Aeikens zu Gast im „Tierwohlkompetenzzentrum“ Wehnen

Aeikens Präsident Gerhard Schwetje, Dr. Ludwig Diekmann, Direktor Hans-Joachim Harms und Vizepräsident Hermann Hermeling nehmen ihren Besuch, Staatssekretär Dr. Hermann Onko Aeikens und dessen Mitarbeiterin Dr. Kirsten Kemmerling in die Mitte.
Bild: LWK Niedersachsen/Hollweg

Die Versuchsstation Wehnen empfiehlt sich als „Tierwohlkompetenzzentrum“. Vertreter der Kammerleitung nutzten Anfang der Woche den Besuch von Agrar-Staatssekretär Dr. Hermann Onko Aeikens, um die auf eine immer bessere Tierhaltung fokussierte Arbeit am Standort Wehnen zu präsentieren.
 
Niedersachsens Kammerpräsident Gerhard Schwetje erläuterte das interdisziplinäre und vernetzte Arbeiten an der Versuchsstation. „Wir verbinden hier die Fragestellungen zur modernen Tierhaltung mit denen zum Umwelt- und Ressourcenschutz“, sagte Schwetje und wies auf die Versuchsfelder in unmittelbarer Nähe hin. Außerdem würden wichtige Erkenntnisse gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft erarbeitet.
 
Das Ziel des gemeinsamen Engagements ist nach Aussage von Kammerdirektor Hans-Joachim Harms, „praxisnahe und vernünftige Empfehlungen“ für die tägliche Arbeit von Landwirten und Tierärzten zu erarbeiten. Damit werde den Erwartungen auf den Höfen und in der Gesellschaft gleichermaßen Rechnung getragen. „Unser großes Plus ist dabei, dass sich alle Seiten auf ein neutrales und unabhängiges Arbeiten verlassen können“, so der Kammerdirektor.
 
Als ein konkretes Beispiel der Arbeit in Wehnen erläuterte Dr. Heiko Janssen das Projekt „InnoPig“. Darin werden unterschiedliche Haltungsverfahren von Sauen mit Ferkeln untersucht. Verglichen werden zwei alternative Haltungssysteme, Freilaufbucht und Gruppenhaltung, mit der heute weit verbreiteten Einzelhaltung der Sauen mit Ferkelschutzkorb. „Die geringsten Verluste gab es mit dem Ferkelschutzkorb, bei den beiden Alternativen kamen mehr Ferkel zu Tode“, fasste Janssen die Ergebnisse zusammen. Nun werde weiter untersucht, wie die alternativen Haltungsverfahren zu optimieren sind, um die Ferkelverluste weiter zu verringern.
 
Auch die Verwertung von Wirtschaftsdüngern, also zum Beispiel Gülle aus der Tierhaltung oder Gärreste aus Biogasanlagen, soll in Wehnen zukünftig noch intensiver untersucht werden. Dr. Harm Drücker, Leiter des Kammer-Fachbereichs Energie, Bauen und Technik, erläuterte: „Unser Ziel ist eine umweltgerechte und gleichermaßen effiziente Nährstoffkreislaufwirtschaft.“ Künftig reiche es nicht mehr aus, ausschließlich die Transportwürdigkeit der Wirtschaftsdünger zu erhöhen. „Um die Akzeptanz zum Beispiel in Ackerbauregionen zu erhöhen, müssen die Endprodukte auf die Anforderungen des Pflanzenbaus zugeschnitten sein“, sagte Drücker.
 
Seine Gedanken zu einem „Fachzentrum Nachhaltige Nutztierhaltung“ skizzierte Dr. Ludwig Diekmann. Dort könnten die Erfahrungen aus Modell- und Demonstrationsvorhaben, neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Erfahrungen aus der täglichen Praxisarbeit zusammengeführt werden. „In dem Zentrum wird alles gebündelt, bewertet und in die breite landwirtschaftliche Praxis in Niedersachsen getragen“, so der Leiter des Kammer-Unternehmensbereichs Tier. Über eine Vernetzung mit der Nutztierhaltungsstrategie des Bundes finde der Wissenstransfer „regional und bundesweit“ statt. Diekmann kündigte weitere Projekte des Fachzentrums zum Kupieren von Schwanzspitzen bei Schweinen, zur Emissionsminderung in der Nutztierhaltung sowie zur Geflügelhaltung an.
 
„Die Koalitionsvereinbarung der niedersächsischen Landesregierung unterstützt die Nutztierhaltungsstrategie des Bundes ausdrücklich“, ergänzte Diekmann. Darin werde auch die Einrichtung von „Tierwohlkompetenzzentren“ gefordert, die „vor Ort Informationen und Fachkompetenz in Fragen tierwohlgerechter Nutztierhaltung, Umwelt und Genehmigungen“ bereitstellen sollen. Die Versuchsstation Wehnen empfehle sich mit ihrer umfassenden Arbeit als ein solches Kompetenzzentrum.

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