Umsatzsteuer

Bis zu 10.000 Betrieben droht das Aus bei der Pauschalierung

Die Bundesregierung will neue Spielregeln für die Pauschalierung aufstellen. Bis zu 10.000 Betriebe müssen vermutlich Anfang 2022 in die Regelbesteuerung wechseln.

Es hat sich bereits angedeutet, nun wird es ernst: Betriebe mit einem Umsatz von mehr als 600.000 €/Wirtschaftsjahr dürfen voraussichtlich ab dem 1.1.2022 nicht mehr pauschalieren. Außerdem will die Bundesregierung den Pauschalierungssatz jedes Jahr neu auf den Prüfstand stellen und bei Bedarf nachschärfen (derzeit 10,7 %). Bereits Ende November könnte die Große Koalition die entsprechenden Vorschriften mit dem Jahressteuergesetz 2020 verabschieden, heißt es übereinstimmend aus Berlin.

Zum Handeln gezwungen

Stimmen Bundestag und -rat den neuen Regeln zu, zahlen rund 7.000 bis 10.000 Betriebe die Zeche. Sie müssten Anfang 2022 in die Regelbesteuerung wechseln. Zwar erzielen rund 20.000 Landwirte Jahr für Jahr einen Umsatz von mehr als 600.000 €. Rund die Hälfte aus dieser Einkommensklasse versteuern ihre Umsätze jedoch ohnehin...


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Diskussionen zum Artikel

von Thomas Karlein

Pauschalierung

Brüssel sollte sich lieber mal auf die Ausnahmegenehmigungen bei der Z-Rübenbeize in der Mehrheit der EU-Länder kümmern und dort Vertragsverletzungsverfahren starten. Genauso wie die Sonderzahlungen bzw.Hektarprämien für unrentablen Rübenanbau.

von Anton Sieverdingbeck

Noch mehr Bürokratie

Wichtig wäre die vollständige Abschaffung und nicht so eine lite Variante mit einer Umsatzgrenze. Dann rechnet man schon wieder die Betriebsteilungen ... Also ganz oder gar nicht. Ich könnte damit leben. Preise müssten sich anpassen und man hätte 2-3 Betriebe weniger als ... mehr anzeigen

von Willy Toft

Unterm Strich, eine große Sauerei!

Entweder Betriebsteilungen, oder wir fahren noch mehr Verluste ein! Die Rückwärtsgewandte Steuerforderung ist damit hoffentlich vom Tisch! Wir werden wieder einmal gezwungen zu agieren, und unterm Strich wird die Bewirtschaftung hier in Deutschland teurer!

von Hermann Freese

Im Schnitt der Betriebe, dürfte es nicht teurer werden, da der Sinn der 10,7 ist die 19 und 7 bei Kauf und /Verkauf auszugleichen.// Das mit der rückwärtsgewandten Steuerforderung halte ich für viel dramatischer, weil im Zweifel sehr deutlich Liquidität aus dem Betrieb gezogen wird..

von Ludwig Huber

Umsatzstarke Betriebe werden am stärksten getroffen!

Bei uns gibt es kaum pauschalierende Schweinemäster, denn bei hohen Umsätzen und entsprechend geringer Gewinnrate fahre ich mit der Pauschalierung in aller Regel besser. Ein weiterer Grundsatz: je höher der Gewinn, das heißt je besser Produktionstechnik und Betriebsführung, desto ... mehr anzeigen

von Stefan Lehr

@Grosse-Kock

Dann gehe ich davon aus, dass Sie als Milchviehhalter mit 130 Kuehen keinen Diesel, Duenger, Saatgut, Pflanzenschutzmittel, Reinigungs und Desinfektionsmittel, keine Tierarztkosten usw. haben. Denn in Ihrer Rechnung unterstellen Sie ja nahezu den gesamten Abfluss Ihrer Umsatzsteuer aus ... mehr anzeigen

von Gerd Zimmermann

Vollkommen richtig!

