Milchmarkt: Vorerst stabil – aber was kommt dann? Premium

Die Milchmenge ist international nicht so stark gestiegen wie befürchtet. Das stützt die Preise. Damit das so bleibt, muss allerdings der Exportmotor weiterhin auf Hochtouren laufen.

Keine Frage: Milcherzeuger hätten gern höhere Erlöse. Denn das aktuelle Niveau deckt zumeist gerade so die Produktionskosten – und diese steigen. Die Milchpreise behaupten sich allerdings besser als erwartet. Dies ist auch der stetigen internationalen Nachfrage geschuldet, vor allem aber der Tatsache, dass sich das Angebot in relativ überschaubaren Grenzen hält. Was bringt die Zukunft?

Nach einer Analyse der Rabobank könnten bereits Anfang 2020 Schwächen drohen. Dann seien wachsende Exportüberschüsse zu erwarten, heißt es. Ob es so kommt, muss sich aber erst zeigen. Und vorerst droht dem Markt vom Angebot her keine Gefahr.

Milchmenge steigt kaum

Das bestätigt auch der jüngste Bericht des US-Agrarministeriums (USDA) zum internationalen Milchmarkt. Demnach steigt die Erzeugung der fünf führenden Exporteure in diesem Jahr gegenüber dem Vorjahr nur um etwa 0,4% bzw. 1,3 Mio. t (siehe Übersicht rechts.). In der vorherigen Prognose war das USDA noch von +3,8 Mio. t ausgegangen.

Als Grund für die Korrektur verweist das USDA auf verbreitete Probleme mit der Grundfutterversorgung. Ausgelöst durch Trockenheit und hohe Temperaturen. Es gibt jedoch Unterschiede:

  • Argentinien hat in den ersten Monaten des Jahres wegen Futterengpässen deutlich weniger Milch erzeugt als erwartet. Außerdem investieren die Gauchos wegen der galoppierenden Inflation und sehr hoher Zinsen relativ wenig in die Milcherzeugung. Das USDA hat seine vorherige Mengenschätzung deshalb um 5% auf das Niveau von 2018 gesenkt. Seit Mai haben sich aber die Vegetationsbedingungen sowie die Grundfutterversorgung verbessert. Zudem sind die Milchpreise um 60% gestiegen. Das regt die Erzeugung an.
  • Besonders drastisch waren die Dürrefolgen in Australien. Um Futter zu sparen wurden in Down Under laut USDA etwa 3% der Kühe geschlachtet. Die Milchmenge lag bis...

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Artikel geschrieben von

Jörg Mennerich

Redakteur Markt

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