Beim Pflanzenschutz im Kartoffelanbau Resistenzmanagement im Blick behalten

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Bild: top agrar

Die phytosanitäre Situation im Kartoffelanbau dürfte wegen zunehmender Resistenzen, aber auch wegen der schleppenden deutschen Zulassungspraxis in den nächsten Jahren nicht einfacher werden. Wie die Leiterin des Pflanzenschutzamtes der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Dr. Carolin von Kröcher, in Berlin auf der Mitgliederversammlung der Union der Deutschen Kartoffelwirtschaft (UNIKA) feststellte, müssen sich die Praktiker mit zunehmenden Resistenzen gegen wichtige Mittel zur Bekämpfung von Kartoffelkrankheiten und Schaderregern auseinandersetzen.

Dem stehe ein eher kleiner werdendes Wirkstoffspektrum gegenüber, da bei etlichen Mitteln die Zulassung auslaufe und der behördliche Zulassungsstau in Deutschland verhindere, dass neue Mittel rechtzeitig auf den Markt kämen. Auch aus diesem Grund seien in den vergangenen Jahren beispielsweise Notfallzulassungen gegen Drahtwurmbefall nötig gewesen, erläuterte von Kröcher.

Da sie hinsichtlich der deutschen Zulassungspraxis so bald keine Verbesserungen erwartet, werden nach ihrer Einschätzung Resistenzvermeidung und die strikte Befolgung der Regeln des integrierten Pflanzenschutzes immer wichtiger. Hier nimmt die Pflanzenschutzexpertin auch die Landwirte in die Pflicht. Manche der heutigen Probleme wären bei Beachtung der ackerbaulichen Grundsätze vermeidbar gewesen oder zumindest nicht in ihrer jetzigen Ausprägung aufgetreten, so Kröcher. Fragen der Fruchtfolge, der Sortenwahl und nachhaltige Bekämpfungskonzepte müssen nach ihrer Überzeugung künftig wieder stärker in den Fokus rücken.

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