Backhaus: Der Landwirtschaft geht es gut wie selten zuvor

„Die Landwirtschaft ist der erfolgreichste Wirtschaftsbereich in unserem Land. Keine Insolvenzen, stetiges Wachstum auch dank der Unterstützung durch die Politik. Daher kann ich nur appellieren: Gehen Sie verantwortungsvoll mit den Ihnen anvertrauten Steuergeldern um und nutzen Sie die Fördermöglichkeiten für eine nachhaltige Landwirtschaft." Das sagte Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Dr. Till Backhaus am Donnerstag auf dem Landesbauerntag in Linstow, Landkreis Rostock.

Viele Kennzahlen belegen laut dem SPD-Politiker, dass die Landwirtschaft in M-V gut funktioniert, von dem Ernteergebnis des vergangenen Jahres über die aktuellen Milchpreise (ca. 40 Cent je Kg) bis hin zu der bundesweit sehr hohen Arbeitsproduktivität je Erwerbstätigen (ca. 56.500 Euro). Doch der Landwirtschaftssektor müsse sich auch intensiv mit der zukünftigen Ausrichtung befassen.

„Es freut mich, dass die Bundesregierung im Kabinett den Mindestlohnes von 8,50 Euro auf der Tagesordnung hat. Die Landwirtschaft muss sich seiner sozialen Verantwortung bewusst sein und es muss ihr klar werden, dass im Wettbewerb um Arbeitskräfte gerade aufgrund des demografischen Wandels das Lohnargument zunehmend entscheidend sein wird“, erklärte Backhaus.

Ein weiteres Diskussionsthema sind seiner Meinung nach die Größen bei Tierhaltungsanlagen. Hier habe es einerseits eine Entfremdung vieler Verbraucher von der Landwirtschaft gegeben, andererseits müssten die Bedenken der Bürger ernst genommen werden. Vielen sei z.B. nicht bewusst, dass M-V die zweitniedrigste Viehdichte in Deutschland hat (0,4 Großvieheinheiten je Hektar).

„Ich begrüße es, dass der Bauernverband sich der Diskussion um klare Regelungen bei Tierhaltungsanlagen öffnen will. Daher fordere ich die Bundesregierung auf, die im Koalitionsvertrag festgeschriebene Erarbeitung einheitlicher und tierartspezifischer Obergrenzen zu beschleunigen“, mahnte Dr. Backhaus.

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7 Leserkommentare Kommentieren

  1. von klaus1618 · 1.
    Brot und Spiele für das gemeine Volk

    Die Arbeitsproduktivität je Erwerbstätigen liegt demnach auch in M-V bei ca. 56.500 € je Erwerbstätigen u. das bei der zweitniedrigsten Viehdichte in Deutschland mit 0,4 GV/ha. Der staatliche Subventionsanteil je Arbeitskraft dürfte statistisch doch den vorgenannten Arbeitsproduktivitätswert der dortigen flächenstarken Betriebe, wohl angesiedelt über 200 ha pro Arbeitskraft, übersteigen!?!? Wer verdient dann hier tatsächlich Geld? Werden die traumhaften Gewinne in oder an der Landwirtschaft erzielt? Von wem ist nun tatsächlich eine entsprechende Verantwortlichkeit einzufordern, werter Herr Dr. Backhaus!?____BROT und SPIELE für das gemeine Volk wie im alten Rom. "Spiele" sind in der Neuzeit zum teueren Luxusgut mutiert (z.B. Manager- u. Spielergehälter im Profi-Fussballumfeld u.a.). Im Umkehrschluss muss demnach das Brot immer billiger werden, um das gemeine Volk ruhig bei Laune zu halten! War der arabische Frühling für unsere Politiker nicht hinreichend lehr(leer)reich? Sind Sie, werte Politiker jeglichen Couleurs, einmal so ehrlich zu sich selbst und stehen zu eben selbigen Tatsachen.___Im Ergebnis würde es dann nicht der stetigen aberwitzigen Gedankengänge unserer hochbefähigten DBV-Führungsriege u. anderweitigen Verantwortlichkeiten bedürfen, auf dem Wege eines gezielten PR-Managements, wohl wiederum finanziert durch fleißige schwielenbestückte Bauernhände, die Akzeptanz und das Vertrauen für die Bauern innerhalb der deutschen Bevölkerung neu zu definieren.___Unter den jetzigen Bedingungen kann man nur schwerlich kostendeckend Nahrungsmittel produzieren, werte Politiker, werte DBV-Führungsclique. Lassen Sie endlich alternative Produktionsrichtungen innerhalb der LW salonfähig werden ohne die entsprechenden filigranen Hinterzimmerblockaden, um den landwirtschaftlichen Unternehmer tatsächlich am Markt ankommen zu lassen!!!

