Früherer Landvolk-Vorsitzender soll über 1 Mio. Euro veruntreut haben

Die Staatsanwaltschaft Verden ermittelt gegen den ehemaligen Vorsitzenden des Landvolks Grafschaft Diepholz, Lothar Lampe. Er soll über zwei Windenergie-Gesellschaften des Bauernverbandes mehr als 1 Mio. Euro veruntreut haben, heißt es in Zeitungsmeldungen.

Aufmerksam geworden war die Staatsanwaltschaft darauf offenbar durch eine anonyme Anzeige beim Landeskriminalamt Niedersachsen. Oberstaatsanwalt Marcus Röske bestätigte der Presse mittlerweile, dass es ein Ermittlungsverfahren gebe. In nähere Einzelheiten wurden aber vorerst nur die rund 250 Vertrauensleute des Landvolk-Kreisverbands eingeweiht.

Wie u.a. die Kreiszeitung aus Syke berichtet, soll es während der Amtszeit von Lothar Lampe bei der Landvolk-Betriebs GmbH und der Landvolk-Dienstleistungsgesellschaft Grafschaft Diepholz mbH zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein. Über diese beiden Gesellschaften laufen die Geschäfte mit der Windkraft. Fakten dazu hätte eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mittlerweile in zwei Berichten vorgelegt.

Lampe selbst, der bis Oktober 2010 auch Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen land- und forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände (GLFA) war, streitet die Vorwürfe vehement ab. Gegenüber dem Weser Kurier sagte er: "Ich habe kein Geld für mich selbst abgezweigt. Ich habe eine Spende getätigt, die nun auf ihre Richtigkeit geprüft wird. Aber ich habe nie auch nur einen Cent für mich selbst aus der Kasse des Landvolkes genommen", so Lampe.

Eine rasche Aufklärung fordert unterdessen auch die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) Niedersachsen. Der gesamte Landesbauernverband müsse sich laut AbL-Sprecher Eckehard Niemann fragen lassen, weshalb er sich geschäftlich so massiv in der Windkraft-Projektierung engagiere. Dies sei eigentlich überhaupt nicht die Aufgabe einer Interessenvertretung, die damit in weitere Interessenkonflikte gerate und deren Kompetenz auch in diesen Fragen von vielen Landwirten angezweifelt werde.

Sarkastisch legt der niedersächsische AbL-Vorsitzende Ottmar Ilchmann die Vermutung nach, ob derlei Engagements womöglich rückläufige Mitgliederbeiträge ausgleichen und von der fehlenden agrarpolitischen Strategie der Landvolk-Spitze ablenken sollten. (ad)  
 

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3 Leserkommentare Kommentieren

  1. von lando · 1.
    millionen

    die steuerprüfung bzw der staatsanwalt hat festgestellt! er ist gut bezahlter 20facher geschäftsführer von 20 windparks! es gibt jährliche extra bonizahlungn im hohen fünfstelligen bereich! die familie besitzt anteile an windparks in millionenhöhe! es gibt eine spende von 100000euro an die edmund rehwinkel stiftung! von dieser hat die tochter dann ein stipendium und danach einen guten posten beim DBV erhalten! es gibt eine spende von 1million euro an eine von ihm gegründete naturschutzstiftung dessen geschäftsführer er ist! es gibt zwei zahlungen für zwei windparks die nie gebaut wurden jeweils in millionenhöhe ohne verwendungszweck! usw.

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  2. von powerbauer#002 · 2.
    Gegenwind

    Diese Gesellschaften gibt es in vielen Landkreisen als Tochterunternehmen. Immobilien und Windkraft stehen da hoch im Kurs. Schlimm ist es eigentlich nicht wenn ein Landvolkverband so etwas macht, nur muss der Buchstellenleiter oder der Kreislandwirt immer der Geschäftsführer sein? Und Zahlen dieser Firmen sieht keiner. Und wenn dann ein neues Bürogebäude gebaut werden muss wird erst mal der Beitrag erhöht. Ich hab schon länger so meine Zweifel an dem angeblich so soliden Geschäftgebahren. Aber da kommt jetzt eine Welle in Bewegung bei denen einige andere noch kalte Füße bekommen werden. Schade nur für die vielen Ehrenamtlichen die im Dorf Versammlung, Feldbegänge oder Ausflüge organisieren.

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  3. von Slowfoot · 3.
    sarkastisch

    könnte man noch die Entwicklung bei der Upländer Molkerei nachlegen.... bevor die ABL meint, mit Dreck werfen zu müssen....

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