Hauk will Alternativen zum herkömmlichen Pflanzenschutz stärken

Peter Hauk Peter Hauk
Bild: peter-hauk-mdl.de

Mit einem „Drei-Punkte-Plan“ will Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln senken. Dabei setzt Hauk nach Angaben des Stuttgarter Agrarressorts nicht zuletzt auf die verstärkte Nutzung biologischer und mechanischer Verfahren zur Schädlings- und Unkrautbekämpfung.

Zudem sollen weiterentwickelte Prognosemodelle zu einer effizienteren Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten führen. Ziel sei ein Pflanzenschutzmitteleinsatz, der mit geringeren Mengen und zielgerichteter erfolge, erklärte Hauk gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Laut dem baden-württembergischen Landwirtschaftsministerium sieht der Plan vor, den Einsatz von Nützlingen im Obst- und Gemüseanbau zu intensivieren. Darüber hinaus wird vorgeschlagen, Nützlinge auch in der Lagerhaltung einzusetzen und so den Bedarf für chemische Mittel im Getreidelager oder im privaten Haushalt zu senken.

In der mechanischen Unkrautbekämpfung birgt die Digitalisierung nach Auffassung von Hauk großes Potential für einen umweltschonenden Pflanzenschutz. Der CDU-Politiker spricht sich deshalb dafür aus, die Unkrautregulierung in Reihenkulturen durch kameragestützte Hackgeräte in Kombination mit Bandspritzgeräten oder elektrophysikalischen Verfahren auf ihre Praxistauglichkeit zu prüfen. Neue Prognosemodelle sollten daneben im Obst- und Weinbau, aber auch auf dem Acker für eine optimale Spritzmittelanwendung sorgen.

Richtiger Ansatz

Der Landesbauernverband in Baden-Württemberg (LBV) betonte, dass die Landwirte grundsätzlich an der Verringerung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes interessiert seien und lobte den von Hauk vorgelegten Plan als „richtig und wichtig“. Im Kern gehe es darum, die unabhängige Forschung in den drei genannten Bereichen voranzutreiben und auch für kleine und mittlere Betriebe praxisreife Verfahren zu entwickeln.

Dazu gelte es, die Anschaffung solcher Techniken gezielt zu fördern und die Agrarinvestitionsförderung des Landes mit ausreichenden finanziellen Mitteln auszustatten. Nach Ansicht des Verbands wäre es zielführend, wenn Politik und Landwirtschaft gemeinsame die von Hauk angekündigte Strategie diskutieren und angehen würden. Er bot daher gemeinsame Gespräche zur Ausgestaltung der Details an.

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