Bürger beschweren sich bei Minister über stinkende Gärreste

Gärrestausbringung in jungem Mais
Bild: top agrar

Anwohner einer Straße in Hoya haben sich schriftlich bei Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Bündnis 90/Die Grünen) über die Ausbringung von Gülle und Gärresten im Sommer auf einem angrenzenden Maisfeld beschwert. Zahlreiche Unterschriften sollen ihre Kritik untermauern, berichtet die Syker Kreiszeitung.

Die Bürger beschweren sich, dass der Landwirt im Sommer bei 28 Grad Gülle gefahren habe, was zu enormen Geruchsbelästigungen geführt habe. Dazu verweisen die Verfasser des Briefes auf etliche „körperliche und seelische Beeinträchtigungen“ mehrerer Anwohner wie Übelkeit, Brechreiz, Erbrechen, Kopfschmerzen, Kopfdruck und Schwindel, Reizungen der Atemwege, Atemnot, Angstzustände (bei einer Asthmatikerin), Durchfall (auch bei zwei Hunden) sowie Verzweiflung darüber, es im Haus und auch „an der frischen Luft“ nicht aushalten zu können. Sie hätten mehrere Wochen lang weder im Garten sitzen, Wäsche aufhängen noch die Kinder im Freien spielen lassen können.

Der Landwirt soll mittlerweile einen Bußgeld-Bescheid erhalten haben, weil die ausgebrachten Gärreste als Abfall gelten und der Landkreis einen Verstoß gegen die Bioabfall-Verordnung festgestellt hat.

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6 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Wolfgang Rühmkorf · 1.

    Und die derzeit diskutierte Dünge VO will uns dazu veranlassen, die Ausbringung noch mehr in die warme Jahreszeit zu verlagern!

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  2. von Thomas U. Cordula Schulz · 2.
    wenn ich nicht irre, wurde der Betrieb schon einmal beschrieben

    Der Vorfall ist nicht ganz neu, entweder bei Facebook oder bei Top Agrar wurde die geschichte schon einmal beschrieben. In meinen Augen hat der Landwirt sich nicht allzu viel vorzuwerfen. In dem konkreten Fall ging es um eine Gülledüngung ende Mai, Anfang Juni. Das Problem waren die langanhaltenden hohen Temperaturen und die Dürre zu der Zeit. Der Landwirt hat daraufhin keine Düngung unternommen, erst als größere Mengen Regen ich glaube es waren 20-30 mm vorhersagt waren für in 3 Tagen hat er angefangen Gülle zu fahren. In meinen Augen hat der betriebsleiter sehr viel Sachverstand gezeigt, nur er konnte das Wetter nicht ändern. Denn leider irrten sich die Wetterfrösche und es regnete nicht! Gülle Ausbringung in einen Wachsenden Mais Bestand sind abolut fachlich korrekt, der haupt Nährstoffbedarf kommt erst ab der Blüte, Eine komplette Unterbrigung des Gärrestes als Strip Till ist absolut nicht möglich.

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  3. von Gerhard Steffek · 3.
    Realitätsverlust?

    "Nicht die Landwirte, denen wir den Boden anvertraut haben". Welche unverschämte Aussage! Ich kenne zwar die konkreten Eigentumsverhältnisse nicht, aber ich vermute, dass das betroffene Grundstück nicht allen Anwohnern der Straße gehört. Um über die Verhältnisse urteilen zu können müsste man die genauen Umstände wissen, aber die Aussage, Gärreste im Mais im Sommer auszubringen, das dadurch seelische Beeinträchtigungen, Übelkeit usw. auftreten sowie es wochenlang nicht mehr möglich war sich im Freien aufzuhalten, finde ich schon sehr befremdlich, bzw. sehr übertrieben. Besonders, da auch noch gesagt wird "wir seien vom Lande und hätten nichts gegen sach- und fachgerechter Gülledüngung. Da stellt sich doch die Frage, was verstehen diese "Herrschaften" dann von sach- und fachgerechter Gülledüngung. Das hier wieder nur mit üblicher Schlagwortpolemik argumentiert wird ergibt sich auch aus der, belegbar unbegründeten, Behauptung "Landwirt verschmutzt unseren Boden und das Grundwasser. Die Forderung nach einer Agrarwende geht in die gleiche Richtung. Besonders dann mit der Bemerkung "welche Äcker wir dann noch bestellen können". Wer bestellt die Äcker? Die Anwohner der Straße oder der Landwirt? Wer hat den Sach- und Fachverstand? Der Landwirt oder die Anwohner? Hier herrscht ein gewaltiger Realitätsverlust vor.

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  4. von Hermann Hollerbach · 4.
    nun

    waren es nicht die rot grünen die erst diese Anlagen erfunden haben, die Kernenergie ist natürlich auch ganz schlecht und heute ist es die Kohle morgen sind es wieder die bösen Bauern und übermorgen wieder was anderes

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  5. von Wilhelm Gebken · 5.
    Liebes TopAgrar, in welchen Regionen Deutschlands gibt es verstärkte Nitratbelastung durch Gülleausbringung?

    1) Es würde mir reichen, wenn Sie mir einen einzigen Brunnen benennen könnten. Hinweis: Die Wasserversorger konnten mir in ganz Deutschland keinen einzigen derartigen Brunnen benennen! 2.) Um welche Art von Pflanzenmittelrückständen handelt es sich? Welche Wirkstoffe sind darin enthalten und stammen diese nicht etwa (so wie in den beiden belasteten Brunnen im Emsland) von Wirkstoffen die fast ausschließlich im umliegenden Gemüse-, Zierpflanzen- bzw. Weihachtsbaumanbau eingesetzt werden? Die beiden belasteten Brunnen im Emsland erfüllen jedenfalls diese Kriterien. 3.) Die Ausbringung von Gülle /Gärresten im Sommer in Mais wird von mir aus den verschiedensten Gründen abgelehnt. Es entspricht keinesfalls der guten fachlichen Praxis, weswegen eine Geruchsbelästigung der Anwohner unter keinen Umständen zu rechtfertigen ist.

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  6. von Udo Vierling · 6.

    Wenn man lange genug sucht findet man auch was

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