DBV kündigt Baukasten für Öffentlichkeitsarbeit an

Ab Herbst 2015 stellt der Deutsche Bauernverband (DBV) allen regionalen Bauernverbänden ein Paket für die Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung. Daraus können die lokalen Verbände dann nach dem Baukastenprinzip ihre eigenen Maßnahmen zusammenstellen.
 
Wie DBV-Präsident Joachim Rukwied am Mittwoch auf dem Bauerntag in Erfurt erklärte, heißt das Grundkonzept „Wir machen…“. Auf Basis dieses Grundgedankens kann man den Satz fortführen und den regionalen Besonderheiten dabei genügend Raum lassen. Rukwied präsentierte dazu einige Motivbeispiele.
 
Ziel ist die Stärkung des einzelnen Landwirts in seiner Kommunikation mit seinem direkten Umfeld. „Wir wollen eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit der Landwirte, ihrer Verbände und deren bundesweite Vernetzung“, so der Bauernpräsident weiter. Er betonte, dass die Basis für den kommunikativen Erfolg der einzelne Landwirt ist und bleibt. „Der Landwirt selbst ist einer der glaubwürdigsten Kommunikatoren. Wie wir uns als Bauernfamilien darstellen, kann und sollte uns niemand abnehmen.“
 
„Wir machen…“ ist laut Rukwied also keine klassische Werbe- und Anzeigenkampagne, sondern eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit unter einem Dach. „Alle Maßnahmen, egal ob zentrale des DBVs oder einzelne Aktionen vor Ort, würden letztendlich auf das gleiche Konto einzahlen und eine viel größere Wirkung haben. Großangelegte Kampagnen des DBV soll es nicht mehr geben.
 
„Wir machen…“ ist laut Rukwied simpel und nicht erklärend angelegt. Es soll vielmehr auf das Image zielen und neue, überraschende Ansichten hervorbringen. Der Fokus liege klar auf Händen und Handarbeit in dem Sinne, dass Bauern mit Hand und Kopf und Verstand anbauen und Tiere halten – „für uns als Gesellschaft, Bürger, Verbraucher“, wie der Bauernpräsident ergänzte. „Gleichzeitig kann durch die Hände auch ausgedrückt werden, dass Bauern längst nicht mehr den landläufigen Klischees entsprechen, sondern Menschen der Gesellschaft sind, in der gleichen Vielfalt wie überall“, so Rukwied vor knapp 600 Delegierten in der Messehalle. Er wisse aber auch, dass die Geschmäcker - was die Motive und die Idee angeht – auseinandergehen.
 

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7 Leserkommentare Kommentieren

  1. von eniemann · 1.
    Inhalte statt Verpackung !

    Baukasten-Spielereien für Öffentlichkeitsarbeit - zu Gunsten von Agrarindustrie und zum Schaden von Bauern. Öffentlichkeitsarbeit ist nur glaubhaft und wirksam, wenn in der Verpackung drin ist was drauf geschrieben wird. Glaubhaft ist bäuerliche Landwirtschaft, unglaubwürdig ist Agrarindustrie.

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  2. von klausmueller · 2.
    Wir machen uns nicht gegenseitig fertig!

    So sollte die Losung für die Landwirte heißen, die hier mit ihren Kommentaren "glänzen". Meckern kann jeder. Macht es erstmal besser!

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  3. von berndlohse · 3.
    Toll des Monats !

    Ich drucke mir ein Banner mit der Aufschrift: Bauernverband, Aldi, NGO´s und Co machen die Bauern K.O.

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  4. von ramsdorf · 4.
    Wir machen es uns einfach!

    Oder wie soll man das von Herrn Ruckwied nun verstehen? Es ist nicht mehr alles auf Basisebene zu schaffen, hat Herr Ruckwied schon mitbekommen das unsere Gönner der NGOs schon Fernsehwerbung schalten?

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  5. von Geißler Johannes · 5.
    Daraus lässt sich was machen

    Es gibt doch noch gute Ideen von Rukwied. Ich lasse darauf schreiben: Wir machen uns unabhängig vom Bauernverband!!! Ein solches Plakat würde ich gerne aufstellen.

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  6. von detmarkleensang · 6.
    Wir machen…

    Plakate, die die Bauern aufhängen sollen anstatt sich selber? Auf Plakate wird es wohl hinauslaufen, wenn man die Erklärung bedenkt, dass die Geschmäcker auseinandergehen könnten was die Motive angeht. Also nur wieder Heile-Welt vorspielen auf bunt bedruckten Plakaten? Mehr fällt dem DBV nicht mehr ein? Das macht er doch schon seit Jahren! Nun sollen es halt die Bauern selber tun und sich ihre Motive aussuchen dürfen. Toller Fortschritt in der Öffentlichkeitsarbeit! Und gleichzeitig wird der Offenbarungseid vom DBV mitgeliefert: Großangelegte Kampagnen des DBV soll es nicht mehr geben. Kann es sein, dass sich der DBV bewusst geworden ist, dass er uns in die Sch… geritten hat und selber an Ansehen in der Öffentlichkeit verloren hat, die in der Region verwurzelten Bauern dagegen nicht? Dass der Verband ein weit größeres Imageproblem in der Öffentlichkeit hat als die landwirtschaftlichen Betriebe? „Wir machen…“ gar nichts mehr sagt der DBV. Für die Bauern wird diese Öffentlichkeitsarbeit dagegen heißen: Wir sollen machen! Jeder einzelne Bauer soll das Eisen aus dem Feuer holen, dass der DBV dort reingeworfen hatte. Ob diese Kampagne wohl großen Anklang finden wird bei den Bauern? Oder bei der Öffentlichkeit? Der DBV jammert doch immer rum über unsachliche Kritik aus der Öffentlichkeit. Und nun soll diese „Wir machen…“-Aktion _nicht erklärend_ sein. An der unsachlichen Kritik soll sich laut DBV also gar nichts ändern? Kluger Schachzug, wenn man weiter jammern, schimpfen und hetzen will gegen andere. Gleichzeitig stellt man sich als unschuldig und hilfsbereit dar, hat man doch den Bauern einen so tollen Werkzeugkasten zur Öffentlichkeitsarbeit an die Hand gegeben. Soll keiner sagen, der DBV würde nicht dazulernen. Nur uns Bauern nutzt das herzlich wenig!

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  7. von Rhönerblut · 7.
    Wir machen ...

    der Milchindustrie den Hof, oder wir machen die Union für die Bauern sexy, oder wir machen uns nix aus den Sorgen der Milchbauern, oder wir machen dass die Banken mit Bürgschaften alles an sich raffen können, oder oder oder Mittlerweile zermürbt die Bauern doch mehr als alles andere, , dass sie sich auf den vermeintlichen Berufsstand nicht verlassen können, das er näher an allem anderen ist, als an den Sorgen und Nöten der Bauern.

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