch ist. Bei leicht rückläufigen Eigenverbrauch gehen rund 4 Mio. t in den Export – davon die Hälfte nach China. Die Preise dürften deshalb in den kommenden beiden Jahren überdurchschnittlich bleiben. Interessant ist, dass in der EU trotz der freundlichen Aussichten kaum investiert wird und die Erzeugung insgesamt stagniert. Es gibt allerdings Verschiebungen zwischen den Ländern. Wachsen sollen eigentlich nur die Spanier. In fast allen übrigen EU-Staaten schrumpft der Markt – am stärksten in den osteuropäischen Ländern Polen, Rumänien und...


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