Ländermehrheit gegen Dünge- und Pflanzenschutzmittel auf Vorrangflächen

Der Einsatz von mineralischen Stickstoffdüngemitteln und chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln auf ökologischen Vorrangflächen bleibt strittig. In seiner Empfehlung für eine Stellungnahme zum Entwurf des Direktzahlungen-Durchführungsgesetzes sprach sich der Umweltausschuss des Bundesrates am Donnerstag mit deutlicher Mehrheit für ein Verbot aus. Neun der 16 Bundesländer stimmten für einen entsprechenden Antrag von Mecklenburg-Vorpommern. Im Agrarausschuss war ein gleichlautender Antrag zuvor knapp abgelehnt worden.

Beim Landesbauerntag Brandenburg in Seddin warnte DBV-Vize-Generalsekretär Udo Hemmerling erneut vor einem Verbot von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln auf ökologischen Vorrangflächen. „Wer das auf Ackerflächen pauschal verbieten will, handelt völlig unverantwortlich“, so Hemmerling. Er warnte vor einem „Rückfall in die Vormoderne“, sollten fruchtbare Äcker durch „staatliche Verordnungen stillgelegt werden.“ Die Landwirte müssten ökologische Vorrangflächen im Zuge des Greenings produktiv nutzen können.

Dagegen begrüßten die Naturschutzstiftung EuroNatur und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) die Forderung des Umweltausschusses. Beide Verbände kritisierten den Regierungsentwurf als völlig unzureichend. Um den Rückgang der Biodiversität zu stoppen, müsse der Einsatz von Pestiziden auf ökologischen Vorrangflächen ausgeschlossen werden, forderte der umweltpolitischer Direktor von EuroNatur, Lutz Ribbe. Der Antrag von Mecklenburg-Vorpommern setze daher ein „wichtiges politisches Signal“.

vgl.:
Hemmerling: "Flächen im Greening produktiv nutzen" (28.3.2014)
Verbände begrüßen Anträge im Bundesrat zum Greening (27.3.2014)

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7 Leserkommentare Kommentieren

  1. von vario0_3 · 1.
    Wo bleibt da die wahlmöglichkeit?

    Die Psm und Stickstoff freien Flächen einfach doppelt anrechnen und beide Varianten anbieten.

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  2. von grubber7 · 2.
    kranke Gesellschaft

    wie krank muss eine Gesellschaft sein, wenn Sie Produktionsbeschränkungen auf der landwirtschaftlichen Fläche einführt, regenerative Energien aber fördern und mehren will. Manchmal frage ich mich, ob man die lieben AbLer mal den ganzen Kübel an Auflagen wie Pech über den Kopf schütten sollte, Ich kenn da ein paar, wenn die mal ne ordentlich CC-Kontrolle kriegen, dann aber gute Nacht....aber immer große Worte schwingen...nur wo soll das hinführen? In einen Denunziantenstaat? Aber es wird nichts nützen, irgendwann läuft halt jedes noch so große Faß über...

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  3. von adlberger · 3.

    Kein landwirtschaftlicher Unternehmer wird generell verpflichtet, auf einem Teil seiner Flächen auf Mineraldünger und Pflanzenschutzmittel zu verzichten. Wer aber staatliche Leistungen aus der zweiten Säule erhalten möchte muß auch Gegenleistungen erbringen. Leistung und Gegenleistung-ein ganz normaler Vorgang in einer Marktwirtschaft!

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  4. von jubodo12 · 4.

    Als Ausgleich kann man ja in Brasilien noch ein bisschen Regenwald umhauen , alles für den Umweltschutz !!!

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  5. von detmarkleensang · 5.
    Immer wieder die selbe Lüge von der "Stilllegung"...

    Was sind das nur für Bauern, die meinen, ohne Mineraldünger und Chemiekeule könnten sie nichts anbauen? Und was für Bauern sind das, die anstatt dem ökologischen Vorrang einzig das "produktive" im Blick haben? Klar sind die Zeiten hart. Aber gerade solchen "Kollegen", die nur noch auf die Produktivität mit allen Mitteln schielen, noch das letzte aus dem Boden quetschen wollen und dabei den ökologischen Vorrang selbst auf den kleinsten Flächen missachten, haben wir doch dieses "Greening" erst zu verdanken! Hätten sie sich nur vorher mal Gedanken über ihre Wirtschaftsweise gemacht anstatt jetzt rumzujammern!

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  6. von lürade · 6.
    Backhaus ist schuld !

    Immerwenn die Sonne hochkommt spielen seine Hormone verrückt.

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  7. von jobelego · 7.
    Was sind das für 1200 Landwirte?

    Wie kann man als Landwirt einem Verein angehören, der den Entzug von 5% der Produktionsgrundlagen fordert? Wie kann man da noch mit Stolz in den Spiegel schauen? Und wie kann ein solcher Verein, der 0,3% der Landwirte repräsentiert, überhaupt für sooooo wichtig genommen werden? Solch ein lächerliches Splittergrüppchen verdient es nicht, wahrgenommen zu werden. Und trotzdem werden sie in sämtlichen Medien dargestellt, als ob sie die Mehrheit repräsentieren.

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