Habeck: Tötung von Nutztieren ist nicht mehr zu rechtfertigen

Habeck Dr. Robert Habeck
Bild: Archiv
Will man langfristige Perspektiven für die deutschen Tierhalter schaffen, führt an einer nationalen Nutztierstrategie kaum ein Weg vorbei. Das ist beim dritten Symposium der Tönnies-Forschung deutlich geworden, bei dem am vergangenen Mittwoch in Berlin Fragen der gesellschaftlichen Akzeptanz der modernen Tierhaltung diskutiert wurden.

Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Dr. Robert Habeck attestierte der Tierhaltung aus ethischer Sicht ein grundsätzliches Rechtfertigungsproblem. Nach seiner Auffassung ist der Tierhaltung und der damit verbundenen Tötung von Tieren für Nahrungsmittelzwecke nämlich mit der reichlichen Verfügbarkeit alternativer Lebensmittel eine wichtige Begründung abhandengekommen. Die Tierhaltung diene heute nicht mehr der Versorgung mit lebensnotwendiger Nahrung, so Habeck. Deshalb müssten die Halter eine neue und gesellschaftlich akzeptable Begründung für ihr Handeln liefern.

Auch der Vorsitzende des Kompetenzkreises Tierwohl beim Bundeslandwirtschaftsministerium, Gert Lindemann, betonte den Anspruch der Gesellschaft auf eine tiergerechtere Behandlung von Nutztieren und sieht in der Schaffung einer nationalen Nutztierstrategie gute Chancen für ein besseres Verhältnis zwischen Landwirtschaft und Verbrauchern. Er drängt dabei allerdings darauf, dass sich höhere Standards auch in einer entsprechenden Vergütung wiederfinden müssten und kann sich dabei auch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer zur Finanzierung des Mehraufwands vorstellen.

Der Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV), Johannes Röring, verwies in diesem Zusammenhang auf die ökonomischen Grenzen bei der Stärkung des Tierwohls. Ihm zufolge sind die Bauern grundsätzlich zu Verbesserungen bereit. Entsprechende Standards müssten aber so ausgestaltet sein, dass am Ende auch noch eine wettbewerbsfähige Produktion in Deutschland möglich bleibe. Ansätze, wie dies geschehen könnte, skizzierte der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder. Er warb unter anderem für eine Neugestaltung der Förderkulisse. Gefördert werden dürfe nicht mehr nur die schlichte Einhaltung gesetzlicher Standards, sondern vielmehr die Bereitstellung echter gesellschaftlicher Leistungen.

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18 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Erwin Schmidbauer · 1.
    Gesunde Ernährung

    Zu einer ausgewogenen Ernährung eines Menschen gehört nun mal Fleisch bzw. tierische Produkte. Es ist wohl ein Unding, einerseits Veganer zu sein, andererseits Vitamin B12-Tabletten zu schlucken, damit man überhaupt Leben kann. Über die notwendige Menge an tierischen Produkten lässt sich sicher diskutieren.

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  2. von Erwin Schneiderbauer · 2.
    Wir bräuchten wieder eine Nachkriegszei!!!

    Dann hätten diese Gutmenschen nicht solche Wohlstandsprobleme............. Alles ist (noch) selbstverständlich

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  3. von Folkmar De Vries · 3.
    Oh mann

    gebt den Politikern doch mal ihre Tabletten!!

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  4. von Thorsten Schäfer · 4.
    Wäre dann an der Zeit, das Robert den Wolf

    aus der Natur entnimmt, denn der frisst getötete oder lebende Tiere.

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  5. von Thorsten Schäfer · 5.
    Habeck und BDM auf Kurs....

    Tier werden dann in Zukunft leben verzehrt, Herr Habeck ist vorausschauend.

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  6. von Bernhard Hellweg · 6.
    es wird nicht leicht

    Seid dem der Homo Sapiens diese Erde betreten hat, nutzt und tötet er Tiere. Das wird sich garantiert nicht ändern. Tiernutzung und damit das töten von Tieren gehört zum Mensch sein dazu.

