Farm & Food 4.0

Digital ist die landwirtschaftliche Zukunft

Bundesministerin Klöckner kündigte an, bis zum Jahr 2022 insgesamt 60 Mio. Euro für das Bundesprogramm Digitalisierung in der Landwirtschaft bereitzustellen. Fest stehe, dass die Landwirte Vorreiter der Digitalisierung sind. Sie investieren in die digitale Entwicklung vor Ort.

„Die Landwirtschaft ist Treiber und Vorreiter der Digitalisierung.“ Das sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner beim Kongress Farm & Food 4.0 am Montag in Berlin. Die Digitalisierung verändere die Welt gerade in einer atemberaubenden Geschwindigkeit, auch in der Landwirtschaft.

Insbesondere Städtern sei vielfach überhaupt nicht bewusst, wie innovativ die Landwirtschaft sei und in welchem Maße sie digitale Technik bereits nutze, sagte Klöckner.

Der Kongress Farm & Food 4.0. zur Digitalisierung in der Landwirtschaft zog in diesem Jahr mehr als 400 Teilnehmer aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik an. Die Experten diskutierten, wie ein zukunftsfähiges Agrifood-System bestmöglich von der Digitalisierung profitieren kann. Die Vorträge und Diskussionen drehten sich beispielsweise um den Einsatz aktueller Technologien für die Ernte, um die Datenhoheit in digitalen Wertschöpfungsnetzwerken, um Pioneering AgTech, um disruptive Technologien, neue Geschäftsmodelle und das AgriFood-System der Zukunft.

Bundesministerin Klöckner kündigte an, bis zum Jahr 2022 insgesamt 60 Mio. Euro für das Bundesprogramm Digitalisierung in der Landwirtschaft bereitzustellen. Die Chancen der Digitalisierung seien groß, aber es brauche auch noch viel Forschung, z. B. zu Datensicherheit und Datenhoheit, zum Ausbau der Netze bis zur letzten Milchkanne oder zur Entwicklung von dezentralen Softwarelösungen. „Die Digitalisierung in der Landwirtschaft braucht eine gute Infrastruktur im ländlichen Raum“, begründete Klöckner ihre offensive Haltung in der Diskussion um die Einführung der neuen 5G-Mobilfunk-Technologie.

Digitale Technologien im ländlichen Raum brauchen leistungsfähiges Internet

Zuvor hatten bereits der Deutsche Bauernverband (DBV) und der Digitalverband Bitkom über die Digitalisierung diskutiert. Dabei waren sich die Teilnehmer einig, dass die Landwirte Vorreiter der Digitalisierung sind. Sie investierten in die digitale Entwicklung vor Ort und würden damit Fortschritt nicht nur in die Landwirtschaft bringen, sondern auch in den gesamten ländlichen Raum.

Schon heute nutzt mehr als jeder Zweite in der Branche (53 Prozent) digitale Lösungen. Das zeigt eine repräsentative Befragung im Auftrag des Bitkom unterstützt vom DBV unter 521 Landwirten und Lohnunternehmern. DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken betonte: „Digitale Technologien geben dem landwirtschaftlichen Unternehmer ganz neue Möglichkeiten an die Hand, ressourcen- und klimaeffizienter zu wirtschaften sowie die Biodiversität und das Tierwohl zu fördern. Grundsätzlich erleichtern sie das Leben und Arbeiten in ländlichen Regionen und helfen dabei, gleichwertige Lebensverhältnisse in der Stadt und auf dem Land herzustellen.“

Um digitale Technologien besser nutzen zu können, brauche es aber zukunftsfähige Infrastruktur auch im ländlichen Raum. Dazu müsse der Breitbandausbau aus Sicht des Bauernverbands zügig und in der Fläche erfolgen. „Ohne die richtigen Rahmenbedingungen geht es nicht. Der DBV fordert Bund und auch die Länder auf, für eine tatsächlich flächendeckende Versorgung mit hochleistungsfähigem Internet auf Basis von Glasfaser- und 5G-Mobilfunktechnik einzutreten“, sagte Krüsken. Genehmigungsverfahren müssten beschleunigt werden und dort, wo ein rein privatwirtschaftlich finanzierter Ausbau nicht möglich sei, brauche es öffentliche Förderung.

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