Stralsund stimmt für Glyphosateinsatz

Der Einsatz von Glyphosat ist anders als auf vielen anderen Pachtflächen von Städten in Stralsund weiterhin erlaubt.
Bild: Tastowe

Immer mehr Städte und Gemeinden verbieten den Glyphosateinsatz auf gepachteten Flächen. Anders in der Hansestadt Stralsund: Die Befürworter setzten sich hier durch. Auf den rund 7000 Hektar an landwirtschaftlicher Nutzfläche, die der Stadt Stralsund gehören, dürfen Landwirte auch weiterhin Glyphosat einsetzen.

Die Grünen-Fraktion hatte während der jüngsten Sitzung gefordert, „bei der Bewirtschaftung land- und forstwirtschaftlicher Flächen sowie in Gartenanlagen und Parks zukünftig auf den Einsatz glyphosathaltiger Herbizide“ zu verzichten, berichtete die Ostsee-Zeitung. Die Stadt Stralsund besitzt ungefähr 7000 Hektar an landwirtschaftlichen Nutzflächen, ein Großteil davon befindet sich auf der Insel Rügen. Insgesamt hätten derzeit 60 Pächter für die Bewirtschaftung dieser Flächen einen Vertrag mit der Stadtverwaltung.

Bereits Wochen zuvor hatte Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) mitgeteilt, dass er einem generellen Glyphosat-Verbot eher ablehnend gegenübersteht und von Lösungen gesprochen, die für alle Beteiligten Sinn machen – „vom Bauern bis zur Biene“, so Bradow gegenüber der Zeitung. Ihm zufolge sei es nicht richtig, sich in der Diskussion um den Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln nur auf einen Wirkstoff zu konzentrieren. Die Folgen von Glyphosat seien im Gegensatz zu anderen Stoffen vergleichsweise gut untersucht worden.

Nach Aussagen von André Meißner, dem Umweltexperten der CDU in der Bürgerschaft, würden die Landwirte in der Region anders als in Südamerika „nur etwa einen Liter Glyphosat pro Hektar Ackerfläche“ einsetzen. Das gesundheitliche Risiko sei daher nicht vergleichbar.

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5 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Paul Siewecke · 1.

    Das Problem ist aber: Der Abgeordnete sprach ausdrücklich von Mittel nicht von Wirkstoff, es bleibt oft genug nicht bei einer Anwendung jährlich, die anschließende Bodenbearbeitung hat den gleichen Effekt wie die PSM-Maßnahme vorher, selktive Herbizide werden als Standardmaßnahme trotzdem eingesetzt und was Öko-Bauern angeht: auch die können inzwischen Pfluglos....

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  2. von Gerhard Steffek · 2.
    @Paul Siewecke

    nur etwa 1 Liter/ha stimmt aber ziemlich genau. Wenn man den reinen Wirkstoff Glyphosat hernimmt, dann sind wir bei einer Aufwandmenge von ca. einem Liter. Nach Gebrauchsanweisung von Roundup hat man eine Aufwandmenge von 4 Liter/ha. In diesem Liter Roundup sind 356 gr. Glyphosat als Reinwirkstoff. Man kommt somit auf eine Aufwandmenge von max. 1,424 Liter Glyphosat pro Hektar. Rechnet man es um auf den Quadratmeter habe ich sogar nur eine Menge von 0,14 Gramm. Ich betrachte das als mehr oder weniger starke "homöopathische Menge". Sozusagen als Globuli und die sollen ja auch im homöopathischen Bereich helfen. Da redet aber auch keiner von einem Verbot. Es ist ja auch bezeichnend für die "Giftigkeit" dieses Stoffes, daß Glyphosat in Wasserschutzgebieten zur Anwendung erlaubt ist. Wenn in diesen Bereichen der Grünlandumbruch verboten ist (Nitratbelastung), dann ist die Möglichkeit der pfluglosen Grünlanderneuerung mit Glyphosat und Einsaat mit Schlitzsaatgerät dort möglich. Was zudem in meinen Augen auch die umweltschonendste und emissionsärmste Art und Weise ist. Es zerstört die Bodenstruktur nicht und schont auch alle ober-, als auch unterirdischen Bodenlebewesen. Ich arbeitete sogar nur mit 2 Liter Roundup/ha mit 200 Liter Wasser. Nach ca. einer Woche säte ich mein Getreide mit Minimalbodenbearbeitung (Frässaat). Funktionierte einwandfrei und da wage ich zu behaupten das mir hier in punkto Nachhaltigkeit, Ökologie und Ökonomie kein Biolandwirt das Wasser reichen kann. Ich erinnere hier nur an die Körnerwarze. Die hatte bei mir eine Chance zu überleben. Es ist nur eine Frage des "wie", wie man dem Volk von der Straße die Sache verkauft. Ein Freund sagte immer: "es steht jeden Tag ein Dummer auf, den muß man nur finden". Diesen Satz beherzigen unsere Grünen nach Strich und Faden - finden entsprechend viele dieser "Dummen" und sind sich nicht zu schade diese entsprechend für ihre Interessen auszunutzen.

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  3. von Paul Siewecke · 3.
    1 Liter / Hektar...

    würd mich mal interessieren, wie der Umweltexperte auf diese Zahl kommt. Rein fachlich ist eine Anwendung mit nur 1 l/ha eher kontraproduktiv. Also hat er Durchschitt über alle Landwirte gerechnet. Und dann kommt hinzu, dass in der Region einige größere Öko-Landwirte arbeiten, die das Mittel eh nicht anwenden, sind die im Durchschnitt enthalten? Zu solchen Durchschnittsaussagen kann man nur sagen: im Durchschnitt war der Teich nur einen halben Meter tief, trotzdem ist die Kuh ersoffen!

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  4. von Diedrich Stroman · 4.
    Mehr davon!

    Die Politiker im Osten zeigen Sachverstand und Entscheidungs Kraft mit Rückrat, genau das was Minister Schmidt bei der Bundesregierung gefehlt, und auch in Zukunft fehlen wird! Hier regieren Ökoaktivistin und NGOs mit Schützenhilfe der Grünen und einiger Medien, wozu dann noch das Versagen einer Regierungspartei als Sahneheupchen oben drauf kommt, ich stehe zu ihnen!!

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  5. von Ansgar Tubes · 5.
    Super!

    Wir bräuchten mehr solche Politiker, die ohne Realitätsverlust rein nach Sachlage Entscheidungen auch gegen den Mainstream treffen und sich nicht von irgendwelchen Schlauschwätzern aus Reihen der Grünen und NGOs haben einlullen lassen.

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