EU-Kommission kündigt Konsequenzen aus Eierskandal an

Eier Eier
Bild: ARD

Die EU-Kommission zieht Konsequenzen aus dem Eierskandal. „Wir werden Lehren aus den Vorfällen über kontaminierte Eier ziehen“, sagte eine Kommissionssprecherin am Freitag in Brüssel. Sie kündigte ein High Level-Teffen der vom Fipronilskandal betroffenen EU-Staaten für Dienstag, 26. September an.

Die mit dem Dossier befassten EU-, Agrar- und Gesundheitsminister sowie Vertreter der nationalen Lebensmittelsicherheitsbehörden sollen mit einem gewissen zeitlichen Abstand in Brüssel darüber beraten, wie die bestehenden Informationssysteme auf europäischer Ebene für Betrugsbekämpfung und das Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel (RASFF) in Zukunft verbessert werden können. Ziel sei es, die Effektivität des existierenden EU-Systems kontinuierlich zu verbessern.

Damit reagiert die EU-Kommission auf die Kritik der letzten Tage, nicht rechtzeitig, die auf dem Kommissionsserver für Betrugsangelegenheiten (AAC-FF) aufgetauchte Anfrage der belgischen Lebensmittelsicherheitsbehörde (FASNK) an die niederländische Aufsichtsbehörde wegen dubiosen Handelspraktiken von Fipronil aus Rumänien registriert zu haben. „Die EU-Kommission überwacht den Informationsaustausch unter den Mitgliedstaaten nicht“, erklärte die Kommission auf Anfrage von dpa.

„Unsere Priorität bleibt es, die Situation zu managen, zu koordinieren und die Sicherheit der.EU-Bürger zu gewährleisten“, sagte eine Sprecherin von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am Freitag. Inzwischen habe die Brüsseler Behörde aus Gründen der Transparenz auch weltweit alle Handelspartner über die illegalen Praktiken mit Fipronil verseuchten Eier und die ergriffenen Maßnahmen in nunmehr 15 EU-Mitgliedstaaten informiert.

Entwarnung bei Hähnchenfleisch

Eine erste Entwarnung gibt es derweil für den Verzehr von Hähnchenfleisch. Ein Sprecher von EU-GesundheitskommissarVytenis Andriukaitis bestätigte auf Anfrage, dass es bisher keine Erkenntnisse über Spuren von Fipronil in Hähnchenfleisch gebe. Eierprodukte in Lebensmitteln würden derzeit auf etwaige Fipronil-Rückstände hin noch untersucht.

Die EU-Agrarminister haben bereits bei ihrem informellen Treffen in der estnischen Hauptstadt Tallinn vom 3. - 5. September Gelegenheit, sich über den Fipronil-Betrugsskandal auszutauschen. Spätestens vom kommenden EU-Agrarministerrat am 9. Oktober in Luxemburg werden konkrete Beschlüsse zur Verbesserung der Lebensmittelsicherheit und des EU-Frühwarnsystems erwartet.

Thomas A. Friedrich, Brüssel

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2 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Erwin Schmidbauer · 1.
    Was ist der richtige Skandal?

    Für mich ist der eigentliche Skandal, dass die belgischen Behörden seit mindestens Anfang Juni 2017 bescheid wussten und wegen der Ermittlungen nichts unternommen haben. Die (wahrscheinlich unschuldigen) Landwirte werden nun einen Strafverfahren überzogen, aber was passiert den Staatsanwälten und Beamten der Lebensmittelaufsicht. Das, was hier daneben gegangen ist, ist genauo so schlimm, wie das Panschen mit Fibronil. Diese Beamten sind meiner Ansicht nach der fahrlässigen Körperverletzung anzuklagen.

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  2. von Diedrich Stroman · 2.
    Die Bürokraten im Glashaus

    Da sitzen sie in ihrem Glashaus und haben wieder alles verpennt, obwohl es dort schon lange bekannt war das gepansche von Desinfektionsmitteln mit Fipronil man verennt sich im eigenen Bürokratenwahnsinn und schreit schon wieder nach neuen Gesetzen währendes die Verantwortlichen des Gepansche sich aus dem Staub machen wie bei dem Dioxin Skandal vor fünf Jahren, Firma ging in Konkurs, Politik und Medien am schwafeln und die Bauern haben die Zeche bezahlen müssen und wir blieben auf den Schaden sitzen. Und jedesmal sind es die Bauern an denen es hängen bleibt!

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