Höfken bringt Öko-Aktionsplan für Rheinland-Pfalz auf den Weg

Höfken Diskussionsrunde mit Umweltministerin Höfken während des Öko-Kongresses
Bild: MUEEF

Mit einem Öko-Aktionsplan will die rheinland-pfälzische Ernährungsministerin Ulrike Höfken den Ökolandbau in ihrem Land auf 20 % der landwirtschaftlichen Fläche verdoppeln und modern, innovativ sowie in bäuerlicher Tradition aufstellen. Den Auftakt bildete am 8. September ein hochkarätig besuchter Öko-Kongress in Bad Kreuznach.

„Der Ökolandbau hat Antworten auf viele aktuelle Herausforderungen: Vom Schutz des Wassers vor Nitrat und Pestiziden, dem Schutz der Böden, der Artenvielfalt und des Klimas bis zu tiergerechter Haltung. Und Bio boomt: Die Nachfrage nach hochwertigen, möglichst unbelasteten, heimischen Lebensmitteln ist groß“, erklärte Höfken.

Vertreter von Verbänden, Wissenschaft, Politik, Landwirtschaft, Verarbeitung und Handel erörterten auf dem Kongress Chancen und Hemmnisse für den Ökolandbau in Rheinland-Pfalz. Gemeinsam legten sie so den Grundstein für den Öko-Aktionsplans des Landes.

Der Vorsitzende des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Professor Hubert Weiger führte die Vorteile des Ökolandbaus für die Umwelt an. „Vor dem Ökolandbau mit seiner flächengebundenen Tierhaltung muss man das Grundwasser nicht schützen. Er trägt zudem dazu bei, die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft zu erhalten und den Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung zu minimieren“, erklärte Weiger.

„Der Ökolandbau ist eine Erfolgsgeschichte“, sagte Ministerin Höfken. Seit Jahren nehme der Ökolandbau in Rheinland-Pfalz stetig zu. Von 2010 bis 2016 ist die Ökofläche im Land um 68 Prozent gewachsen, allein im letzten Jahr um zwölf Prozent. Die Umstellung auf ökologisches Wirtschaften werde immer attraktiver, so Höfken. Gleichzeitig seien die Preise für die Bauern stabiler und fairer.

„Wir wollen die Landwirte dabei stützen, diese Marktchancen zu nutzen und auch die Verarbeitung und Vermarktung stärken, sagte Höfken. So sollen Landwirte unterstützt werden bei Umstellung und Beibehaltung der ökologischen Wirtschaftsweise, zum Beispiel durch Stärkung von Erzeugerzusammenschlüssen, Regionalvermarktung, Beratung sowie  Aus- und Weiterbildung.

In der Kita- und Schulverpflegung, wie in der Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung gebe es ungenutzte Chancen und Nachfrage, die nicht gedeckt werde. Defizite gebe es auch bei der Versorgung mit regionalen Bio-Produkten, zum Beispiel beim Gemüse. Nur 25 Prozent des in Deutschland gekauften Öko-Gemüse stamme auch aus Deutschland. „Das ist für unsere rheinland-pfälzischen Gemüsebaubetriebe ein Potenzial, das wir nutzen müssen“, so Höfken. Der Öko-Aktionsplan soll auch Forschung und Entwicklung stärken. So gebe es einen erheblichen Bedarf an der Entwicklung umweltgerechter Pflanzenschutzmittel, die auch dem konventionellen Bereich zugutekomme.

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Leserkommentare Kommentieren

  1. von Reinhard Friedrich · 1.
    Wenn die Nachfrage so hoch ist,

    und die Preise so fair und auskömmlich, wieso muss dann selbst die Beibehaltung der Biolandwirtschaft so hoch subventioniert werden?

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