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  7. von Markus Münch · 7.

    Die Gesellschaft, die ich kenne, kauft gerne Fleisch. Noch lieber kauft sie billiges Fleisch. Und das tut sie so überzeugt, daß Tierwohl keinen Aufpreis verträgt. Da frag ich mich doch wer hier ein Rechtfertigungsproblem hat? Vielleicht der Herr Minister, der Dinge haben möchte,die die Gesellschaft nicht will!

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  8. von Hermann Stroemer · 8.
    Wer die Tierhaltung in Frage stellt

    Nimmt in Kauf, dass nicht nur zwei Drittel der landwirtschaftlichen Nutzfläche (nämlich das gerade von den Grünen so geliebte Grünland) aus der Produktion fällt, sondern darüber hinaus alleine in Deutschland Millionen von Tonnen bester Futtermittel in die (Biogas)Tonne gekloppt werden. Lebensmittel wachsen nicht im Supermarkt und der gigantische Zuwachs an "Importflächen" für pflanzliche Produkte (nicht Futtermittel) geschieht auf Kosten der Ärmsten unseres Planeten. Ethik muss man sich in diesem Fall halt leisten können.

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  9. von Hubert Hämmerle · 9.
    Habek ist für Umwelt und Bauern gut, denn...

    .... er ist eine Zeitbombe für die Grünen. Hoffentlich wird er Spitzenkandidat, und vom Wähler mit samt seinen Mitstreitern in jene Ecke geklatscht, in die sie durch ihre Politik verdient haben.

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  10. von Josef Holz · 10.
    Landwirtschaftsminister ???

    Die Landwirtschaft ist wirklich der einzige Wirtschaftszweig der den grössten Feind als Minister hat. Und dies mittlerweile in - wievielen ?- Bundesländern ? . Und an der Spitze Christian Schmidt, na denn...

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  11. von Gerd Kempken · 11.

    Bei diesem unqualifizierten Mist den diese völlig verzogenen und durch ihre Ideologie realitätsfernen Minister Habeck Meyer und Co von sich geben frage ich mich: was muss man in diesem Land eigentlich mitbringen um Minister zu werden ? Bei den Grünen wohl nichts und schon gar kein Hirn . Da wird dem Verbraucher erzählt er braucht kein Fleisch mehr essen es gibt genug Alternativen. Auf welchem Baum hocken diese selbsternannten "Gutmenschen " eigentlich? Es gibt genug objektive Studien nach denen der menschliche Körper natürlich tierisches Eiweiß braucht, diese werden aber von den Grünen und ihren Miläufern von Bund Nabu PETA und Co nicht erwähnt weil sie nicht in deren kranke Ideologie passt.

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  12. von Lars Henken · 12.
    Ein Landwirtschaftminister....

    .... der der Tierhaltung die Existenzberichtigung abspricht? Das Schöne bei diesen ganzen Forderungen ist ja immer, dass Niemand dafür bezahlen will. Alles soll immer als kostenloser Zusatznutzen realisiert werden. In Umfragen werden immer große Töne gespuckt und wenn dann die soziale Kontrolle an der Kasse fehlt, kaufen 90% der Verbraucher preis-orientiert. Wenn die Tierhaltung also ein Rechtefertigungsproblem hat, dann hat jeder Kunde die preis-orientiert und nicht moraloptimiert einkauft das gleiche Problem. Bio-Lebensmittel aus dem Ostblock von Arbeitern produziert, die weit unter Mindestlohn entlohnt werden. Aber da geht es ja nicht um Tiere und Menschen ausbeuten ist ja vertretbar oder wie? Vor kurzem habe ich mit einem Biochemiker gesprochen. Er meinte in Zukunft werden sämtliche Nährstoffe in großen Tanks mit Hilfe von gentechnisch veränderten Algen erzeugt. Aber geht ja auch nicht, Gentechnik und Labore werden ja auch abgelehnt. Wenn diese Herrschaften so schlau sind und genau wissen, was man darf und was nicht, warum produzieren sie ihre moralische einwandfreien Lebensmittel dann nicht selber?