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  2. von detmarkleensang · 2.
    Ist es nicht ein Widerspruch in sich?

    Wenn Till Backhaus äußert, uns Bauern würde es so gut wie selten zuvor gehen, er uns aber gleichzeitig ermahnt, wir sollten verantwortungsvoll mit den uns anvertrauten Steuergeldern umgehen? Mancher mag wohl derlei Politikergeschwurbel gar als Schlag ins Gesicht empfinden. Wie soll es uns denn gut wie selten zuvor gehen, wenn wir mehr und mehr abhängig sind von Steuergeldern und Förderungsmöglichkeiten? Können wir unsere Betriebe nicht mehr aus eigener wirtschaftlicher Kraft entwickeln? Nein, das geht nur über Förderung aus Steuergeldern und mit Krediten von Banken und Investoren. Von was redet Backhaus also? Und weiß er das überhaupt selber?

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  3. von bernhardtv · 3.
    gut gehen ???

    den einzigen denen es wohl ausserordentlich gut geht hierzulande sind wohl nur die politiker und hochdotierten beamten und konzernfunktionäre. lauter "pack" welches den faktor "eigenkapital" noch nie zu gesicht bekommen hat. ganz zu schweigen von einer derartig ausufernden "selbstbedienungsmentalität" mit der sich solche "hyperblindgänger" an dem finanziellen topf der allgemeinheit bedienen ohne auch nur ein fünkchen zum allgemeinwohl beizutragen. uns fehlt langsam die schweizer "initiative 1 : 12 "...

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  4. von arching · 4.
    "Erarbeitung einheitlicher und tierartspezifischer Obergrenzen"

    Na dann hoffe ich, dass man dieses Heere Ziel auch bei Konzernen und anderen Unternehmen berücksichtigt: Obergrenzen für Beschäftigte als Beispiel oder für Produktion in einer Produktionsstätte. Genauso interessant: maximale Bewohnerzahl oder Stockwerkzahl für ein (Hoch-)Haus usw. Vielleicht versteht die Politik bei solchen Beispielen einmal, welches Pferd sie in der Landwrtschaft reiten!

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  5. von berndlohse · 5.
    Wer keine Ahnung hat, . . . . .

    Das es Acker - und Milchviehbauern derzeit zumeist relativ gut geht, stell ich mal außer frage !?! Aber wie sieht es bei Geflügel (Eier) und Schweinebauern aus ????? Die Politik ist wie immer viel zu kurzsichtig und blickt immer nur auf die guten Sachen, Problembereiche gibt es nicht, nur einzelen Betriebe, die gefälligst dem Struckturwandel zum Opfer fallen sollen.

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  6. von heipo · 6.
    Was soll sowas

    Ist es aus Sicht der Poltik vielleicht besser, wenns der Landwirtschaft schlecht geht? Man hat fast den Eindruck, dass man seitens der Politik es überhaupt nicht leiden kann, dass die Landwirtschaft endlich versucht ein Selbstbewusstsein zu entwickeln. Man hätte es lieber, die Bauern würden die " dummen Bauern" bleiben und schön artig Duckmäuser bleiben

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  7. von hermann#002 · 7.
    Steuergeld

    Die angesprochenen Steuergelder, die Landwirte erhalten sind einkommenswirksam und somit steuerpflichtig. Steuergelder vertrauen die Steuerzahler dem Staat an, dessen in Verantwortung stehende Politiker damit sorgsam umgehen sollen. Wohl nur gutgemeinter Appell an die Landwirte. Mindestlohn von 8,50 € ist o. k. dafür sind aber 56.500 € Arbeitsproduktivität nicht ausreichend.

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