Düngeverordnung: Erhebliche Folgen für Milchviehbetriebe

Trecker mit Güllefass Neue Düngeverordnung bringt erhebliche Folgen für Milchbauern mit sich.
Bild: Archiv

Trecker mit Güllefass Neue Düngeverordnung mit erheblichen Folgen für Milchbauern.
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Die Reduzierung des zulässigen Phosphat Überschusses von 20 kg auf 10 kg im sechsjährigen Durchschnitt könne erhebliche Folgen für Milchviehbetriebe haben. Daran erinnert die Landwirtschaftskammer Niedersachsen.
 
Zudem werde ab 2018 in zwei Schritten die Stromstoffbilanz eingeführt, mit welcher die Zu- und Abfuhr von Nährstoffen eines Betriebes gegenübergestellt werden. Vor diesem Hintergrund sei es wichtig, so die Kammer, die Phosphorgehalte der Futtermittel zu kennen, um die Bilanz kalkulieren zu können.
 
Auch für die Düngung müssten die Gehalte bekannt sein, um den Phosphorentzug über das Erntegut berechnen zu können. Die Experten der Kammer empfehlen den Rinderbetrieben deshalb, auch die Silagen auf Phosphor zu untersuchen und keine Tabellenwerte zu nutzen. Im vergangenen Jahr seien weniger als 28 % der Gras- und nicht einmal 14 % der Maissilagen auf diesen Nährstoff untersucht worden. Untersuchungen zeigten jedoch, dass insbesondere bei der Grassilage erhebliche Schwankungen vorkämen.
 
Im vergangenen Jahr variierte der Phosphorgehalt im ersten Schnitt bezogen auf ein Kilogramm Trockenmasse (TM) laut Kammerangaben bei der Grassilage von 1,49 bis 6,29 und bei der Maissilage von 1,39 bis 3,3 g. Für die Berechnung des Nährstoffanfalls in der Düngeverordnung seien für die Maissilage 2,2 g und für die Grassilage 3,3 g/kg TM unterstellt. Auch bei Getreide könnten die tatsächlichen Phosphorgehalte über den ausgewiesenen Durchschnittwerten liegen. Deshalb sei eine Analyse für eine bedarfsgerechte Versorgung von Tieren und Pflanzen unabdingbar.
 
Der Kammer zufolge hat eine Kuh mit einer Leistung von 30 kg Milch am Tag einen Bedarf von etwa 3,6 g Phosphor je Kilogramm Gesamttrockenmasse. Aktuelle Auswertungen des Vereins Futtermitteltest zeigten jedoch, dass der deklarierte Phosphorgehalt von mehr als 1 200 Milchleistungsfuttern im Mittel 6,5 g/kg betrage. Bestehe ein Überschuss, so könne dieser reduziert werden, indem phosphatfreie oder -arme Mineral- oder Leistungsfuttermittel eingesetzt würden, erläuterte die Kammer. Ihr zufolge gelangt mit dem zugekauften Futter mehr Phosphor in die Betriebe als mit Milch und Fleisch abgeführt wird.

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6 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Erwin Schmidbauer · 1.
    Eigeninteressen?

    Könnte es sein, dass die Kammer gerade die Gunst der Stunde nutzt, die Landwirte zur der kostenpflichtigen Analyse ihrer Futtermittel zu drängen? Zum eigenen Nutzen oder von verbundenen Laboren?

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  2. von Gerhard Steffek · 2.
    Doktorarbeit?

    Wird das ganze jetzt eine Doktorarbeit? Reicht hier der gesunde Menschenverstand und die "gute fachliche Praxis" nicht mehr aus? Man könnte es fast meinen. Denn wenn ich mir so die ganzen Stellenausschreibungen ansehe, dann ist der "einfache" Handwerker oder gelernte Kaufmann etc. nicht mehr gefragt. Heute ist doch Mindestvoraussetzung ein Studium und der Ingenieur oder Bachelor als Abschluß. Fühlt man den Herrschaften auf den Zahn, dann ist es leider nicht weit her mit ihrem Ing. bzw. Ba. Was hilft teilweise das ganze theoretische Wissen, wenn es an der Umsetzung in der Praxis fehlt. Wir kommen doch schon langsam zu der Erkenntnis, das wir genug "Fachidioten" rumlaufen haben, es aber an Praktikern fehlt. Hier in der Landwirtschaft kommt es damit doch dann auch noch soweit, dass jeder Landwirt studiert haben muss um seinen Betrieb zu führen. In den Augen der restlichen Bevölkerung wird er aber dennoch immer der "dumme Bauer" bleiben, den man gängeln kann.

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  3. von Gerd Uken · 3.
    Und unser Staatssekretär Aikens sagt im RAdio

    Man hätte den Ländern jetzt etwas an die Habd gegeben.....und der Nann von der Kammer man könnte ja über Fütterung den Phisphorgwgalt senken. Endexvom Lied wird sein man wird uns auch eine PQuote vor setzen -nur mit dem Unterschied das wir unsere Degiration schon vorher los geworden sind....

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  4. von Jan Peter · 4.

    Was nützt hier kämpfen. In der Diktatur bestimmt nur eine kleine Gruppe die vom Volke noch nicht einmal gewählt werden durfte oder konnte. Hier hält sich nichteinmal die Justiz selber an die gültigen Gesetze.

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  5. von Paul Maier · 5.
    Neue Spielwiese: Phosphorgehalt.

    Während meines meines Berufslebens erlebte ich zumindest einmal die Umstellung der Analysemethode beim Phosphorgehalt und dann noch die Senkung der gemessenen Gehalte für die Einteilung in die Gehaltsklassen. Der gemessene Wert beim Phosphat sagt aber wenig über seine tatsächliche Pflanzenverfügbarkeit aus. Es scheint so, dass auch dieser Wert beliebig nach politischen Vorgaben gestaltet wird. Allmählich schwindet bei mir der Glaube an jegliche vom Gesetz vorgegebene, mit teuren Analysen auf Kosten der Landwirte festgestellten Grenzwerte, deren Einhaltung dann auch noch mit grossem, bürokratischen Aufwand von Behörden kontrolliert wird. Wenn nun empfohlen wird, das Grundfutter auf den Phosphorgehalt untersuchen zu lassen, dann könnte man doch glatt auf den Gedanken kommen, dass die Sorge um die eine gesicherte Auslastung der eingerichteten Untersuchungslabore das vorrangige Anliegen dabei ist.

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  6. von Wilhelm Grimm · 6.
    Alle wissen es jetzt.

    warum habt ihr nicht vorher gekämpft ?

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