Der Kommentar von Herrn Große-Kock kann überhaupt nicht überzeugen. Vermutlich wird kaum ein Milchvieherzeuger mit 130 Kühen die 600.000,-€-Grenze übersteigen. Die meisten größeren Milchviehbetriebe optieren eh schon freiwillig. Ungünstig wird es für Veredelungsbetriebe: Ich ... mehr anzeigen

von Hermann Helmers

Noch mehr Bürokratie

Die Steuerberater werden wieder mehr verdienen. Und es wird zu noch mehr Betriebsteilungen führen...600.000€ Umsatz bei bezahlten Ställen.... Dann muss jeder selber rechnen ob es passt.

von Bernhard Stehlin

Viel Lärm um nichts

Die meisten betroffenen Betriebe werden überhaupt nichts von der Umstellung merken. Und viele werden davon profitieren, wenn sie die Umsatzsteuer bei Investitionen nicht finanzieren müssen, sondern vom Staat erstattet bekommen.

von Willy Toft

Wie bist Du denn drauf?

Unterm Strich wird es deutlich schlechter für die Umsatzstarken Betriebe! Oder willst Du Dich Tod wachsen? Dein angesprochener Vorteil, hält nur eine Zeitlang vor, und holt Dich beim bezahlen der Investitionen wieder ein!

von Gerd Uken

Hat ja auch Vorteile wenn ich mit

Nachbarländer Handel betreibe die einen höheren MwSt. Satz haben als wir.

von Edelhard Brinkmann

Besserer Überblick

Dadurch erhält auch einen besseren Überblick über die laufenden Finanzen.wer viel zahlt verdient was und wer viel wiederkriegt ebend nicht so viel ( ausgenommen Investionen )

von Stefan Lehr

Gleichheitsprinzip

Der Aufwand fuer die Erstellung der USt-Anmeldung ist eine der einfachsten Steuererklaerungen die wir in Deutschland haben. Ob Tierhalter oder Pflanzenbauer: Fuer die Betriebsmittel sind die MWSt-Saetze bei allen gleich, ebenso sieht es auf der Einnahmenseite aus. Wenn wir als ... mehr anzeigen

von Gregor Grosse-Kock

Sie

Haben leider keine Ahnung!!! Ein Betrieb mit 130Kühen verliert darauf bis zu 25000€!

von Bernhard ter Veen

@Bernd Müller

Wieso Ackerbau oder Tierhalter ??? Die Mwst- hinundher schieberei ist doch für alle GLEICH ! beim Pauschalierenden Betrieb sind die 3,7 % Mehreinnahmen gegenüber der 7% Durchreiche die dann gegengerechnet werden doch nur eine Lastminderung ,weil ja die volle Steuer von ihnen bezahlt ... mehr anzeigen

von Gottfried Maier

ja sie rechnen falsch. Denn die Betriebsprämien die beim Ackerbauern einen Großteil der Einnahmen bedeutet ist nicht mit Mwst . belastet. Das Milchgeld hingegen schon es muss die gesamte Steuer abgeführt werden.

von Bernhard ter Veen

Regelbesteuerung

ist nicht annähernd so schlimm wie es immer wieder dargestellt wird... wir haben dadurch in den mittlerweile 15 Jahren keine Nachteile gehabt. hier wird wieder nur Angst geschürt...

von Bernd Müller

Nein

Für einen Betrieb mit Tierhaltung kann das mehrere 10Tausend EURO weniger bedeuten und das obwohl wir in Deutschland die höchsten Auflagen in der Eu und die geringsten Förderungen haben! Für einen Betrieb mit überwiegend Ackerbau haben Sie vielleicht recht...

von Gerhard Steffek

Und immer wieder die EU!

Es ist schon erstaunlich, hinter wievielen Sachen sich die Bundesregierung hinter dem Schlagwort "EU" versteckt. Dabei ist sie doch auch immer so stolz auf das "föderalistische" Prinzip und System. Sei es wie es ist, auch wenn in der normalen Wirtschaft auch alle kleinen Unternehmer das ... mehr anzeigen

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