Union und SPD wollen Neubau von Biogasanlagen beschränken

Es gibt zuviel Mais, meint die Bundesregierung Es gibt zuviel Mais, meint die Bundesregierung
Union und SPD wollen einer weiteren Steigerung des Biomasseanbaus zur Energieerzeugung Einhalt gebieten. Bei der anstehenden Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) will man den Zubau der Energieerzeugung aus Biomasse auf Abfall und Reststoffe begrenzen.

In der Zielrichtung ist sich die Arbeitsgruppe „Energie“ einig, auch wenn die CSU noch für eine abgeschwächte Formulierung streitet und künftig lediglich „überwiegend“ auf Rest- und Abfallstoffe zurückgreifen will. Die Unterhändler der Arbeitsgruppe „Energie“ sind überzeugt, auf diese Weise einen Beitrag zum Schutz der Natur zu leisten, einer „Vermaisung der Landschaft“ entgegenzuwirken und Nutzungskonkurrenzen zu entschärfen. Bestehende Anlagen sollen den Fachleuten zufolge möglichst bedarfsorientiert gefahren werden, um Vorteile für die Systemstabilität zu nutzen.

Insbesondere auf windstarken Standorten will man die Fördersätze für Windkraftanlagen senken und auf diese Weise Überförderungen abbauen. Gleichzeitig wollen Union und SPD durch eine Weiterentwicklung des Referenzertragsmodells dafür sorgen, dass bundesweit die guten Standorte auch in Zukunft wirtschaftlich genutzt werden können. Neu eingeführt werden soll eine Länderöffnungsklausel im Baugesetzbuch. Die soll es den Ländern ermöglichen, Mindestabstände von Windrädern zur Wohnbebauung festzulegen. Bei der Photovoltaik will man an der derzeit geltendenRegelung mit dem „atmenden Deckel“ und der Obergrenze festhalten.

Grundsätzlich garantieren Union und SPD bei der EEG-Neufassung Altanlagen Bestandschutz. Für alle Technologien will man eine kontinuierliche Degression verankern. Bonusregelungen sollen überprüft und weitgehend gestrichen werden. AgE

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4 Leserkommentare Kommentieren

  1. von meister1 · 1.
    Bestandschutz ist von enormer Wichtigkeit!

    Nehmen wir mal an, der Bestandschutz würde gekippt, die Grundvergütungen für Biogas, Photovoltaik und Windkraft sowie alle Boni halbiert. Zunächst spart der Bund Geld. Dann gehen reihenweise Erzeuger pleite, die regenerative Stromproduktion bricht ein und darum rücken die gesteckten Klimaziele in weite Ferne. Um die Energiewende wieder voranzubringen muss die Regierung neue Programme auflegen, damit wieder investiert wird. Betreiber, Investoren und Banken werden aber das Risiko einer erneuten Kürzung jetzt nur noch eingehen, wenn die Renditen phänomenal hoch sind. Darum müssten neue Vergütungen um ein vielfaches höher sein als heute, was auch bedeutet das die Kosten für Bund, Steuerzahler und Verbraucher eben um ein vielfaches steigen. Außerdem sichert der Bestandschutz auch viele entstandene Arbeitsplätze. Mein Fazit: Auch wenn´s wehtut, Bestandsschutz muss sein, ohne wenn und aber.

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  2. von jobelego · 2.
    Milchquoten

    sind Abschreibeposten wie auch Biogasanlagen., Für Biogasanlagen hat der vernünftige Investor für die Abschreibedauer von 20 Jahren kalkuliert. Genauso wie jeder vernünftige Quotenkäufer eine Abschreibung bis 2015 kalkuliert hat. So wie es die EU und die Finanzbehörden empfohlen und gehandhabt haben. Wer sich von falschen Propheten beeinflussen lies, darf jetzt nicht darüber klagen.

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  3. von klaus1618 · 3.
    Mögliches neues Nutzungskonzept f. Grünland + Brachflächen

    Einen Neubau von Biogasanlagen in der aktuell angedachten Konzeption mit Begrenzung auf Abfall u. Reststoffe sollte man dringlichst um die Wertschöpfung des Aufwuchses von Grünland- und Brachflächen erweitern. Damit tun sich für die aktuell absoluten Perspektiven und Produktionsrichtungen von eben solchen Regionen, die derzeit ausschließlich auf die Milchproduktion fokussiert sind, ganz neue betriebswirtschaftliche Perspektiven auf. So manches aktuell in der Diskussion stehende agrarpolitische Marktsteuerungselement könnte sich damit erledigen, weil die für die bäuerlichen Milchviehbetriebe nur Kosten verursachenden Produktionsüberkapazitäten bereits im Vorfeld eingedämmt werden könnten. Für die bäuerlichen Familienbetriebe hätte dies den ferner äußerst positiven Synergieeffekt einer Reduzierung der innerfamiliären Arbeitszeitkonten.

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  4. von chrisitho · 4.
    bestandschutz

    Wofür ? Alle anderen Betriebe haben den auch nicht. Siehe milchqouten,bezahlen bis zuletzt und dann abschaffen.

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