Die Fracking-Lüge: Wirtschaftsboom bleibt aus

Die Amerikaner sind sich ihrer Sache sicher: Mit der unkonventionellen Gas- und Ölförderung aus Schieferstein (Fracking) im eigenen Land werde man spätestens in ein paar Jahren nicht mehr so stark auf Importe aus Drittstaaten angewiesen sein wie bislang. Davon profitiere vor allem die Wirtschaft. 

In der Tat deutet derzeit einiges darauf hin, dass die USA vom so genannten Fracking profitieren: Die Erdgaspreise sind bereits massiv gefallen. Der erhoffte wirtschaftliche Aufschwung könnte dagegen dennoch ausbleiben.

Methode zu teuer

Mit dem Fracken erschließen die Fördergesellschaften zwar bislang ungenutzte und schwer zugängliche Gas- und Ölfelder, was sich in sinkenden Preisen niederschlägt. Allerdings ist Fracken teuer und zahlt sich bei niedrigen Energiepreisen nicht aus.

Die USA stecken somit in einem Dilemma. Darauf weist das Internetportal finanzen100 hin. Dort heißt wörtlich: Nachdem die Energiekonzerne in den letzten Jahren fast überall neue Fracking-Förderanlagen hochzogen haben, gab es plötzlich ein erhebliches Überangebot auf dem Gasmarkt, und die Preise rutschten in den Keller. Wenig beachtet werde dabei aber, dass die Förderung für die Gasproduzenten unter diesen Bedingungen ein schlechtes Geschäft sei. In fast allen US-Abbaugebieten lägen die durchschnittlichen Förderkosten zwischen 7 und 10 Dollar pro Tausend Kubikfuß. Das sei teilweise doppelt so viel wie Gas derzeit koste.

Nicht effektiv genug

Verschärfend komme hinzu: Die Branche habe sich bei der Produktivität der einzelnen Bohrstationen erheblich verschätzt. Die meisten der kleinteiligen Fracking-Anlagen liefen nach der Errichtung nur wenige Monate auf Volllast. Die ersten Konzerne steigen bereits aus dem Geschäft wieder aus oder müssen Verluste von mehreren Milliarden US-Dollar abschreiben. Darunter die BG Group und Shell.

Ohnehin ist das Fracken umstritten, weil die Unternehmen unter Druck Chemikalien in den Boden pressen, was vor allem das Grundwasser und den Boden gefährdet. Mehr dazu lesen Sie in der top agrar-Ausgabe 10/2013. (ro)
 

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