Tipps für die mechanische Grünlandverbesserung

Geräte zur mechanischen Grünlandverbesserung Die Praxistage zur Grünlandverbesserung fanden an fünf Standorten statt.
Bild: Margarete Mühl

Ende September konnten sich über 400 Interessierte aus Praxis und Beratung an fünf Tagen in ganz Bayern über das Thema mechanische Grünlandverbesserung informieren. Organisiert wurden die Veranstaltungen von Margarete Mühl von der LfL und von Heri Bedenik vom LKP zusammen mit den zuständigen Ämtern und Fachzentren Pflanzenbau und Ökologischer Landbau.
 
Anstoß zu der Idee, aus den Erfahrungen aus fünf Jahren Verbundberatungsprojekt „Grünland Bayern“, eine Veranstaltungsreihe auf die Beine zu stellen, gab Georg Stöckl vom Fachzentrum Ökologischer Landbau, Neumarkt. Über die zahlreichen Teilnehmer an den einzelnen Orten freuten sich Dr. Michael Diepolder, der an der LfL das Projekt Verbundberatungsprojekt „Grünland Bayern“ leitet, sowie die jeweils zuständigen Amtsleiter Dr. Paul Dosch, Wolfgang Hampel, Dr. Josef Freundorfer und Gerd Düll.
 
Die Veranstaltungen teilten sich in einen Vormittags-und Nachmittagsteil auf. Am Vormittag konnten sich die Besucher an vier Stationen über Maschinen & Technik, Pflege & Management, Bestandsbeurteilung und Saatgutauswahl informieren. Nach der Mittagspause schlossen sich zwei Kurzvorträge zu rechtlichen Regelungen und dem Thema Ökonomie an. Das Highlight am Nachmittag waren die Maschinenvorführungen sowie die Besichtigung der eigens für die Veranstaltung angelegten Demonstrationsstreifen.
 
Die Besucher konnte viele interessante Aspekte, die es bei der Grünlandverbesserung zu beachten gilt, mitnehmen. So ist es zuerst einmal wichtig, vor einer Verbesserungsmaßnahme, seinen Bestand zu kennen und zu beurteilen. Eine „Schlepperferndiagnose“, so Erzeugerring-Berater Manuel Gögelein, reiche dazu nicht.
 
Auch über das Einsatzspektrum der verschiedenen Geräte konnte man sich einen Überblick verschaffen. Dabei gilt für alle, dass für einen erfolgreichen Einsatz sowohl die Befahrbarkeit der Flächen, als auch die Bodenfeuchte passen müssen. Den Besuchern wurde auch klar, dass ohne das passende Saatgut eine Grünlandverbesserungsmaßnahme zu keinem nachhaltigen Erfolg führt. Die genaue Kenntnis der Arten und Sorten für den eigenen Standort und die Nutzungsintensität ist deshalb wichtig. Wenn man auf die Bayerischen Qualitätssaatgutmischungen (BQSM) setzt, die am weißen Sack mit weiß-blauen Rauten zu erkennen sind, ist das eine einfache und gute Möglichkeit, passendes Saatgut zu kaufen.
 
Spezielle Möglichkeiten zur Bekämpfung des Stumpfblättrigen Ampfers wurden mit den Verfahren der intensiven Beweidung und der Behandlung mit Heißwasser demonstriert. Allgemein gilt: alle narbenzerstörenden Maßnahmen sind genehmigungspflichtig und müssen beim zuständigen AELF beantragt werden. Wirtschaftlich gesehen zeigte sich auf allen Veranstaltungen, dass zum Beispiel ein großflächiger Befall von Gemeiner Rispe einen hohen und somit teuren Ertragsausfall nach sich zieht. Die Verluste dadurch sind in der Regel um ein Vielfaches höher, als die Kosten einer Verbesserungsmaßnahme.
 
Die Veranstaltungen fanden auf den Flächen der Projektbetriebe Fischer (Oberostendorf-Gutenberg), Koller-Wierl-GbR (Bad Aibling/Berbling), Schmid (Winzer/Auerbach), Etterer (Immenreuth/Ahornberg) und Mauer (Geiselwind/Füttersee) statt. Mitveranstalter waren die Landwirtschaftsämter Kaufbeuren, Rosenheim, Deggendorf, Tirschenreuth und Kitzingen, die Fachzentren Pflanzenbau Rosenheim, Deggendorf, Bayreuth und Würzburg, sowie die Fachzentren Ökologischer Landbau Kaufbeuren, Ebersberg, Deggendorf, Neumarkt i. d. Opf. und Bamberg, sowie der Maschinen- und Betriebshilfsring Aibling-Miesbach-München e. V.
 
Autorinnen: Margarete Mühl (LfL), Anja Gain (LfL)

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