DBV kritisiert Umgang mit Studie zu Feinstaub-Emissionen in der Landwirtschaft

„Solche spekulativen Hochrechnungen sind hochgradig unseriös“, kommentiert DBV-Präsident Joachim Rukwied die Vorwürfe des Mainzer Max-Planck-Instituts für Chemie.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) kritisiert den Umgang mit einer bisher unveröffentlichten Studie des Mainzer Max-Planck-Instituts für Chemie, die die Landwirtschaft als Hauptverursacher von Feinstaubemissionen darstellt und für 45 % von insgesamt 120.000 Todesfällen durch Feinstaub verantwortlich macht.

„Solche spekulativen Hochrechnungen sind hochgradig unseriös“, betont DBV-Präsident Joachim Rukwied. Die Studie habe noch nicht einmal das wissenschaftliche Review-Verfahren durchlaufen und zitiere im Wesentlichen eigene Hochrechnungen und Schätzungen der Autoren. „Das Vorgehen bei der medialen Verwertung der unfertigen Studie zielt zudem nur auf Effekthascherei und unterläuft wissenschaftliche Standards", so Rukwied.

Der dargestellte Zusammenhang zwischen Feinstaub und vorzeitigen Todesfällen beruht auf Modellrechnungen, die in der Fachwelt auf erhebliche Zweifel stoßen. Beanstandet wird insbesondere der Eindruck monokausaler Zusammenhänge zwischen Feinstaub und vorzeitigen Todesfällen. Rückschlüsse auf direkte Todesfälle sind nicht möglich und nicht zulässig. Zudem existieren keine gesicherten wissenschaftlichen Aussagen zum Umfang, in dem Ammoniak zur so genannten sekundären Feinstaubbildung beiträgt, zumal diese immer von regionalen Bedingungen und Bindungspartnern in der Luft abhängig ist.

Die deutschen Bauern arbeiten seit Jahren am Thema Luftreinhaltung und Emissionsminderung. Nach Angaben des Umweltbundesamtes (UBA) ist die Landwirtschaft für rund 12% der direkten Feinstaubemissionen (PM2,5 und PM10), beispielsweise durch Bodenbearbeitung und Ernte, verantwortlich. Die Ammoniakemissionen aus der Landwirtschaft, aus denen sich indirekt Feinstaub bilden kann, konnten seit 1990 bereits um 11% reduziert werden. Nach Prognosen wird das auf europäischer Ebene für das Jahr 2020 für Deutschland vorgesehene Reduktionsziel für Ammoniak in Höhe von 5 % gegenüber 2005 mit den bereits verabschiedeten Regelungen des neuen Düngerechts erreicht.

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Diskussionen zum Artikel

von Andreas Böggering

Jetzt nimmt der DBV erste Stellung dazu?

Das ist schon traurig wie träge die reagieren.....

von Norbert Schulze-Darphorn

@Reinhard Matzat

Wie soll der Verband den auf eine Studie reagieren deren fertiges Produkt noch kein Mensch gesehen hat. Das währe doch nur stochern im Nebel, man würde sich praktisch auf die gleiche Stufe mit Monitor stellen. Das ist doch letztendlich der ganze Sinn der Sache, man schmeißt der ... mehr anzeigen

von Raphael Semken

Gute , allerdings sehr verzögert.

In der Stellungnahme wird genau das angesprochen was in solchen Reportagen völlig falschläuft. Das ist unter anderem die Betrachtung wie man zu diesen Ergebnissen kommt, inwiefern die übereilt erklärten Kausalitäten eigentlich nachvollziehbar sind und inwiefern die zugrunde gelegten ... mehr anzeigen

von Klaus Fiederling

Statistik schwarz/weiß

Sind die Pollen blühender Pflanzen eben nicht auch der Problematik jener Feinstaubbelastung aus der Landwirtschaft zuzuordnen? Somit müssten diese in den publizierten 12% bereits enthalten sein, ansonsten lässt sich ein vorgenannt ermittelter Prozentsatz in direkter Zuordnung zur LW ... mehr anzeigen

von Reinhard Matzat

Viel zu Spät!!!!

Der DBV hat wie IMMER gepennt!!!!!!!! Er hätte jetzt genug Zeit gehabt zu recherchieren und diesen Bericht fachlich vollendes zu zerfleischen. Sorry, wenn Ihr (DBV) nicht bald mal aus dem Quark kommt, wird auch eine Julia Klöckner sich ganz schnell nochmal überlegen was sie beim ... mehr anzeigen

von Reinhard Matzat

Viel zu Spät!!!!

Der DBV hat wie IMMER gepennt!!!!!!!! Er hätte jetzt genug Zeit gehabt zu recherchieren und diesen Bericht fachlich vollendes zu zerfleischen. Sorry, wenn Ihr (DBV) nicht bald mal aus dem Quark kommt, wird auch eine Julia Klöckner sich ganz schnell nochmal überlegen was sie beim ... mehr anzeigen

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