Landwirt mit Herz und Hobby

Familie Lively Nancy, Doug und Tyler Lively vor ihrem Großflächenstreuer.
Bild: Höner

Die Familie Lively baut ihre Farm seit den 90ern auf. In der sehr eingeschränkten Fruchtfolge spielt Bodenschutz eine wichtige Rolle.

Eine typische Farm im Mittleren Westen bewirtschaften Nancy und Doug Lively. Ihr Sohn Tyler (24) studiert Landwirtschaft und steigt demnächst ein. Die Livelys bauen an zwei Standorten in Iowa Mais und Sojabohnen an. Die Gesamtfläche beträgt 600 ha, nur 15% davon sind gepachtet.

Doug ist seit den 90ern aktiv, vorher hat der Farmerssohn als Trucker gearbeitet. Nach und nach baute er seine Farm zusammen mit seiner Frau auf. Nancy stammt von dem zweiten Betriebsteil, der etwa 240 km entfernt liegt.

Die Familie setzt die Maschinen über Land um, bis zu sechs Stunden sind sie dann unterwegs – komplett mit der Direkt-Bestellkombi über den Highway. Dass die resolute Frau voll mit im Betrieb ist, merken wir, als sie mit FlippFlopps cool den Case-Großflächenstreuer aus der Halle fährt. US-Präsident Donald Trump finden beide gut. Er sei ein Geschäftsmann und langfristig zahle sich seine Politik auch für die Farmer in den USA aus, sind sie überzeugt.

Boden schützen

Duals Duals sind die typische Bereifung in Nordamerika.
Bild: Höner
Die beiden Schlepper des Betriebes fahren wie überall in Nordamerika auf Duals – also auf Zwillingsreifen. Die Reifenbreite und der Abstand richtet sich nach dem Reihenabstand im Mais- bzw. Sojaanbau. Bei Livelys beträgt der Abstand gängige 30 Inches, also 76,2 cm.

Breite Reifen wie in Europa findet man kaum. Doug gibt zu, dass seine Fruchtfolge mit Soja und Mais nicht abwechslungsreich ist, doch versucht er, in diesem System möglichst schonend zu wirtschaften: „Die Flächen gehören fast alle uns, und ich möchte Verdichtungen unbedingt vermeiden.“Der Betriebsleiter hat sich für Reifen mit IF- und neuerdings mit VF-Technologie entschieden. Durch verstärkte Schultern und Flanken lässt sich der Reifendruck bei VF-Reifen (Very High Flexion) um bis zu 40% tiefer absenken als bei Standardreifen.

Weil die Farmer vor allem mit gezogenen Maschinen arbeiten, müssen die Reifen zwar weniger tragen, aber dafür mehr Zugleistung übertragen. Sie können sich dabei durch den geringeren Druck länger machen. Dass den Livelys der Bodenschutz wichtig ist, sieht man auch bei der Bereifung des Selbstfahrers bzw. dem Gurtbandlaufwerks eines anderen Streuers.

Tractorpulling Die Leidenschaft der Farmer: Tractorpulling
Bild: Höner
Den Selbstfahrer setzt die Familie in einem Umkreis von 40 Meilen auch im Lohn ein. Der eigene Truck liefert den Kalk an, ein Förderband, das der Streuer hinter sich her zieht, übernimmt das Überladen.

Die wirkliche Leidenschaft der Familie steht übrigens gleich neben den Ackerschleppern. Und auch hier spielen Reifen eine wichtige Rolle, allerdings eher beim Ziehen als beim Bodenschutz: Der Puller „Bank Robber“ der Livelys hat vier V8-Triebwerke, und Doug gibt deren Gesamtleistung mit unglaublichen 10000 PS an.
Dass die Familie Hand in Hand arbeitet, sieht man beim Anwerfen der Triebwerke: Doug sitzt auf dem Fahrersitz, doch den mächtigen Anlasser bedient Nancy.

Lesen Sie mehr

2 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Armin Brenner-Schmid · 1.
    Habe immer mit Interesse Berichte über andere Länder gelesen

    so auch diesen! Nur Schade das TopAgrar nicht mehr an die Jungen Leute rankommen die im Ausland Praktikas machen! War für mich jeden Tag sehr spannend neue Berichte von Jungen Menschen zu lesen die gerade ein Praktika auf einer Farm im Ausland machen! Schade Top Agrar, wäre das nicht mal wieder an der Zeit etwas für die Jugend zu machen? Ansporn mit einer Finanziellen Geste oder wie auch immer das, das Auslandstagebuch wieder zum Leben erweckt wird!! Leider kam ich als Junger Mann nicht ins Ausland, deshalb ist es für mich noch interessanter!!

    Anmerkung der Redaktion:
    Ja das stimmt. Wir haben ja auch immer für die Tagebücher eine Monatspauschale gezahlt. Leider nur finden sich immer weniger junge Leute, die neben ihrer Arbeit 2 x pro Woche einen Tagebucheintrag schreiben möchten. Facebook hat sich da in den letzten 10 Jahren als einfache Plattform in den Vordergrund geschoben. Zuletzt waren mehrere neue Schreiber nach Ankunft wieder abgesprungen, weil es ihnen doch zu aufwändig erschien oder die Arbeitstage zu lang waren. Gruß A. Deter

    Das meinen unsere Leser:
  2. von Andreas Demann · 2.

    Nix neues bei Top agrar? Diesen Bericht gab's vor Wochen / Monaten schon einmal.

    Das meinen unsere Leser:
Ihre Meinung

Zum Schreiben eines Kommentars loggen Sie sich bitte ein!

Sie sind neu hier?

Als Abonnent kostenlos registrieren