BLHV fordert freien Zugang zu Pachtflächen

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Bild: top agrar

Immer mehr Kommunen legen den Pächtern ihrer Flächen ein Verbot für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf. Jüngster Fall waren die Diskussionen in Freiburg.

„Mit diesen Vorstößen wird ein diskriminierungsfreier Zugang zu landwirtschaftlichen Flächen verhindert und konventionell und biologisch wirtschaftende Betriebe werden gegeneinander aufgebracht“, ärgert sich Werner Räpple, Präsident des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes (BLHV). Es gebe keinen ersichtlichen Grund, den Pflanzenschutzmitteleinsatz über Pachtverträge zu regeln: „Die Zulassung und die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln werden umfassend von Gesetzen geregelt, welche wiederum in der Praxis umgesetzt und von der Verwal-tung kontrolliert werden.“ Der gute fachliche Pflanzenschutz sichere die Ernte und das sei die Grundlage für unsere Lebensmittelversorgung, erinnerte Räpple weiterhin.

Zudem sei die Existenz zahlreicher landwirtschaftlicher Betriebe abhängig von einem diskriminierungsfreien Zugang zu den Flächen, und insbesondere die Landwirte im Freiburger Umland hätten mit schwindenden Agrarflächen zu kämpfen, so Räpple.

Das bestätigt auch Martin Linser, Winzer und Ackerbauer aus Opfingen. Er vertritt den BLHV in der „BI Pro Landwirtschaft und Wald in Dietenbach“ und befürchtet, dass ein solches Verbot das Aus für viele landwirtschaftliche Betriebe in der Region sein könne: „Es wäre fatal, wenn wir Landwirte über Pachtverträge zur Umstellung auf biologische Landwirtschaft gezwungen würden. Eine kurzfristige Umstellung wäre technisch und wirtschaftlich nicht umsetzbar.“ Außerdem trage auch die konventionelle Landwirtschaft zum Artenschutz bei, zum Beispiel, indem sie Blühstreifen anlegt oder durch den Einsatz von Nützlingen bei der Schädlingsbekämpfung.

Auch die NABU-Gruppe Freiburg lehnt das Pflanzenschutzmittelverbot ab. Vielmehr wolle man auf den Dialog mit den Landwirten setzen, um den Umweltschutz zu fördern, erklärt der Naturschutzbund in seiner Stellungnahme. BLHV-Präsident Räpple empfiehlt dem Gemeinderat diesem Beispiel zu folgen: „Kommunen tragen die Verantwortung für ein verträgliches Miteinander. Das bedeutet auch, möglichst faire Wettbewerbsbedingungen für alle Landwirte zu schaffen.“

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3 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Karlheinz Gruber · 1.
    dann muß aber auch das Vorkaufsrecht

    der Kommunen abgeschafft werden. Es kann nicht sein, daß die Kommunen mit Fadenscheinigen Begründungen die Flächen den Landwirten wegkaufen, und dann "bunkern" und vorgeben wie sie zu bewirtschaften sind. Bei uns ist die Kommune mittlerweile der 2 größte Grundbesitzer im unteren 3 stelligen ha Bereich..... Wenn die Kommunen Flächen brauchen, dann müssen Sie eben wie jeder andere Bewerber auftreten. Das Allgemeinwohl wird dadurch nie und nimmer tangiert. Nur die Reellen Preise sind zu zahlen...

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  2. von Harald Finzel · 2.
    Nachtrag

    Der Freiburger Fall ist schon deswegen außergewöhnlich, weil dort ganz anderes Unheil durch einen geplanten neuen Stadtteil auf 164 (!) Hektar droht. Das lässt selbst den NABU auf den Boden der Tatsachen zurückkehren und Allianzen auch mit konventionellen Landwirten schmieden. Nichtsdestotrotz ist das ein schönes Beispiel, wie viel Engagement notwendig ist, um den Phantasien mancher grüner Interessenvertreter (und den naiven Vorstellungen vieler Bürger und Bürgervertreter) entgegenzuwirken. Natürlich muss das in erster Linie vor Ort geschehen. Aber es wäre viel mehr erreichbar, wenn hier in den Zentralen der Bauernverbände entsprechend vor- und zugearbeitet würde. Zur Lektüre empfohlen: http://www.biprolandwirtschaft.de/presse/ und http://www.biprolandwirtschaft.de/presse-regiobuendnis/

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  3. von Harald Finzel · 3.

    Schön, dass sich mal die Spitze eines Landesverbands äußert. Schön auch, dass es beim NABU noch Regionalgruppen gibt, die für eine differenzierte Betrachtung des Themas offen sind. --- Auslöser war laut BLHV übrigens dies: "Am Dienstag, den 10. Juli, wird der Freiburger Gemeinderat über ein Verbot von Pflanzenschutzmitteln auf stadteigenen Flächen abstimmen." Warum die Pressemeldung des BLHV auf den 12. Juli datiert und nicht erwähnt, was denn nun im Freiburger Gemeinderat beschlossen wurde, bleibt unklar.

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