Katzenproblem: Jäger sauer auf Tierschutzbund

In einer aktuellen Pressemeldung wirft der Deutsche Tierschutzbund den Jägern vor, „Hunde und Katzen grundlos abzuknallen“. DJV-Präsident Hartwig Fischer bedauert dies. „Wir sind sehr enttäuscht, gerade weil verwilderte Haustiere eine gesellschaftliche Herausforderung sind. Vor mehr als einem Jahr habe ich um ein Gespräch mit dem Tierschutzbund gebeten, das bislang noch nicht angenommen wurde. Das Angebot besteht natürlich weiterhin.“ Mit einer solchen Meldung prangere der Tierschutzbund etwas an, biete aber keine Lösung und stehle sich somit aus der Verantwortung.

Laut Tierschutzverbänden gibt es in Deutschland mehr als 2 Mio. verwilderte Katzen. Basierend auf internationalen Studien erbeuten diese nach DJV-Hochrechnungen jährlich etwa 6 Mio. Singvögel in Deutschland. „Wir wohnen mit einem Raubtier zusammen, dessen Bedürfnisse man nicht wegkuscheln kann“, sagt DJV-Präsident Fischer. „Vielmehr müssen wir gemeinsam Verantwortung übernehmen für Haus- und Wildtiere. Einen Zwei-Klassen-Tierschutz lehnen wir Jäger strikt ab.“

Der DJV befürwortet deshalb das Paderborner Modell, das an die Verantwortung der Haustierbesitzer appelliert. Demnach sollten Hauskatzen gemeldet sein und kastriert, wenn sie nicht zur Zucht verwendet werden. "Wir würden uns freuen, wenn wir gemeinsam mit dem Deutschen Tierschutzbund in einem Versuchsprojekt verwilderte Katzen in Siedlungsnähe fangen und in Tierheime abgeben könnten, wo sie kastriert werden. So könnten wir einen guten Anfang machen und den Prädationsdruck in der Natur reduzieren", sagt DJV-Präsident Fischer. Für Jäger stellt das Töten von Haustieren im Rahmen des Jagdschutzes das allerletzte Mittel dar, um Schaden von Wildtieren abzuwenden. Gesetzlich geregelt ist der Jagdschutz in §23 des BJagdG. In siedlungsfernen Räumen ist das Töten von verwilderten Haustieren derzeit alternativlos.

Daten und Fakten zu verwilderten Haustieren

Einer US-Studie zufolge töten allein in den USA Katzen bis zu 3,7 Mrd. Vögel sowie 20,7 Mrd. kleine Säuger. Die Ergebnisse übersteigen alle bisher getroffenen Annahmen anderer amerikanischer Studien.
Gemäß einer Studie des  Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (2002) gehören Katzen zu den "wichtigsten schadensverursachenden Neozoen in Deutschland.

Die freilaufende Hauskatze ist die absolute Bedrohung der Singvögel im siedlungsnahen Bereich.". Wissenschaftliche Studien werden zudem in Haustierforen bestätigt: Unter der Rubrik "Was bringen denn Eure Katzen so nach Hause?" findet man das komplette Beutespektrum der vierbeinigen Lieblinge.

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2 Leserkommentare Kommentieren

  1. von paul-maier · 1.
    Wie in der Bibel richtig beschrieben

    ist es viel einfacher den Splitter im Auge des Nächsten zu erkennen, als den Balken im eigenen. So wird der Splitter im Auge der Landwirtschaft als Monster dargestellt, dass man über den Balken im Auge der Tierschützer ruhig den Mantel des Schweigens breiten kann. Wer so argumentiert und handelt schadet Fauna und Flora viel mehr als die heutige Landwirtschaft. War eigentlich früher wirklich alles besser?

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  2. von cairon · 2.
    Verwilderte Katzen müssen in Schach gehalten werden

    Von Tier- und Naturschützern wird der Landwirtschaft regelmäßig vorgeworfen für den Artenrückgang verantwortlich zu sein. Wie passen dann die Aussagen des Tierschutzbundes zu diesen Vorwürfen? Die Katzen sind eine direkte Bedrohung für Singvögel und Kleinsäuger. In Deutschland werden ca. 12,6 Mio Katzen gehalten, dazu kommen noch einem ca. 2 Mio verwilderte Tiere. Und dann wundert man sich, dass die Singvogelpopulation leidet?

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