Remmel will Ackerbau an Gewässerrändern verbieten

Die Landwirte in Nordrhein-Westfalen müssen sich auf weitere Beschränkungen im Ackerbau sowie hinsichtlich in der Ausbringung von Pflanzenschutz- und Düngemitteln in der Nähe von Gewässerrandstreifen einstellen.

Wie aus dem Eckpunktepapier für ein neues Landeswassergesetz hervorgeht, sollen der Ackerbau sowie der Einsatz und die Lagerung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln in einem Streifen von 5 m zum Gewässer mit einer Übergangszeit ab 2022 verboten werden. Die Landwirtschaft habe bis dahin noch Gelegenheit, im gewässernahen Bereich ihre Bewirtschaftung freiwillig umzustellen und so den Eintrag von Stoffen in Gewässern zu unterbinden.

Ferner will die Landesregierung unter anderem den gesetzlichen Deich- und Hochwasserschutz stärken sowie den Schutz der Wasservorkommen zur öffentlichen Trinkwasserversorgung verbessern, indem landesweit einheitliche Standards für Wasserschutzgebiete gelten sollen.

Landwirtschaftsminister Johannes Remmel erklärte, mit der Novelle des Landeswassergesetzes solle die heimische Wasserwirtschaft zukunftsfähig gemacht, der Weg zu „lebendigen“ Gewässern geebnet und die Qualität des Grundwassers entscheidend verbessert werden. Die dichte Besiedlung, die Industrialisierung und die intensive Landwirtschaft hätten deutliche Spuren in den Gewässern und bei den heimischen Grundwasservorkommen hinterlassen.

Der Minister verwies zudem auf den Bericht „Nitrat im Grundwasser“, wonach in landwirtschaftlich intensiv genutzten Gebieten im Norden und Westen des Landes die Nitratkonzentrationen seit mehr als 20 Jahren gleichbleibend hoch oder steigend seien. Davon betroffen seien mehr als 40 % der Grundwasserkörper, aus denen ohne entsprechende Aufbereitung keine Gewinnung von Trinkwasser mehr möglich sei. Bei den Gewässern befänden sich derzeit nur 6 % in einem guten ökologischen Zustand.

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3 Leserkommentare Kommentieren

  1. von paul-maier · 1.
    Die dichte Besiedlung, die Industrialisierung und die intensive Landwirtschaft

    hätten nach Aussage von Minister Remmel ihre Spuren hinterlassen. Die beiden erstgenannten Faktoren kommen aber in seinen Planungen für eine Sanierung gar nicht vor weil auch er weiss, dass so etwas selbst für Grüne nie durchsetzbar ist weil es schlicht und einfach nicht mehrheitsfähig wäre. So gehört Minister Remmel auch zu den Traumtänzern die dem Volk weismachen wollen, mit weiterer Gängelung der Landwirtschaft das Grundwasser sanieren zu können und ganz gezielt alle anderen Gefahrenquellen ignorieren. Für das Grundwasser erreichen sie so niemals eine echte Verbesserung aber ihr ständiges Einprügeln auf die Landwirtschaft verschaffte ihnen bisher die zum politischen Überleben wichtigen Wählerstimmen vieler gutgläubiger, aber im Grunde ahnungsloser Mitbürger.

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  2. von toddelg · 2.
    Erst fördert man Fassadendämmung mit Bioziden,

    danach schiebt man die Rückstände der Landwirtschaft in die Schuhe. Gleiches gilt bei dem maroden Abwassernetzwerk. In der Schweiz ist man da wesentlich weiter und sieht nicht mehr die Landwirtschaft als Hauptverursacher an. Zitat: "„Die Biozide versickern im Boden und gelangen in Gewässer“, sagt die Umweltbiologin Irene Wittmer. Die Stoffe durchlaufen marode Abwasserkanäle und gelangen in Kläranlagen, die das Gift nicht herausgefiltert bekommen. Letztlich fließen die Biozide in die Gewässer" http://www.derwesten-recherche.org/2013/01/biozid-alarm-das-gift-das-aus-gedammten-hauswanden-kommt/

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  3. von ramsdorf · 3.
    So sieht eine Enteignung aus.

    Fachlich völlig daneben, In den Städten wurde zt. über den Flüssen drüberher gebaut, aber die Landwirtschaft solls richten. Die meisten Flüssen sind im Besitz der Landwirte, aber Eigentum der Landwirtschaft zählt nicht mehr

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