IGC: Globaler Weizenendbestand 2018/19 reicht für 122 Tage

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Bild: Archiv

Die globale Versorgungslage bei Weizen dürfte 2018/19 überdurchschnittlich ausfallen. Davon geht zumindest der Internationale Getreiderat (IGC) in seinem aktuellen Bericht vom 26. Juli aus.

Laut IGC ist zwar damit zu rechnen, dass der globale Endbestand bei dieser Getreideart im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich um 18,2 Mio t oder 6,9 % auf rund 247,2 Mio t abgestockt wird. Damit könnte aber der erwartete Verbrauch von weltweit 739,2 Mio t etwa 122 Tage lang gedeckt werden. Die betreffende Kennzahl des Vorjahres würde dann um neun Tage verfehlt, der entsprechende Durchschnitt der vergangenen vier Jahre jedoch um vier Tage übertroffen.

Wie dem IGC-Bericht weiter zu entnehmen ist, zeichnet sich 2018/19 eine globale Weizenernte von insgesamt 721,0 Mio t ab; damit würde die Vorjahresernte von schätzungsweise 758,0 Mio t deutlich verfehlt. Anfang Juli waren die Londoner Experten noch von 15,8 Mio t mehr ausgegangen. Als wichtigsten Grund für die jetzt pessimistischere Einschätzung nennt der Getreiderat vor allem die schlechteren Ernteaussichten in der Europäischen Union. Deshalb korrigierten die Fachleute ihre betreffende Prognose für die Gemeinschaft um 7,4 Mio t auf jetzt 139,9 Mio t Weizen nach unten; dies wäre das geringste Aufkommen der vergangenen sechs Jahre, das Vorjahresergebnis würde um 11,3 Mio t verfehlt.

Im Einzelnen wird für die deutsche Weizenproduktion ein Rückgang um 17 % auf 21,4 Mio t Weizen gesehen, und zwar als Folge einer Flächeneinschränkung sowie von Hitze und Trockenheit vor allem in den nördlichen Teilen der Bundesrepublik. Die anhaltende Dürre habe auch die Ernten in Polen, den baltischen Ländern und in Skandinavien beeinträchtigt, heißt es im IGC-Bericht. Für Frankreich erwartet der Getreiderat nun ein Ernteminus von 6 % auf 36,4 Mio t Weizen.
 
US-Winterweizenkampagne fast abgeschlossen

Ernte in den USA Ernte in den USA
Bild: M. Graff
Derweil veranschlagen die Londoner Experten die diesjährige Weizenernte Russlands auf 66 Mio t; das wäre im Vorjahresvergleich ein Rückgang um 18,9 Mio t oder 22,3 %. Dieses Minus ergibt sich vor allem aus Ertragseinbußen bei Winterweizen, wobei aber trotzdem bei Weizen insgesamt noch das Niveau des Fünfjahresdurchschnitts erreicht würde.

Am 23. Juli war dem Getreiderat zufolge bereits mehr als die Hälfte der russischen Weizenfläche abgeerntet. Optimistischer sind die Londoner Fachleute dagegen mit Blick auf die US-Weizenproduktion, die sie auf 51,1 Mio t taxieren; gegenüber 2017 wäre dies ein Plus von 3,7 Mio t oder 7,8 %. Den Winterweizen hatten die Farmer laut amerikanischem Landwirtschaftsministerium (USDA) am 29. Juli zu 85 % eingebracht; das war 1 Prozentpunkt weniger als der Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre, aber 5 Prozentpunkte mehr als zum Vorjahreszeitpunkt.

Derweil hat die US-Sommerweizenernte gerade begonnen; zum Stichtag waren erst 4 % der Anbauflächen abgeerntet. Auch die IGC-Ernteprognose für Kanada fiel diesmal zuversichtlicher aus. So passte der Getreiderat seine Voraussage für die dortige Weizenproduktion in diesem Jahr um 600 000 t auf 31,8 Mio t nach oben an; im Vergleich zum Vorjahr wären das 1,8 Mio t mehr.
 
Russland bleibt größter Weizenexporteur

Beim internationalen Weizenhandel 2018/19 erwartet der IGC einen moderaten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um 1 Mio t auf insgesamt 176 Mio t. Wichtigster Exporteur dürfte mit voraussichtlich 30,1 Mio t Russland bleiben; in der vergangenen Saison hatte die Föderation einen Rekord von schätzungsweise 42 Mio t ausgeführt.

Der zweite Platz unter den Lieferanten am Weltmarkt geht nach den Prognosen des Getreiderats erneut an die USA mit einer Ausfuhrmenge von voraussichtlich 29,4 Mio t. Im Vorjahr hatten die Vereinigten Staaten nur 23,3 Mio t Weizen exportiert.

Mit Blick auf die Weizenexporte der Europäischen Union 2018/19 sind die Londoner Experten nun pessimistischer als noch vor Monatsfrist. So korrigierten sie ihre betreffende Voraussage im Zuge der schlechteren Produktionsaussichten um 1 Mio t auf 24 Mio t nach unten; das wären aber trotzdem noch 2,8 Mio t mehr, als im Vorjahr exportiert worden waren. Damit könnte die Gemeinschaft in der aktuellen Saison ihren dritten Platz auf der Weltrangliste der Anbieter am internationalen Weizenmarkt erfolgreich verteidigen.

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