EU will Biosprit-Produktion drastisch einschränken

Die EU will ab dem Jahr 2020 nur noch Biokraftstoffe fördern, die nicht aus Getreide, Raps, Mais oder anderen Rohstoffen der Nahrungsmittel-Produktion hergestellt wurden. Der Anteil der Ökokraftstoffe am gesamten Verbrauch im Verkehrssektor soll außerdem innerhalb der nächsten acht Jahre auf 5 % begrenzt werden. Davon betroffen sind allerdings nur die Benzinalternativen der ersten Generation wie Biodiesel, Pflanzenöl oder Bioethanol.

Das zumindest meldete "Focus Online" und beruft sich dabei auf einen  Gesetzesentwurf, den die EU-Kommission in der kommende Woche vorstellen werde. Bislang gilt noch eine EU-Vorgabe, die eine Biokraftstoff-Quote bis zum Jahr 2020 von 10 % vorsieht. Um dieses Ziel nicht zu verfehlen, schlägt die Kommission vor, im Gegenzug die Spritproduktion aus Abfall und Algen zu vervierfach.

Grund für den radikalen Kurswechsel der EU sind offensichtlich mehrere Studien, wonach die Biokraftstoffproduktion aus Nahrungsmitteln nicht so klimaschonend ist, wie bislang angenommen. Auch in Deutschland wurde zuletzt die Kritik an der Ökospritproduktion immer deutlicher.

"EU-Vorschlag ist Schlag gegen deutsche Energiewende"

Die Deutsche Biokraftstoffindustrie reagierte mit Entsetzen auf den Vorschlag. „Der heute bekanntgewordene Vorschlag der Europäischen Kommission zur Gesetzgebung für Biokraftstoffe wäre ein herber Rückschlag für die deutsche Energiewende im Verkehrsbereich“, sagte Elmar Baumann, Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB). Er forderte die Bundesregierung auf, gegen die von der Kommission vorgesehenen Änderungen aktiv zu werden. „Die Kommission verfolgt eine widersprüchliche und sachlich verfehlte Industriepolitik, denn durch ihre Gesetzgebung würden nun Produktionsanlagen stillgelegt, die nur gebaut wurden, um die Ziele der Europäischen Union für mehr Erneuerbare Energien im Verkehrsbereich zu erreichen“, sagte Baumann.
 
In Deutschland ist die Mineralölindustrie verpflichtet, einen Anteil von 6,25 Prozent des von ihr verkauften Kraftstoffs als Biokraftstoff abzusetzen. In der Praxis ist diese Quote flexibel, denn wenn ein Konzern im Vorjahr mehr Biodiesel oder Ethanol verkaufte, kann er sich diese Menge im Folgejahr anrechnen lassen. Deshalb wurden im Jahr 2011 lediglich 5,7 Prozent Biokraftstoffe abgesetzt, die Quote aber gleichwohl erfüllt. Davon entfielen etwa 1,2 Millionen Tonnen auf Bioethanol und 2,43 Millionen Tonnen auf Biodiesel.  (-ro-)

Lesen Sie mehr

2 Leserkommentare Kommentieren

  1. von karlheinzgruber · 1.
    geschlossener Kreislauf

    früher war das Gras von der weide der sprit für die Pferde und heute wärs halt mal der Biosprit vom felde. aber die lobby der ölmultis und der foodorgansationenund der liebe BUND, die anscheinend sehr viele spenden von denen bekommen, das sie biosprit bekämpfen hat hier mal wieder gesiegt. frage: wo ist denn unser verband, wohl auch auf der falschen seite, und dann gibt es hier in top agrar eine umfrage wer aufklären soll!! der kleine bauer den großen politiker ??!! hoffe nur das niebel und alle anderen politikerkonsorten, die bei der nächsten wahl abgewählt werden, schon ihre posten unterschrieben haben um nicht gleich auf der straße zu landen. schaden haben sie genug angerichtet, daß gehört mit guten posten belohnt !!!!

    Das meinen unsere Leser:
  2. von landfuerst · 2.
    Investitionen auf Sand gebaut

    wer kann schon wissen ob EEG morgen noch politisch hipp ist???? Politikrisikooooooo!!!!!

    Das meinen unsere Leser:
Ihre Meinung

Zum Schreiben eines Kommentars loggen Sie sich bitte ein!

Sie sind neu hier?

Als Abonnent kostenlos registrieren