Problemwölfe: Schmidt hält Eingreifen im Ernstfall für denkbar

In Norwegen haben die Wölfe wenig Scheu vor dem Menschen. Ist das bei uns bald auch so? (Bild: BBC-Doku)

Sollte der Wolf in Einzelfällen zur Bedrohung für den Menschen werden, hält Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt ein Eingreifen für denkbar. „Es kann einen Punkt geben, an dem die Wolfs-Population so groß wird, dass wir eingreifen müssen“, sagte der CSU-Politiker am Montag der Bild-Zeitung.

Der Wolf falle zwar unter den Artenschutz, dürfe aber nicht zum Problem werden. Zuvor hatte Niedersachsens Umweltministerium für den Notfall auch drastische Maßnahmen bis hin zur Tötung genehmigt.

„Der Schutz des Menschen hat immer Vorrang vor dem Artenschutz“, sagte Schmidt. „Hier gilt: keine Experimente, sondern das Prinzip Verantwortung.“ Der in Deutschland heimisch gewordene Wolf müsse sich an das Ökosystem und die dicht besiedelte Kulturlandschaft anpassen. „Auch Wölfe stehen wie jede andere Gattung nicht für sich allein und müssen in das Gesamtgefüge passen.“ Der Wolf müsse seine klassische Rolle als scheues Raubtier im Wald einnehmen, das von Wild lebt, sagte der Bundesagrarminister. Die Länder hätten Wolfs-Management-Pläne, die Rudel müssten intensiv beobachtet werden. „Die Fachleute vor Ort müssen immer die Kontrolle über die Entwicklung der Rudel haben.“

In Niedersachsen war die Debatte nach der Sichtung eines Tieres in einem Wohngebiet im Kreis Oldenburg weiter angefacht worden. Nach mehreren Meldungen und Fotos eines Wolfes in einer Siedlung in Wildeshausen berieten die Kreisstadt und das Umweltministerium in Anfang März über das weitere Vorgehen. Das Ergebnis: Wegen der befürchteten Gefahren könne das Tier mit Gummigeschossen vertrieben, betäubt und in letzter Konsequenz auch getötet werden, teilte das Ministerium damals mit. Diese Maßnahmen stünden im Einklang mit dem Bundesnaturschutzgesetz und dürften nur in Abstimmung mit den zuständigen Behörden ergriffen werden.


Lesen Sie mehr

2 Leserkommentare Kommentieren

  1. von lukas#001 · 1.
    Wenn der Wolf,

    jetzt zugebissen hätte. Käme dieses dann auch in den Medien? Ich glaube nicht. Denn solche Ereignisse werden verschwiegen, da man ja seine eigene Dummheit eingestehen müsste. Wie gesagt immer von den Versicherern. Haltet die Kinder mit dem Feuerzeug von dem Strohhaufen. Normal passiert nichts, aber wenn dann brennt die ganze Hütte ab. Gruß von dem Unwissenden

    Das meinen unsere Leser:
  2. von lukas#001 · 2.
    Hoffentlich testen

    unsere Minister mal dieses soweit, am besten die Hand hinhalten und anbeißen lassen, am besten ihre Haupthand. Bin gespannt ob das Tier dann immer noch so süß ist. Herr Minister Meyer zeigen Sie mal ihre Courage, ebenfalls der Herr Minister Schmidt. Gruß und viel Glück, denn 100% Zuverlässigkeit gibt es bei diesen Tieren nicht.

    Das meinen unsere Leser:
Ihre Meinung

Zum Schreiben eines Kommentars loggen Sie sich bitte ein!

Sie sind neu hier?

Als Abonnent kostenlos registrieren