DBV schickt UBA Antwort in der Trinkwasserdebatte

DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken hält der UBA-Studie vor, dass sie das neue Düngerecht ignoriert.
Bild: IGW

Der Deutsche Bauernverband (DBV) und das Umweltbundesamt (UBA) verkehren nun in offenen Briefen miteinander. DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken antwortet UBA-Präsidentin Maria Krautzberger. Aus seiner Sicht argumentiert das UBA in der Trinkwasserdebatte „spekulativ““ und setzt „wenig realistische worst-case-Bedingungen“ an.

Der Schlagabtausch zwischen dem DBV und dem UBA hinsichtlich der UBA-Studie zu den Trinkwasserkosten geht mit einem offenen Brief von Krüsken an Krautzberger weiter. Darin schreibt Krüsken: „Für Ihre Forderung nach einer sachlichen Diskussion bin ich Ihnen außerordentlich dankbar. In der Tat braucht die öffentliche Debatte um Düngung, Nitrat und Tierhaltung nichts mehr als das; die zurückliegenden Tage haben das wieder einmal deutlich gezeigt.“ Die vom UBA in seinem am Donnerstag veröffentlichten offenen Brief erhobene Darstellung, der DBV habe sich im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung im Vorfeld nicht zu der besagten Studie geäußert, weist Krüsken zurück. Der DBV habe „sehr wohl seine Kritik am methodischen Ansatz der Studie im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung schriftlich und detailliert vorgetragen“, so Krüsken.

Leider seien die Anregungen und Bedenken des DBV in der Studie dann nicht berücksichtigt worden, heißt es weiter. „Aus unserer Sicht ist die Studie in mehrfacher Hinsicht kritisch zu bewerten, da spekulativ argumentiert, wenig realistische worst-case-Bedingungen angesetzt und wesentliche Einflussfaktoren ignoriert wurden“, schließt Krüsken an.

In der Folge legt der DBV in dem offenen Brief Punkt für Punkt seine Kritik noch einmal dar. Dabei lastet der DBV dem UBA vor allem an, dass es in seiner Studie das neue Düngerecht inklusive der Stoffstrombilanzverordnung nicht ausreichend berücksichtigt habe. Außerdem spricht der DBV von „methodischen Mängeln“ in der Studie. Aus Sicht von Krüsken hat die Studie damit „die ohnehin schon aufgeheizte Diskussion über das Thema Düngung und Wasserqualität weiter zugespitzt“.

Krüsken ruft das UBA dazu auf, daran mit zu arbeiten, dass das neue Düngerecht in der Praxis umgesetzt werden könne. „Im Interesse des gemeinsamen Ziels einer Verbesserung der Wasserqualität schlage ich deshalb vor, uns kurzfristig darüber zu verständigen, wie wir die Umsetzung des neuen Düngerechtes gemeinsam begleiten können“, schreibt er abschließend.

Lesen Sie hier den offenen Brief von Krüsken im Original.

Folgenden Brief hat UBA-Präsidentin Krautzberger an Krüsken voraus geschickt.

In dem Streit geht es um die UBA-Studie „Quantifizierung der landwirtschaftlich verursachten Kosten zur Sicherung der Trinkwasserbereitstellung“.

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5 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Wilhelm Grimm · 1.
    Die Antwort ist gut .Andreas Demann, aber

    wir müssen auf Augenhöhe diskutieren (streiten), d.h. wir müssen am gleichen Tag mit der gleichen Ausführlichkeit in der selben Sendung antworten können. So lange ist Deutschlands Presse ganz einfach Lügenpresse. Die "Öffentlich Rechtlichen" machen aber natürlich lieber Wahlkampf für ihre Gesinnungstäter.

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  2. von Andreas Demann · 2.

    Offene Briefe sind meiner Meinung der schlechteste Weg. Sie dienen der eigenen Rechtfertigung. Nicht mehr und nicht weniger. Eine sachliche Erörterung vor Veröffentlichung in den Medien wäre um ein vielfaches für alle Beteiligten besser gewesen.

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  3. von Armin Brader · 3.

    Warum Wasserqualität verbessern? 85 % der Brunnen sind unter 50 mg Nitrat, der Rest hat geologische oder von Behörden geduldetet Verschmutzungen als Ursache. Und es gehört mal ganz klar gesagt das Ammoniak nicht nur von der Landwirtschaft kommt, siehe "Uni Bonn - Gefahr aus dem Kat" Benzinautos! produzieren genauso viel Ammoniak wie in der Landwirtschaft gedüngt wird

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  4. von Albert Maier · 4.
    Endlich einmal ...

    ... eine gute Reaktion des DBV.

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  5. von Wolfgang Rühmkorf · 5.

    Die Krautzberger betreibt unzulässiger Weise und parteilich Wahlkampf. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Verfasser des Gutachtens ein derartige Interpretation gutheißen!

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