Ärger

Anwohner von Reitwein wollen Putenstall verhindern

Im Osten Brandenburgs will ein Betrieb auf einem früheren LPG-Gelände drei alte Rinderställe gegen neue Putenställe ersetzen. Die Bürger sind empört, die Tagesthemen berichteten.

In Reitwein im Oderbruch darf die Landwirtschaft Golzow Betriebs-Gesellschaft auf dem Gelände einer ehemaligen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) einen Putenstall für 15.000 Tiere errichten. Die Bauaufsichtsbehörde des Landkreises Märkisch-Oderland hat die Genehmigung für die 500.000 Euro teure Investition erteilt.

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Die Anwohner gehen nun mit allen Mitteln dagegen vor, berichtet der RBB für die Tagesthemen, weil der Stall nur wenige hundert Meter von Wohnhäusern entfernt stehen soll, wo sich jetzt noch drei alte Rinderställe befinden. Zudem meinen sie, die geplante Putenmast zerstöre die Dorfidylle. Der Bürgermeister sorge sich auch darum, dass der Zuzug junger Familien stoppt. Laut RBB sagte er wörtlich: „Wer zieht denn in einen Ort, in dem er den ganzen Tag von Putendreck umschwebt wird?".

Und die eigens gegründete Bürgerinitiative warnt vor „Gestank, Lärm, Nitrat im Grundwasser und Antibiotikarückständen“. Sie habe bereits 340 Unterschriften gegen die Putenmastanlage gesammelt. Andere argumentieren, dass das Dorf keinen Vorteil von dem Stall habe, weil keine neuen Arbeitsplätze entstehen.

Der Chef der Golzow Betriebs-Gesellschaft wollte sich nicht dazu äußern, berichtet der Sender weiter. Er wird aber mit den Worten zitiert, dass es überhaupt keinen Sinn mache, Stellung zu dem Sachverhalt zu nehmen. Auch der Deutsche sowie der Brandenburger Bauernverband und der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft auf Bundes- sowie Landesebene wollten sich nicht zu der geplanten Putenmastanlage in Reitwein äußern.

Rechtlich sauber

Der Landrat des Kreises Märkisch-Oderland, Gernot Schmidt, erklärte gegenüber dem RBB, mehrere Fachbehörden hätten den Antrag vom 9. November 2016 für den Putenmastbau in Reitwein umfassend geprüft. "Problematisch ist gar nichts an dieser Anlage", sagt der SPD-Politiker.

Rechtlich seien die Voraussetzungen dafür gegeben, die ehemaligen Rinderställe für 14.920 Puten umzubauen. Für Anlagen mit Plätzen ab 15.000 Truthühnern gilt laut Brandenburger Landwirtschaftsministerium ein anderes Genehmigungsverfahren. Den Umweltschutz regele unter anderem das Bundes-Immissionsschutzgesetz.

Die Gemeinde Reitwein soll Widerspruch gegen die geplante Putenmastanlage im Dorf eingelegt haben. Unklar sei nämlich auch, wer der tatsächliche Wirtschafter sei in Zukunft. Denn das Unternehmen soll die zukünftige Anlage bereits zum Verkauf anbieten. Als Interessent wird ein Landwirt aus Emstek-Halen im Kreis Cloppenburg gehandelt, heißt es.


Diskussionen zum Artikel

von Gerhard Steffek

Einfache Lösung des Problems!!!

Das Dorf bräuchte doch nur dem Investor das ganze Gelände und die entsprechenden Grundstücke abkaufen. Dann könnten sie doch eine Lösung finden, die dem Dorf auch einen entsprechenden Nutzen bringt. Wenn sie schon meinen, sie hätten aus der jetzigen Planung keinen, dann wäre dies ... mehr anzeigen

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