Bundesumweltministerium fördert Mischkultur von Erbsen und Leindotter

Erbsen Erbsen
Bild: Archiv

Die Mischkultur von Erbsen und Leindotter zu entwickeln und zugleich die dafür notwendige Wertschöpfungskette auszubauen, das ist das Ziel eines Projekts des Baufarbenherstellers DAW SE. Wie das Bundesumweltministerium als Förderer des Projekts mitteilte, sollen die beiden Pflanzen gemeinsam ausgesät werden, Insekten eine wertvolle Nektarquelle bieten und dem Landwirt Zusatzerträge ermöglichen. Über die aufzubauende Wertschöpfungskette werde die Abnahme des Ernteguts und die Verarbeitung des Leindotters organisiert, an deren Ende Lasuren, Holzöle und Lacke auf Basis des Öls aus der Pflanze stehen sollten.

Die frühere Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks hatte zum Start noch erklärt, Veränderungen seien auf großer Fläche notwendig, um den Artenrückgang in der Agrarlandschaft aufzuhalten. Teil dieser Veränderungen sei der Mischfruchtanbau, denn Monokulturen böten den Insekten zu wenig Futter. Durch die Kombination mit Leindotter könnten die Felder wieder zu einem Anziehungspunkt für Insekten werden, so die SPD-Politikerin letzte Woche.

Die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Prof. Beate Jessel, verwies ebenfalls auf die Vorteile der Mischkultur. Es handle sich um eine naturschonende Anbauweise, die auch die biologische Vielfalt in der Landwirtschaft stärke. Zudem könne das im Rahmen des Projekts gewonnene Leindotteröl weniger nachhaltige Rohstoffe in der Farbindustrie langfristig ersetzen, wenn die landwirtschaftlichen Betriebe und die produzierenden Unternehmen damit Gewinne erzielten.

Mit einer Entscheidung für nachhaltige Produkte können die Verbraucher der BfN-Präsidentin zufolge überdies auf die Anbaumethode Einfluss nehmen und die Biodiversität auf dem Acker fördern.

Das Bundesumweltministerium unterstützt das vom BfN fachlich betreute Projekt bis 2022 mit 705 000 Euro im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt. Ausgehend von 80 ha Mischfruchtanbau im ersten Jahr soll die Fläche jährlich gesteigert werden und bis 2022 mindestens 40 Betriebe und 1 000 ha umfassen. Neben dem Farbenproduzenten DAW ist auch der Bindemittelhersteller Worlée-Chemie GmbH mit an Bord.

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Leserkommentare Kommentieren

  1. von Paul Siewecke · 1.

    Das machen Bio-Landwirte so oft sie können: Gemenge-Anbau. Das Problem ist aber meistens, das viele das Erntegut nicht selbst trennen können (fehlende Technik bzw. Zeit) und es keine Abnehmer mür Gemenge gibt...

    Das meinen unsere Leser:
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