Heidl für neue Verhandlungen mit USA über TTIP-Handelsabkommen

Der bayerische Bauernpräsident Walter Heidl hält ein Handelsabkommen mit den USA weiter für erforderlich. Auch wenn das umstrittene Abkommen TTIP zwischen den USA und der EU als gescheitert gelte, komme man um eine Regelung nicht herum, sagte Heidl nach dpa-Angaben in München.

"Wir müssen so ehrlich sein: Bayern ist ein stark er Agrarstandort. Bei uns wird zum Beispiel traditionell mehr Milch und Käse erzeugt, als wir selbst verbrauchen. Wir müssen also ein Interesse am Handel mit hochwertigen Lebensmitteln haben, nur so können möglichst viele Bauernhöfe erhalten werden." Oberstes Ziel sei es, die hiesigen Standards zu schützen. "Dass wir keinen freien Handel wollen, haben wir immer deutlich gemacht."

Bei TTIP hatten die Bauern gewarnt, ohne Regelungen könnten US-Produkte wie mit Hormoneinsatz erzeugtes Fleisch hier auf den Markt kommen. Die Landwirte in Bayern produzierten zu 78 Prozent für den heimischen Markt, so die dpa weiter. Von den übrigen Waren gehen mehr als 80 Prozent in europäische Nachbarländer und der Rest in Drittstaaten. "Auch dort gibt es kaufkräftige Kunden, zum Beispiel in China."

Szenarien, nachdem TTIP auf Eis liegt könnten ein Abkommen zwischen den USA und China oder zwischen den USA und Europa sein. Um auch künftig weltweit hohe Standards für Verbraucher und Umwelt setzen zu können, müsse es deshalb seitens der EU neue Verhandlungen geben. "Es wird eine neuen Anlauf geben - geben müssen", sagte Heidl. Aber: "Wir brauchen kein schnelles Abkommen. Wir brauchen ein gutes Abkommen."

Freie Wähler froh über Verhandlungsstopp

„Durch die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten ist das geplante Freihandelsabkommen TTIP zwischen Europa und den USA totgesagt. Für uns Freie Wähler ist das ein gutes Zeichen, da wir gerade für die bäuerliche Landwirtschaft in Bayern große Gefahren durch TTIP, Ceta und TiSA befürchten", meint dagegen Dr. Leopold Herz, Agrarsprecher der Freien Wähler in Bayern.

So sei das Risiko groß, dass Hormonfleisch aus den USA auf den bayerischen Markt kommen wird. Dass ausgerechnet der bayerische Bauernpräsident nun weitere Gespräche für ein Handelsabkommen fordert, hält Herz daher für gefährlich. "Denn dadurch gerät unnötigerweise auch das Thema Gentechnik wieder auf die Tagesordnung. Ein gutes Abkommen kann es nur unter gleichberechtigten Partnern geben – davon sind wir meilenweit entfernt!“

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5 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Uwe Schünemann · 1.
    Nach 6 Wochen sollen die Eberhormonspritzen angeblich abgebaut sein?-leidet darunter dann die Potenz der Fleischesser?

    Wirkt sich das eventuell auch auf die Zeugungsfähigkeit der Menschen aus-.Mir ist der Appetit auf gespritztes Eberfleisch restlos vergangen und ich kaufe kein solches Schweinefleisch mehr bei den Billigmarkten-Anbietern,welche solche Produkte an mich verkaufen wollen.

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  2. von Doris Peitinger · 2.

    Und in den USA wird nicht mehr als genügend Milch erzeugt? Oder Fleisch? Ein toller Gedanke, die jeweiligen Überschüsse ins jeweils andere Land zu transportieren! Trägt sicher auch enorm zur Einsparung von Treibhausgasen bei, wie erst kürzlich eine merkwürdige Studie feststellte! Geht es nicht eher darum, die Erzeugerpreise auf beiden Seiten des Atlantiks weiter zu drücken? Und langfristig endlich Gentechnik ( entgegen dem Verbraucherwillen ) hoffähig zu machen und den Saatgut-Gentechnikkonzernen zu weiteren steigenden Einnahmen zu verhelfen?! Kommt dieser Vorstoß vom Forum Moderne Landwirtschaft? Auf jeden Fall amüsant, wie Herr Heidl den Bauern TTIP schmackhaft machen will!

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  3. von Torsten Kremershof · 3.
    Wasserträger für die BayWa AG ??

    Nach Herr Heidel Hand aufs Herz. Wer schickt sie wieder vor ?? Doch wohl kaum die Bauern. Wohl vielleicht der BayWa Konzern und der Raiffeisen Verband ???? Machen sich wohl Sorgen um ihre Investitionen in Canada ??

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  4. von Uwe Schünemann · 4.
    Zwei Hormonspritzen für nicht kastrierte Eber soll hier Standard werden, ist Hormonfleischstandard wie in den USA-ekelig!

    Hören Sie auf die Leute zu verdummen.Wir zahlen die Zeche genau so wie VW,Audi und andere jetzt teures Lehrgeld zahlen!

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  5. von Hans Nagl · 5.
    ?

    Ob TTIP Positiv für uns Bauern ist, darf bezweifelt werden. Lassen sie Herr Heidl einmal ihre Mitglieder abstimmen.

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