EEG-Umlage sinkt auf 6,79 ct

Biogasanlage Das EEG hat dafür gesorgt, dass der Anteil der erneuerbaren Energien auf fast 37 % gestiegen ist.
Bild: Neumann

Die EEG-Umlage für das Jahr 2018 liegt nach Berechnungen der Übertragungsnetzbetreiber bei 6,79 Cent pro Kilowattstunde. Damit sinkt sie das zweite Mal nach dem Jahr 2015. Die leichte Absenkung der EEG-Umlage ist vor allem auf die leicht angestiegenen Börsenstrompreise sowie auf den höheren EEG-Kontostand in den vergangenen Monaten zurückzuführen. Die Umlage zur Förderung der Erneuerbaren Energien geht damit erst zum zweiten Mal seit der Einführung im Jahr 1998 zurück. Der Rückgang ist allerdings so gering, dass sich Haushaltskunden kaum Hoffnungen auf fallende Strompreise machen können, analysiert die Bundesregierung.        

Die EEG-Umlage wird als Differenz zwischen dem Preis, den Erzeuger für ihren Strom bekommen, und den garantierten Abnahmepreisen für Ökostrom berechnet. Je niedriger der Börsenpreis, den Energiekonzerne zahlen müssen, desto höher die Umlage.
Die Umlage wird jährlich Mitte Oktober für das folgende Kalenderjahr von den Übertragungsnetzbetreibern auf Basis von gutachterlichen Prognosen bekannt gegeben. Die Bundesnetzagentur überwacht die ordnungsgemäße Ermittlung. Für 2017 lag die Umlage bei 6,88 Cent/kWh.

Für das Jahr 2018 rechnen die Übertragungsnetzbetreiber mit einem weiteren Zubau von Erneuerbaren-Anlagen in Höhe von 8.000 Megawatt. Dadurch steigt die erwartete Erzeugungsmenge aus erneuerbaren Energien auf 204 Terawattstunden. Der fortlaufende Zubau der erneuerbaren Stromerzeugung in 2018, insbesondere im Bereich der Offshore- und Onshore-Windanlagen, führt laut Bundeswirtschaftsministerium zu höheren Kosten. Dieser umlagesteigernde Effekt werde jedoch durch den prognostizierten Anstieg der Strombörsenpreise sowie die positive Entwicklung des EEG-Kontos ausgeglichen. Im Ergebnis ergibt sich ein leichter Rückgang der EEG-Umlage.

Die Umstellung des Erneuerbare-Energien-Gesetz auf eine durch Ausschreibung festgelegte Vergütung hat auf die Umlage 2018 bislang kaum Einfluss, teilt die Bundesnetzagentur mit. Die im Jahr 2017 erzielten Ausschreibungsergebnisse, die zu einem deutlichen Rückgang der Vergütung für Wind- und Solaranlagen geführt haben, sowie die durch die Einführung des Netzausbaugebiets geltenden Zubaubeschränkungen für Onshore-Windanlagen in den nördlichen Bundesländern Windenergie würden erst ab 2019 in größerem Maße wirksam.

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries führt die Absenkung auf die Reformen zurück, mit denen die Bundesregierung für stabile Strompreise gesorgt habe. Heute zahle ein Durchschnittshaushalt für Strom in etwa das gleiche wie 2014, obwohl der Anteil der erneuerbaren Energien in dieser Zeit von 25 % auf 35 % gestiegen sei. Der durchschnittliche Strompreis für einen Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch lag am Beginn der Legislaturperiode (2014) bei 29,14 Cent/kWh. 2017 liegt der durchschnittliche Preis bei 29,23 Cent/kWh. Diese minimale Steigerung (um 0,09 Cent/kWh) liegt deutlich unter der allgemeinen Inflation.

Vorschläge für die Reform des Umlagesystems

Aus Sicht des Bundesverbandes Neue Energiewirtschaft (BNE) besteht weiter Reformbedarf am Umlagesystem. „Strom ist im Vergleich zu fossilen Energieträgern überproportional mit Abgaben und Umlagen belastet. Die Ausweitung der Energiewende auf die Sektoren Wärme und Verkehr wird damit erschwert“, sagt Busch. 
 
Der BNE schlägt vor, die EEG-Umlage anteilig auf den Energieverbrauch für Wärme und Verkehr zu erheben.  Eine dazu im Jahr 2016 vom BNE beauftragte Studie des Instituts für Ökologische Wirtschaftsforschung  zeigt, dass die Umlagebelastung auf dem Strompreis mit diesem Ansatz deutlich sinken könnte. „Wenn wir die Basis der EEG-Umlage verbreitern, könnten wir einen deutlichen Impuls für die Sektorkopplung und damit für das Gelingen der Energiewende geben“, so BNE-Geschäftsführer Robert Busch.

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Leserkommentare Kommentieren

  1. von Erwin Schmidbauer · 1.
    Mineralölsteuer

    Wenn man sieht, wie hoch die Mineralölsteuer für Treibstoffe ist, dann ist die EEG-Umlage nicht zu hoch. Bei Heizöl oder Erdgas sieht es anders aus. Hier sollte langsam über eine Steuererhöhung nachgedacht werden, um die erneuerbaren Energien oder Fernwäre etc. zu fördern

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