BÖLW

Biofach: Zahl der Biobetriebe wächst

2019 stellten täglich durchschnittlich fünf Bauern ihren Betrieb auf Ökologische Landwirtschaft um, + 107.000 ha bzw. 6,6 %. Insgesamt legte die Bio-Fläche in den letzten fünf Jahren um fast 50 % zu.

Pünktlich zur heute in Nürnberg beginnenden Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel „biofach“ in Nürnberg (12. bis 15. Februar) hat der Bund ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) die neuen Branchendaten zum Ökolandbau veröffentlicht.

Ergebnis: Der Bio-Sektor wächst dynamisch: Im Jahr 2019 nahm die ökologisch bewirtschaftete Fläche um 6,6 % bzw. um 107.000 ha zu. Dabei setzen die Landwirte mehrheitlich auf die höheren Bio-Standards der Verbände. Mit über 1 Mio. ha. bewirtschaften die Verbandsbauern jetzt fast zwei Drittel der gesamten deutschen Bio-Fläche. Insgesamt legte die Bio-Fläche in den letzten fünf Jahren um fast 50 % zu.

Auch die Nachfrage steigerte sich 2019: Die Kunden kauften für fast 12 Mrd. € Biowaren ein, 10 % mehr als 2018.

Der Hauptabsatz der Biowaren fand 2019 mit 60 % im Lebensmitteleinzelhandel statt, der Umsatz kletterte dort auf insgesamt 7,13 Mrd. € (+ 11,4 %). Die höchsten Öko-Umsatzanteile am gesamten Lebensmittelmarkt erreichte Biomehl mit 26 %, Bioeier mit 23 % und Biomilch mit 14,4 %. Das größte Umsatzplus erzielten die Händler 2019 mit Biokartoffeln, Biomilchrahmerzeugnissen und Biogemüse (je über 20 %).

Für die Zukunft sieht der Vorsitzende des Bundes ökologische Lebensmittelwirtschaft, Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, vor allem im Ausbau der Absatzwege noch Bedarf: „Damit unsere Regionen resilient sein können, braucht es wirksame Strukturpolitik. Denn Resilienz braucht Vielfalt. Und dezentrale, vor allem kleine und mittelständische Verarbeitungsunternehmen und Händler bieten Bäuerinnen und Bauern die Möglichkeit zu fairen Partnerschaften auf Augenhöhe.“

Großes Potenzial für heimische Landwirtschaft und gute Ernährung biete zudem die Außerhausverpflegung.

Dazu ist es laut Löwenstein wichtig, dass das neue Bio-Recht, dass ab 2021 gelten wird, vernünftig ausgestaltet wird. „Die Beratungen zur neuen EU-Öko-Verordnung sind in vollem Gange. Bei Kontrolle, Importen, Verarbeitung und Tierhaltung liegt noch viel Arbeit vor uns, um zu einem besseren Bio-Recht zu kommen.“

Genaue Zahlen

Genaue Zahlen (Bildquelle: BÖLW)

Zahl der Betriebe

Zahl der Betriebe (Bildquelle: BÖLW)

Flächenzuwachs

Flächenzuwachs (Bildquelle: BÖLW)

Im Jahr 2019 haben fast alle Bioverbände Mitglieder dazu gewonnen. Mit Abstand Flächen- und Mitgliederstärkster Verband bleibt Bioland mit 7.744 Mitgliedern und 451.048 ha Fläche. Auf Rang zwei rangiert Naturland mit 3.922 Betrieben und 231.014 ha. Naturland weist unter den klassisch landwirtschaftlichen Verbänden mit 11,6 % das höchste Wachstum auf, dicht gefolgt vom Biokreis. Rund die Hälfte alle Bio-Betriebe mit zwei Drittel der Bio-Flächen wirtschaften nach Verbandsvorgaben. 50 % der Biobetriebe Deutschland wirtschaften auf einem Drittel der Bio-Fläche nach EU-Bio-Vorgaben.

Mehr aktuelle Infos zur Bio-Branche finden Sie unter www.boelw.de/biobranche2020

Wie der Biomarkt sich für Landwirte darstellt, lesen Sie in der März-Ausgabe von top agrar im Beitrag „Wie tickt der Biomarkt?“ ab Seite 30.

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Bayerische Biolandhöfe haben im Schnitt 44 ha

von Alfons Deter

Bioland

Bioland-Mitglieder aus Bayern (Bildquelle: Bioland)

Die positive Entwicklung des Biolandbaus in Bayern knüpft an das dynamische Wachstum des Vorjahres an. Der Bioland Landesverband Bayern konnte 2019 206 neue Betriebe begrüßen, berichteten am Mittwoch auch die beiden Bioland-Landesvorsitzenden Josef Wetzstein und Oliver Alletsee.

Insgesamt wirtschaften jetzt 2.718 Betriebe in Bayern nach den strengen Bioland-Richtlinien. Die organisch-biologisch bewirtschaftete Bioland-Fläche in Bayern stieg um 7 % im Vergleich zum Vorjahr auf 119.742 ha an. Damit habe Bioland seinen Spitzenplatz in Bayern mit einer durchschnittlichen Betriebsfläche von 44 ha je Betrieb behaupten können, so Wetzstein und Alletsee.

Im vergangenen Jahr soll die Zunahme der Betriebe auf alle Betriebsschwerpunkte gleichmäßig verteilt gewesen sein, berichteten sie auf der Biofach weiter. Nur im Milchbereich sei die Umstellung verhaltener gewesen. Seit Oktober 2019 würden die Anfragen zur Umstellungsberatung wieder zunehmen, so dass für 2020 wieder mit deutlich mehr Bio-Milchbauern zu rechnen sei.


Diskussionen zum Artikel

von Gerhard Steffek

Bayern: Im Milchbereich sei die Umstellung verhaltener gewesen -

ist ja logisch! Wenn die Molkereien keine umstellungswilligen Betriebe mehr aufnehmen wollen, weil kein Absatz mehr da ist, dann tut man sich damit nunmal nicht mehr so leicht. Wahrscheinlich wird die Decke auch deswegen nach oben dünner, weil die klassischen Kandidaten ausgehen. ... mehr anzeigen

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