Ökofeldtage: Austauschbörse für Ökos und Konventionelle

Auf den Ökofeldtagen spielt der Dialog zwischen ökologischen und konventionellen Landwirten eine große Rolle. Auf den vielen Ausstellungsflächen geht es um das voneinander Lernen.

Am Mittwochmorgen eröffneten die die 2. bundesweiten Ökofeldtage auf der Hessischen Staatsdomäne Frankenhausen. „Innovationskraft und Vielfalt, das sind die Stärken der Öko-Landwirtschaft“, sagte Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) zur Begrüßung. Ausdrücklich betonte er, dass auf der Veranstaltung der Dialog von Bio-Bauern und konventionell wirtschaftenden Kollegen, mit Politikern, Wissenschaftlern und der angrenzenden Wirtschaft im Mittelpunkt stünden.

Schmal blickt auf Abnahmebereitschaft im Ökomarkt

Viele der Besucher nennen vor Ort den Austausch zwischen den verschiedenen Systemen in der Landwirtschaft als besonderen Reiz der Veranstaltung. Der Hessische Bauerpräsident Karsten Schmal betonte, dass die Ökofeldtage für ökologische wie konventionelle Landwirte wertvoll seien. Bei den ersten Ökofeldtagen im Jahr 2017 seien die Hälfte der Besucher aus dem konventionellen Bereich gekommen. „Wir können von beiden Seiten etwas lernen“, sagte Schmal. Er sehe, wie das Potenzial des Ökomarktes weiter steigt. Dennoch betrachte er auch den Ökomarkt nicht ohne Skepsis. „Für die Landwirte sind Abnehmer für ihre Produkte immer wichtig“, sagte Schmal. Auf dem Ökomilchmarkt erlebe er, dass nach dem Umstellungsboom aus den vergangenen Jahren die Abnahmebereitschaft an ihre Grenzen gekommen ist.

Hinz will 25% Ökolandbau bis 2025 erreichen

Die Hessische Landwirtschaftsministerin Priska Hinz bezeichnete die Ökofeldtage als „Plattform für Bauern insgesamt“. Sie verwies erneut auf das Ziel der hessischen Landesregierung bis zum Jahr 2025 einen Flächenanteil für den Ökolandbau von 25% zu erreichen. Sie wisse, dass das ambitioniert sei und die Landwirte vor Herausforderungen stelle, gab Hinz zu. „Dafür brauchen wir Landwirte, die umstellen wollen“, sagte sie. Aus ihrer Sicht zeige die große Resonanz auf die Ökofeldtage, dass die Biobranche eine „enorme Kraft und einen Wachstumskurs“ habe.

Verbesserungen beim Energieinput nötig

Die enge Verbindung von wissenschaftlicher Forschung und der direkten Anwendung in der Praxis, die auf den Ökofeldtagen möglich sei, betonte der der wissenschaftliche Leiter der gastgebenden Hessischen Staatsdomäne Frankenhausen, Prof. Jürgen Heß. Für die Zukunft des Ökolandbaus machte er ein Ziel aus: „Wir müssen runter von unserem hohen Energieinput auch im Ökolandbau“, sagte Heß.

Nächste Ökofeldtage 2021 bei Gießen

Auf der 2-tägigen Veranstaltung am 3. und 4. Juli erwarten die Veranstalter 10.000 bis 15.000 Besucherinnen und Besucher. Mehr als 350 Aussteller präsentieren ihre Arbeit und Produkte. Außerdem gibt es 1.200 Demoparzellen mit 70 Kulturen, mehr als 50 Maschinenvorführungen und in diesem Jahr auch einen größeren eigenen Schwerpunkt in der Tierhaltung. Die Ökofeldtage fanden zum ersten Mal im Jahr 2017 statt. Die Zahl der Aussteller hat sich dieses Jahr im Vergleich dazu um 87 vergrößert. Veranstalter ist die Fibl Projekte GmbH. Die nächsten Ökofeldtage finden im Jahr 2021 wieder in Hessen diesmal aber auf dem Versuchsbetrieb der Universität Gießen, der Hessischen Staatsdomäne Gladbacherhof, statt.

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Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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