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  13. von Willy Toft · 13.
    Zyonismus hoch DREI

    Das Alleinstellungsmerkmal bei der Milch- und Fleischproduktion gibt es nicht. Wir werden immer wieder darauf hingewiesen, dass der Verbraucher es nicht am Kauf- Objekt unterscheiden kann. Deshalb laufen alle Bemühungen ins Leere. Nur eine Verknappung, lässt eine andere Diskussion zu. Über was diskutieren wir hier, etwa wie man das Leiden der Landwirte mit solchen Vorgaben noch verlängert? Wenn der Populismus aus der Debatte herausgenommen wird, könnten wir vielleicht einen echten Dialog führen.

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  14. von Kirsten Wosnitza · 14.
    Wer mit offenen Augen durchs Leben geht

    und sich die Zeit nimmt, auch noch außerhalb der Agrarpresse aktuelle Meldungen zu verfolgen, der ist sich in den letzten Jahren dieses Problems sehr bewusst geworden. Überall wo Ackerbau möglich ist oder die chemische und Nahrungsmittelindustrie an Innovationen arbeiten sinkt die Notwendigkeit (natürliches) tierisches Eiweiss zu sich zu nehmen. Wer diese Realität verkennt läuft in Gefahr für die Zukunft aufs falsche Pferd zu setzen. Da muss man nicht nur auf die "Marktpartner" Rügenwalder und Wiesenhof mit ihren Ersatzprodukten hinweisen (die einen noch kleinen Markt bedienen). Es wird gerade in den USA bereits intensiv in Forschung zur Herstellung neuer Eiweissquellen, "künstlichen" Fleisches usw investiert. Hier greift die Warnung von Minister Habeck: Wir Tierhalter müssen uns gut überlegen, welche guten Argumente wir liefern können, um unseren Betrieben eine Zukunft geben zu können. Zeiten ändern sich und sind kein Wunschkonzert für Landwirte! Wenn es uns nicht geling, den Wert unserer Produkte in ihrer Natürlichkeit (das gilt besonders für die Umwandlung von absolutem Grünland in Milch und Fleisch) und ihrem Platz im Kreislauf nach vorne zu bringen,besteht die Gefahr, dass wir langfristig von super hygienischen Billigprodukten aus der Retorte überrollt werden. Mein Appell: Warnungen ernst nehmen und etwas sinnvolles für uns Tierhalter draus machen.

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  15. von Hans Merk · 15.
    Mein Schnitzel wird weiterhin geschlachtet

    Herr Habeck sie können sich gerne eine Nachgeburt panieren lassen ! Ich lade sie auch gerne ein sich ein gutes Stück aus dem nächsten Kadaver abzuschneiden. Bei uns in Bayern bezeichnet man derart verdrehte Leute schlicht als DEPPEN.

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  16. von Gerhard Seeger · 16.
    Wie bitte?

    Wir tun das was in allen Kulturen und zu allen Zeiten Menschen getan haben. Durch dieses Tun ist Zivilisation erst möglich geworden. Würden wir dies nicht tun müsste Herr Habeck heute noch im Lendenschurz umherziehen und würde nichts essen was er nicht vorher eigenhändig totgeschlagen hätte. Nun sollen wir eine "neue gesellschaftlich akzeptable Begründung für unser Handeln" finden? Herr Habeck, zwei konkrete Fragen an Sie: Welche Substanzen konsumieren Sie und welche Art von Hilfe kann man Ihnen zukommen lassen?!?

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  17. von Joerg Klincker · 17.

    Nur noch Veggietage? So ist er! Wie könnte die "gesellschaftlich akzeptierte Begründung " denn aussehen?

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  18. von Werner Altefrohne · 18.

    Ein Landwirtschaftsminister, der die Tierhaltung in Frage stellt? Haben wir nicht da den Bock zum Gärtner gemacht? Sollten die Landwirte nicht besser beim Wirtschaftsministerium angesiedelt werden.

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